Lufthansa-Streik: Flughäfen warnen vor Millionen-Schäden

Lufthansa-Streik: Flughäfen warnen vor Millionen-Schäden

, aktualisiert 23. November 2016, 11:26 Uhr

Der Tarifstreit scheint festgefahren. Hunderte Flugzeuge und 100.000 Reisende bleiben am Boden. Die deutschen Flughäfen fürchten hohe Schäden durch die Streiks bei Lufthansa und Eurowings.

Die deutschen Flughäfen befürchten Schäden in Millionenhöhe durch den Streik der Lufthansa-Piloten und des Kabinenpersonals bei Eurowings. Die Airports seien inzwischen immer häufiger Schauplatz von Tarifauseinandersetzungen, kritisiert der deutsche Flughafenverband ADV: „Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel und geht weit über das vertretbare Maß hinaus“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die zunehmenden Streiks schadeten dem Flughafenstandort Deutschland und dem Image des Luftverkehrs. Die Airports würden sich ohnehin in einem „sehr angespannten wirtschaftlichen Umfeld“ bewegen, sagte Beisel weiter. Streikbedingte Flugausfälle bedeuteten unnötige zusätzliche Belastungen.

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Die Lufthansa drängt die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einer Vermittlung. „Wir sagen: Wir müssen die Schlichtung haben“, sagte Lufthansa-Sprecher Martin Leutke im ZDF-„Morgenmagazin“. Er warf der VC vor, sie sei „offenbar mehr an einer Eskalation interessiert als an einer zielorientierten Lösung des Konflikts“.

Womit die Lufthansa ihr Geld verdient

  • Konzernumsatz

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 32,1 Milliarden Euro

    Angaben für 2015

    Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

  • Marke Lufthansa

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 16 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 5,4 Prozent

  • Swiss

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 4,5 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 10,1 Prozent

  • Austrian

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 2,1 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 2,1 Prozent

  • Eurowings

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 1,9 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 2,0 Prozent

  • Fracht

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 2,4 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 0,1 Prozent

  • Wartung

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 5,1 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 8,8 Prozent

  • Catering

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 3 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): 2,8 Prozent

  • Sonstige

    Umsatz (inklusive interner Umsätze): 2,5 Milliarden Euro

    Gewinnmarge (Ebit): -15,2 Prozent

Zugleich betonte das Unternehmen seine Bereitschaft zu neuen Tarifverhandlungen. Doch der Tarifstreit scheint derzeit festgefahren: Die Gewerkschaft drohte mit einer Fortsetzung des Arbeitskampfs.

Die VC-Piloten legten die Fluglinie seit der Nacht zum Mittwoch mit ihrem mittlerweile 14. Streik großenteils lahm. Allein am Mittwoch sagte Deutschlands größte Airline fast 900 Flüge ab, davon etwa 50 Interkontinentalverbindungen. An diesem Donnerstag soll der Streik weitergehen.

Nicht betroffen sind Flüge der Lufthansa-Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels Airlines und Air Dolomiti. Bereits am Dienstag hatten die von Verdi organisierten Flugbegleiter bei der Teilgesellschaft Eurowings Deutschland GmbH etwa jeden zweiten Flug verhindert. Betroffen waren rund 4100 Passagiere.

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