Nach der Katastrophe: Deutsche Bahn schließt Zugunglück wie in Spanien aus

Nach der Katastrophe: Deutsche Bahn schließt Zugunglück wie in Spanien aus

von Christian Schlesiger

Das Zugunglück in Spanien hat eine Diskussion um die Sicherheit auf der Schiene ausgelöst. Eine ähnliche Katastrophe wie in Nordspanien hält die Deutsche Bahn für undenkbar. Ein Zug mit zu hoher Geschwindigkeit wird automatisch abgebremst.

Die Deutsche Bahn hält eine Zugkatastrophe wie im nordspanischen Santiago de Compostela in Deutschland  für undenkbar. "Es ist nicht vorstellbar, dass ein Zug zu schnell in die Kurve fährt", sagte Technikvorstand Volker Kefer in einer Telefonkonferenz am Freitag. Das deutsche Schienennetz sei mit zwei Zugleitsystemen ausgerüstet. "Beide Systeme sind darauf ausgerichtet, dass erlaubte Geschwindigkeiten tatsächlich nicht überschritten werden", so Kefer.

Auf Strecken, die eine maximale Geschwindigkeit von 160 km/h zulassen, regelt die "Punktförmige Zugbeeinflussung" (PZB) das Tempo von Zügen. Dabei werde das auf der Strecke erlaubte Geschwindigkeitsprofil in einem Rechner des Zuges hinterlegt. Ist der Zug fünf km/h zu schnell, folgt ein Warnsignal an den  Lokführer und der Zug wird auf die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit abgebremst. Überfahrt der Lokführer Haltesignale, leitet das System eine Zwangsbremsung ein.

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Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken mit Tempo 160 und mehr prüfen induktive Systeme die Fahrtgeschwindigkeiten. Bei der so genannten Linienzugbeeinflussung (LZB) kommuniziert der Zug permanent mit einem zwischen den Schienen verlegten Kabelpaar. Wie bei der PZB werden Geschwindigkeiten und Bremssignale kontrolliert. Die LZB erlaubt gegenüber der PZB engere Abstände zwischen zwei hintereinander fahrenden Zügen. Zudem berücksichtigt das System auch Gewicht und Bremsstärke des Fahrzeugs sowie die Neigung der Strecke.

Laut Bahn ist das gesamte Streckennetz in Deutschland mit den Zugleitsystemen ausgerüstet. Fällt ein System aus, "fallen wir in den nächstsicheren Zustand zurück", sagt Kefer. Bei Ausfall der LZB würde also die PZB einspringen und die zulässigen Geschwindigkeiten auf maximal 160 herabsetzen. Allenfalls auf Gleisen für Rangierfahrten und mit Zugbildungsanlagen werde mitunter auf Zugleitsicherungssysteme verzichtet.

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Die Ausrüstung des gesamten Streckennetzes hatte die Deutsche Bahn nach dem tragischen Zugunglück in Hordorf bei Oschersleben im Frühjahr 2011 voran getrieben. Damals stieß ein Güterzug mit einem Nahverkehrszug zusammen. Der Güterzug hatte zwei Signale überfahren und fuhr dem HarzElbeExpress (HEX) auf gleichem Gleis entgegen. Die Wucht schleuderte den HEX-Triebwagen von den Gleisen. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Bis dahin waren PZB-Systeme auf eingleisigen Strecken nicht verpflichtend. Anschließend hat die Deutsche Bahn die ausstehenden rund 3300 Kilometer ohne Zugleitsystem mit PZB nachgerüstet.

Zusätzlich zu den Zugleitsystemen sind die Züge mit dem so genannten "Totmannschalter" ausgestattet. Ein Lokführer muss alle 30 Sekunden einen Hebel bedienen oder eine Fußtaste treten. Tut er das nicht, wird eine automatische Zwangsbremsung eingeleitet. So soll verhindert werden, dass ein Zug ohne Lokführer fährt, weil dieser aus irgendeinem Grund bewusstlos geworden ist.

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