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Werbesprech: Marketing soll Vertrauen schaffen

Werbesprech: McDonald's - Mein Zehn-Jahres-Boykott

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Marketing soll Vertrauen schaffen

H&M und die Hautkrebsgefahr

Knackig braun gebrannt räkelt sich Model Isabeli Fontana im Mai 2012 auf dem Plakat des Bekleidungsherstellers H&M. Neidvoll erblasste Kundinnen sollten so zum Bikini-Kauf animiert werden. Für die Kampagne mit der unnatürlich braunen erscheinenden Haut gab es Ärger von Gesundheitsschützern: Sie kritisierten die Werbung als "tödliches Schönheitsideal". Das Unternehmen entschuldigte sich: "Es war nicht unsere Absicht, für ein bestimmtes Ideal zu werben oder zu gefährlichem Handeln anzuregen."

Bild: dpa

Corporate Social Responsibility (CSR), Marketing und Kommunikation bedeuten eben nicht einfach nur bunte Nachhaltigkeits-Prospektchen, nicht nur (respektloses) Wachstum und nicht nur dem Menschen (durch Verschweigen der Wahrheit) das Blaue vom Himmel herunter zu lügen.

CSR sind Taten, nicht allein Worte und ein wenig Flitter. Marketing ist die Herstellung von Vertrauen, wie Patrick Breitenbach zurecht schreibt.
 
Kommunikation bedeutet nicht, Millionen - mehr oder weniger kreativ - über Menschen und Medien auszugießen.
Kommunikation begann schon immer beim Produkt selbst. Bei seiner einzigartigen Qualität - für die die Marke schließlich mit ihrem (guten) Namen steht - oder eben nicht.
Warum nur juckt das niemanden mehr?
 Gerade in den heutigen, sozial-medialen Zeiten? Da nutzt es auch wenig, uns mit schönen Bildern und Pseudo-Offenheit abzulenken.

Sicherlich ist es gut und sinnvoll, dass uns McDonald's Kanada hinter die Kulissen seiner Photo-Shootings schauen lässt.
 
Sicherlich haben sie sich selbst mit dieser Entscheidung zur 'Offenheit' gequält. Dringend ist es allemal, denn die Diskrepanz zwischen Hochglanzwerbung und trauriger Realität stößt immer öfter sauer auf.


Eine Lösung jedoch ist das nicht.


Grenzen des guten Geschmacks

Gerade das mit der Marke und dem Vertrauen ist so eine Sache. Manche Konsumenten bleiben dann einfach weg, sobald sie enttäuscht werden. Zurecht. Gerade heute passiert dies öfter als früher.

Werbung und Kommunikation müssen wieder zum Kern des Produktes, seiner distinktiven Eigenschaften und vor allem seinem Wert für den (potentiellen) Konsumenten zurückfinden. Hier gibt es noch viele weiße Flecken zu erforschen. Viel verbrannte Erde wieder aufzuforsten. Viel Vertrauen zurückzugewinnen. Nicht nur bei mir.


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Natürlich hat ein kleinerer Anbieter es leichter als McDonald's, seine Schweine und Rinder und Hühner artgerecht zu halten. Aber vielleicht sollte man genau darüber mal nachdenken. Vielleicht verlaufen genau dort die Grenzen des guten Geschmacks!? Die Grenzen zur Tierquälerei!? Die Grenzen des Wachstums!?

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(Hatte ich eigentlich schon das mit den 2.393 Litern Wasser erzählt,
 die man benötigt, einen einzigen Hamburger zu produzieren?) 


4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.07.2012, 19:00 Uhrralfschwartz

    Liebe/r Dan,
    Der Artikel ist nicht polemsich.
    Und es geht auch nicht in der Hauptsache um McD, sondern um die Diskrepanz von Werbung und Realität. Darum, dass andere mit der Realität und einem relevanten Positioning, einer nachhaltigen Produktion, schließlich einer guten Umsetzung in Cannes Preise gewinnen.
    WEIL ALLES AUS EINEM GUSS IST - WIE ES SEIN SOLLTE.

    Und natürlich hast Du recht mit der Kritik an den Menschen, die immer noch über die Fleischpreise schimpfen, das ist dann aber wirklich ein Fall für einen anderen Kontext.

    Schließlich: Ich beziehe mich auf den McRib - aber meinst Du, den Rindern ginge es besser?

  • 05.07.2012, 17:23 UhrDanGerous

    Traurig, solch einen polemischen Artikel in der WiWo zu lesen - ein Veganerforum wäre passender gewesen.

    Zum einen werden wieder einmal Nachrichten aus den USA ohne weitere Recherche 1:1 auf Deutschland übertragen, wo die Verhältnisse (allein schon aufgrund der Gesetzgebung) in der Regel andere sind, zum anderen gibt es doch fast nur Rindfleischprodukte bei McDonald's...

    Mit Sicherheit möchte jeder lieber Fleisch von glücklichen Tieren als von Tieren, die unter schlechten Bedingungen gezüchtet werden. Andererseits beschwert sich aber auch jeder, wenn er für sein eingelegtes Schweinskotelett beim Aldi mehr als 1 Euro bezahlen soll.

    Eine einzelne Firma (die kaum Schweinefleisch anbietet) für dieses Fehlverhalten des Verbrauchers verantwortlich zu machen, ist deutlich zu einfach gedacht, aber mit einem solchen Namen lässt sich ein banaler Artikel halt einfach besser vermarkten.

  • 04.07.2012, 15:30 Uhrralfschwartz

    Es hat auch viel mit Gier zu tun, denn man hätte es vor 10 Jahren - auf kleinerem Niveau - viel einfacher gehabt, das Ruder rumzuwerfen und nachhaltig zu werden.

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