Einzelhandel: Media Markt und Saturn starten Technik-Eigenmarken

Einzelhandel: Media Markt und Saturn starten Technik-Eigenmarken

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Ein Eierkocher der Marke ok: Die Metro-Tochter Media-Saturn wird schon zum Weihnachtsgeschäft Toaster, Fernseher oder Kühlschränke unter eigenen Markennamen vertreiben.

von Henryk Hielscher

Die Metro-Töchter Media Markt und Saturn werden zum Weihnachtsgeschäft die ersten Technikartikel unter eigenem Markennamen verkaufen. Vom Haarföhn bis zum Computer soll es bald eine ganze Palette an Media-No-Names geben - auch im Internet.

Europas größter Elektronikhändler Media-Saturn will mit vier Technik-Eigenmarken den Markt aufmischen. Bereits im Weihnachtsgeschäft startet die Metro-Tochter mit rund 100 Produkten der Billigmarke „ok“ für Haushaltskleingeräte und der im mittleren Preissegment angesiedelten Marke „Koenic“ für kleine und große Haushaltsgeräte. Die Marken „Peaq“ für hochwertige Fernseher und „isy“ für Zubehör sollen nächstes Jahr folgen. Die mittleren und Premium-Eigenmarken sollten etwa zehn Prozent günstiger sein als vergleichbare Produkte etablierter Marken.

Ziel sei ein Umsatzanteil von bis zu fünf Prozent oder eine Milliarde Euro, sagte Media-Saturn-Chef Roland Weise. Zu den Herstellern gehören unter anderem der chinesische Konzern Foxconn, aber auch derHausgerätehersteller Bosch Siemens. Alle vier Eigenmarken würden bei Saturn und Media Markt bis Ende 2012 in 16 europäischen Ländern angeboten.

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Neuer Anlauf für das Online-Geschäft

Wichtiger noch: Die neuen Eigenmarken sind offenbar auch ein zentraler Bestandteil der künftigen Internet-Strategie von Media-Saturn. Weise will die neuen Marken „auch beim Online-Einkauf“ anbieten. Bislang tat sich Europas größter Elektronikhändler schwer, das Online-Geschäft zu forcieren. Bestellmöglichkeiten für Produkte wie bei den Konkurrent Amazon oder Otto fehlen.

Die Metro-Tochter stand vor dem Problem, dass sich die Preise vieler Produkte von Markt zu Markt unterscheiden. Die jeweiligen Geschäftsführer, die auch selbst an ihrem Markt beteiligt sind, haben die Preishoheit und können sich je nach Wettbewerbsumfeld und Kaufkraft positionieren. So erfolgreich und flexibel dieses Konzept in den Märkten ist, so hinderlich wäre es beim Verkauf von Produkten über das Internet. Jeder Internetpreis würde von Verbrauchern als oberste Grenze wahrgenommen werden und hätte damit direkte Auswirkungen auf das stationäre Geschäft.

Mit den neuen Eigenmarken hat die Media-Zentrale nun eine Möglichkeit, Preise für relevante Produktgruppen einheitlich zu definieren und damit die internen Dumping-Befürchtungen geschickt zu umgehen.

Mit dem Aufbau von Eigenmarken betritt der Handelsriese Neuland. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) lag der Anteil der Elektronik-Eigenmarken in Westeuropa zuletzt bei vier Prozent. Zum Vergleich: Im Lebensmittelhandel werden den BCG-Daten zufolge bereits 30 Prozent des Umsatzes mit Eigenmarken erzielt – mit steigender Tendenz. Denn die selbst produzierten Artikel ermöglichen den Händlern meist höhere Margen. Zudem bieten die Eigenmarken einen weiteren Vorteil. Sie ermöglichen Einblicke in die Kosten- und Kalkulationsstrukturen der Hersteller, was sich auch in den Preisverhandlungen für Markenprodukte auszahlt.

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