Windreich-Pleite: Anklage gegen Firmengründer Balz erhoben

Windreich-Pleite: Anklage gegen Firmengründer Balz erhoben

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Windreich-Gründer Willi Balz

Die Pleite des schwäbischen Windpark-Entwicklers Windreich soll vor Gericht aufgearbeitet werden.

Die Pleite des schwäbischen Windpark-Entwicklers Windreich soll vor Gericht aufgearbeitet werden. Nach vier Jahre dauernden Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen Firmengründer Willi Balz und sieben weitere Mitarbeiter, wie ein Sprecher der Anklagebehörde bestätigte. Die Vorwürfe sind vielfältig: Es geht vor allem um mehrfache Insolvenzverschleppung und Beihilfe dazu, aber auch um millionenschweren Betrug, Bilanzfälschung, die Begünstigung von Gläubigern und Insiderhandel. Die Ermittlungen waren bereits Anfang 2013 aufgenommen worden, erst im September des gleichen Jahres meldeten die ersten Gesellschaften aus dem Geflecht von 17 Windreich-Firmen Insolvenz an.

Zu den Geschäftsführern von Windreich hatte zeitweise auch der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring (FDP) gehört. Das Landgericht Stuttgart muss nun entscheiden, ob das Hauptverfahren gegen den Windkraft-Pionier und seine Mitarbeiter eröffnet wird. Die Verfahren gegen zwölf weitere Beschuldigte seien eingestellt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

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Balz hatte auch nach der Insolvenz verbissen um die 1999 von ihm gegründete Firma aus Wolfschlugen bei Stuttgart gekämpft, die Windkraftanlagen an Land, in der Nord- und Ostsee entwickelt und gebaut hatte. Balz erhob immer wieder heftige Vorwürfe gegen Berater und den Insolvenzverwalter. Dieser hatte im August eines der größten Windreich-Projekte, den Windpark "Merkur" vor der Insel Borkum, verkauft, um die Gläubiger zu entschädigen - für Balz eine "Verscherbelung weit unter Wert".

Windreich war unter der Last von 400 Millionen Euro Schulden zusammengebrochen. Balz hat inzwischen auch Privatinsolvenz angemeldet.

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