Generikahersteller: Ratiopharm-Übernahme vollzogen, Machtfrage entschieden

Generikahersteller: Ratiopharm-Übernahme vollzogen, Machtfrage entschieden

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Zentrale von Ratiopharm: Die EU hat den Kauf des Pharmaunternehmens durch die israelische Teva-Gruppe nun genehmigt.

von Jürgen Salz

Die Übernahme von Ratiopharm durch das israelische Unternehmen Teva ist perfekt. Teva-Manager Sven Dethlefs, ein ehemaliger McKinsey-Berater, leitet künftig das Deutschland-Geschäft. Der bisherige Ratiopharm-Chef Oliver Windholz geht.

Bislang blickt Sven Dethlefs von seinem Büro aus auf sanfte Hügel. Eine Schmalspurbahn fährt vorbei, irgendwo weiter hinten fließt die Elbe. Dethlefs genießt die Aussicht aus seinem Büro in Radebeul bei Dresden, von wo aus er das Deutschland-Geschäft von Teva, des weltgrößten Herstellers von Nachahmermedikamenten (Generika) leitet. Wenn Dehtlefs den Kopf aus dem Bürofenster steckt, kann er bei gutem Wetter auch schon mal die Frauenkirche erkennen.

Künftig fällt die Aussicht etwas bescheidener aus. Dethlefs, ein früherer McKinsey-Berater,  wird bald auf ein Gewerbegebiet am Stadtrand von Ulm blicken. Sein Unternehmen Teva (weltweiter Umsatz: 13,9 Milliarden Dollar) hat gerade die Übernahme von Ratiopharm aus Ulm, des nach Hexal/Sandoz zweitgrößten deutschen Generika-Herstellers, abgeschlossen.  3,6 Milliarden Euro haben die Israelis dafür bezahlt – und steigen somit zum größten europäischen Produzenten von Nachahmermedikamenten auf. Dethlefs wird künftig das Deutschland-Geschäft leiten.

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Windholz muss gehen

Der Verlierer ist Oliver Windholz, der bisherige Ratiopharm-Chef. Windholz war noch von Ratiopharm-Gründer Adolf Merckle engagiert worden; im Frühjahr 2008 übernahm Windholz die Führung in Ulm. Merckle nahm sich Anfang 2009 nach Fehlspekulationen das Leben. Um Geld zu beschaffen, leierte Sohn Ludwig den Verkauf von Ratiopharm an. Zuletzt sank der Ratiopharm-Umsatz in Deutschland, legte aber im Ausland zu. Den Wettbewerber Hexal hat Windholz nicht einholen können. Ende des Jahres – nach der Integrationsphase – verlässt er das Unternehmen.

Einige langjährige Ratiopharm-Manager wie Walter Bühl (Produktion) , Gerald Huber (Forschung und Entwicklung) sowie Hermann Allgaier und Karl-Heinz Emmert (Biogenerika)  werden ihre Posten behalten – oder sich in der neuen Organisation sogar noch verbessern. Was aus anderen langjährigen Ratiopharm-Managern wie Gerd Lehmann (Marketing) und Susanne Frieß (Finanzen) wird, dazu gab es von Ratiopharm bislang keine Stellungnahme.

Teva hat längst nicht alle Hoffnungen von Ratiopharm erfüllt. Kurz nachdem die Israelis im Frühjahr den Zuschlag für Ratiopharm erhalten hatten, war noch davon die Rede, dass Teva möglicherweise seine Europa-Zentrale von Utrecht nach Ulm verlegt. Jetzt ist nur noch davon die Rede, dass „zentrale Funktionen der Teva Europa“ in Ulm angesiedelt werden.

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