Globale CEO-Umfrage: Was die Zuversicht der Konzernchefs schwinden lässt

Globale CEO-Umfrage: Was die Zuversicht der Konzernchefs schwinden lässt

, aktualisiert 13. Juni 2017, 14:00 Uhr
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Die Politik des neuen US-Präsidenten verunsichert Konzernchefs weltweit.

von Bert FröndhoffQuelle:Handelsblatt Online

Trump, Brexit, Cyberangriffe: Angesichts der geopolitischen und technischen Risiken blicken Chefs von Unternehmen weltweit mit weniger Optimismus auf die kommenden Jahre. Warum die CEOs auch die sozialen Medien fürchten.

Düsseldorf„Business a usual“ – dieser Begriff für die gepflegte Langeweile im Unternehmensalltag ist momentan bei Chefs kaum noch zu hören. Schuld daran sind die neuen geopolitischen Gefahren. Sei es die Politik des neuen US-Präsidenten oder der Brexit: Derartige Unsicherheiten sind Gift für die Wirtschaft. Die Aussichten für die Unternehmen in aller Welt sind ungewiss – und damit sinkt auch die Zuversicht.

Diese Diagnose erstellt das Beratungsunternehmen KPMG in seinem am heutigen Dienstag veröffentlichten „Global CEO Outlook Survey“. Die renommierte Umfrage unter 1300 Vorstandschefs aus aller Welt liefert jedes Jahr einen Zustandsbericht über die Stimmung in den Firmen und deren Blick auf die nähere Zukunft. 2017 zeigt sich erstmals seit längerem wieder eine stärkere Skepsis der Chefs.

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Zwar gehen noch 65 Prozent der Befragten davon aus, das die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird. Das sind aber deutlich weniger als im Vorjahr, als sich noch 80 Prozent optimistisch über die Konjunkturentwicklung geäußert hatten. Dieser Trend zeigt sich in fast allen Ländern – außer den USA.

Die deutschen Vorstandschefs sind dabei noch überwiegend optimistisch: Rund 77 Prozent erwarten eine weiterhin starke Weltwirtschaft. Bei der KPMG-Umfrage im Vorjahr waren es aber noch 89 Prozent. Geradezu eingebrochen ist die Zuversicht der CEOs in China und Japan, was die Entwicklung der Weltwirtschaft betrifft. Nur US-Chefs äußerten sich positiver als im Vorjahr. Sie erwarten offenbar weiterhin einen spürbaren Wachstums-Effekt durch den neuen Präsidenten.

Wie die KPMG-Umfrage zeigt, hat sich auch der Fokus des Risikomanagements in den Unternehmen verändert. KPMG fragt in jedem Jahr, welche größten Risiken die Chefs für ihre Firma sehen. Im vergangenen Jahr standen mögliche Cyberangriffe auf dieser Liste ganz oben, gefolgt von einer wachsenden Regulierung. Jetzt nannten die CEOs zwei andere Herausforderungen: die Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle durch disruptive Technologien und ein möglicher Schaden für die Reputation und Marke des Unternehmens.


Zunehmende Gefahren durch disruptive Technologien

Vor allem das letztgenannte Risiko überrascht: Die Chefs haben auf dem Radar, dass ihre Unternehmen durch die digitalen Medien wesentlich stärker im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Dabei geht es beispielsweise um Videos über schlechten Kundeservice oder rüdes Verhalten der Mitarbeiter. Sie verbreiten sich rasend schnell über die sozialen Netze.

Das bekam jüngst die US-Fluggesellschaft United Airlines zu spüren, als sie einen Passagier aus einem überbuchten Flugzeug warf – ein Skandal, für den am Ende der CEO geradestehen musste. Die Chefs fürchten ebenso Hacker, die in die Unternehmensnetze eindringen und kompromittierende interne Mails veröffentlichen.

Als zunehmende Bedrohung erkennen die CEOs, dass disruptive Technologien ihre gesamte Branchen aufmischen und dabei neue Wettbewerber in ihr Geschäft drängen. Als Beispiel dafür wird gerne Google genannt, denn der Konzern sucht mit seinen Fähigkeiten zur Erfassung und Analyse von Daten neue Märkte – etwa die Medizin. Die Antwort der CEOs darauf: Sie preschen vor und wollen selbst die alten Branchengrenzen überschreiten, heißt es in der Umfrage von KPMG.

Mehr als die Hälfte der Befragten gesteht aber ein, dass ihr Unternehmen bei dieser Umstellung noch nicht besonders weit gekommen sind. Dabei greifen sich die CEOs auch an die eigene Nase und sehen ein, dass sie sich verändern müssen. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie noch nie zuvor in ihrer Karriere aufgeschlossener waren gegenüber neuen Einflüssen und Kooperationen „Der moderne Chef braucht Mut und Inspiration, die Fähigkeit, sowohl zu provozieren als auch Bewährtes zu schützen und bei allen Entscheidungen sämtliche Bereiche der eigenen Organisation eng mit einzubinden“, sagt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates bei KPMG.

Quelle:  Handelsblatt Online
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