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Guide-Michelin: Verlorener Stern in Grevenbroich

von Thorsten Firlus

Jedes Jahr im November zittern die besten Köche Deutschlands vor dem roten Buch. Der Guide Michelin erscheint und verteilt seine Sterne über den Restaurants. Dieses Jahr gibt es jedoch im Vergleich zu der Ausgabe vom vergangenen Jahr kaum Veränderungen an der Spitze.

Dieter und Elvira Kaufmann vor dem Restaurant Zur Traube in Grevenbroich
Dieter und Elvira Kaufmann vor dem Restaurant Zur Traube in Grevenbroich
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Das Zittern und Bangen unter den besten deutschen Köchen war überflüssig - die Tester des Guide Michelin attestieren in ihrer neuesten Ausgabe 2010 fast allen Spitzenköchen auch weiterhin gute Leistungen.

An der Spitze mit drei Sternen halten sich die gleichen neun Namen wie im vergangenen Jahr.

Für den Osnabrücker Koch Thomas Bühner wird das kommenden Jahr besonders aufreibend, denn er steht unter Beobachtung. Bislang strahlen zwei Sterne über dem Restaurant in der Osnabrücker Innenstadt, das dem RWE-Chef Jürgen Großmann gehört. Kocht Bühner weiterhin auf dem gleichen Niveau, verleiht ihm das Michelin-Team den dritten Stern. 

Ein Stern weniger

In Grevenbroich hingegen zogen die Tester des Guide Michelin einen Stern ab. Dieter Kaufmanns Küche im Restaurant Zur Traube wird nur noch mit einem statt zweien gewürdigt.

Dass die Zahl der Zwei-Sterne Restaurants in Deutschland mit 18 unverändert bleibt, liegt an der Aufwertung des Restaurants Le Pavillon im Hotel Dollenberg, in dem Martin Herrmann die Küche verantwortet. 198 Restaurants in Deutschland werden mit einem Stern ausgezeichnet, 23 davon erhalten ihn das erste mal.

Traditionell sind auch dieses Jahr die Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit zahlreichen Restaurants in den höchsten Kategorien vertreten.

Aber wer in kurzer Zeit viel verschiedenes schmecken will, kommt kaum noch umhin, eine Reise nach Berlin anzutreten. Dort sind die Tester erneut fündig geworden: Der Koch Tim Raue im Restaurant Ma im Gebäude des Hotel Adlon gilt den Testern als Anwärter für einen zweiten Michelin-Stern.

Er wäre neben Christian Lohse vom Restaurant Fischers Fritz im Regent Hotel der zweite Koch der Hauptstadt mit zwei Sternen.

Aber vor allem die elf Restaurants mit einem Michelin-Stern decken alle Geschmäcker ab: von eher klassisch orientierten Köchen wie Thomas Neeser im Hotel Adlon über besonders an Gemüse interessierten Köchen wie Michael Hoffmann vom Margaux und zu nordischen Köchen wie Sauli Kemppainen im Restaurant Quadriga im Brandenburger Hof bis zu frischen Senkrechtstartern wie Daniel Achilles vom Restaurant reinstoff, der nur wenige Monate nach Eröffnung bereits seinen ersten Stern für seine Haute Cuisine mit experimentellen Elementen erhält. 

15 Restaurants dürfen künftig nur einen Stern weniger oder gar keinen mehr führen, darunter Dieter Kaufmann oder der Fürstenhof in Landshut. Allerdings führte bei zehn Restaurants nicht die schlechte Leistung des Kochs zur Abwertung, sondern dass das Restaurant entweder wie das Vitrum im Hotel Ritz Carlton in Berlin vollständig geschlossen wurde oder einen neuen Pächter wie das Délice in Stuttgart hat.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.11.2009, 17:17 UhrAnonymer Benutzer: Thomas Wandel

    Hotel Zur Traube Grevenbroich

    Es wundert mich sehr dass dieses Restaurant die zwei Sterne bekommen bzw. so lange halten konnte. Der Service glänzte jahrelang durch die Arroganz der Patronin, die Küche lies sämtliche Kreativität vermissen, man ruhte sich ewig auf dem Parvait vom Stör mit Kaviar aus! Durch den damaligen Restaurantumbau hoffte man sogar noch auf den dritten Stern, lächerlich. Schaut man sich das Porzelan einmal genau an, so gibt es fast keinen Teller der unversehrt ist, da hilft auch der gigantische Weinkeller und die vielen Champagnersorten nichts. Der Guide Michelin ist im Gegensatz zum Gault Milau wenigstens etwas objektiver. Allerdings hätte man sich Gedanken machen können, ob es nötig war einem alten Mann zu diesem Zeitpunkt den Stern weg zu nehmen? Dies hätte meiner Meinung nach schon vor 20 Jahren passieren sollen.

  • 11.11.2009, 13:25 UhrAnonymer Benutzer: IhrSingen (Hohentwiel) Salzburger Stub'n Name

    das die überhaupt jemals eine stern ahtten war unn blieb mir unerklärlich hat mein glauben am GM erschuettert
    unkompetente bedienung, Essen eher unterirdisch gegeüber im ort wars xmal besser und auch sonst ein mischmasch an geschirr von kitsch bis esoterisch, toilette wie in den 50igern
    na jetzt haben fertig

  • 11.11.2009, 10:43 UhrAnonymer Benutzer: Thorsten Firlus

    Lieber T.R.,

    den Fehler, dass inzwischen Ralf Finkenflügel den deutschen Guide Michelin verantwortet und nicht länger Frau Caspar, die jetzt die französische Ausgabe führt, bedauere ich. Hiermit sei er korrigiert. Hier dennoch noch einmal ein Link zu einem interview mit Frau Caspar von 2005, das in wesentlichen Punkten auch heute noch bestand hat. http://www.wiwo.de/lifestyle/guide-michelin-die-herrin-der-sterne-87955/

    Die Namen der Köche und ihren Restaurants entstammen sämtlich den gestern veröffentlichten Listen des Guide Michelin.

    beste Grüße
    Thorsten Firlus

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