Adidas Futurecraft MFG: Die ersten Laufschuhe aus der Roboterfabrik

Adidas Futurecraft MFG: Die ersten Laufschuhe aus der Roboterfabrik

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Adidas "Speedfactory": Eine nahezu voll automatisierte Produktionsstätte.

von Peter Steinkirchner

Der Adidas-Treter Futurecraft MFG geht in den Verkauf. Das Besondere: Der Schuh wurde in der "Speedfactory" in Deutschland hergestellt, einer Produktionsstätte, die weitgehend automatisiert arbeitet.

Die Run Base in Berlin liegt in einer Kreuzberger Seitenstraße, genauer gesagt einer Sackgasse, die an der Spree endet. Es ist eine alte Straße mit fettem Kopfsteinpflaster. Genau hier, im gentrifizierten Kiez, hat der Herzogenauracher Sportkonzern Adidas in einem ehemaligen Fabrikgebäude seine pittoreske Laufzentrale eingerichtet.

Hier treffen sich die Hippen und die Fitten, manchmal auch die fitten Hippen, sie betreiben Yoga und starten zu ihren Läufen durch die Kreuzberger Nächte. Wer Hunger hat, bekommt gesundes Essen, Duschen stehen bereit, und ein kleiner Laden bietet die neusten Laufsachen der Drei-Streifen-Marke feil.

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Adidas nutzt die Lokalität gern, um der Szene seine neusten Produkte zu präsentieren. Daher suchte sich der Dax-Konzern auch seinen Berlin-Anleger aus, um hier am Mittwochabend die ersten Laufschuhe zu präsentieren, die aus der eigenen Roboterfabrik stammen.

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Roboter, 3-D-Drucker und vernetzte Maschinen revolutionieren die industrielle Produktion. Deutschland wird als Fertigungsstandort wieder attraktiv.

Roboter, 3-D-Drucker und vernetzte Maschinen revolutionieren die industrielle Produktion. Quelle: Adidas/Getty Images; Montage: Dmitri Broido

Futurecraft MFG nennt Adidas den schneeweißen Treter, von dem dieser Tage gerade einmal 500 Paare in den Handel kommen. Dabei steht MFG nicht für „Mit freundlichen Grüßen“ sondern „Made for Germany“, was nur die Hälfte der Wahrheit ist. Denn tatsächlich wurden die Schuhe nicht nur für sondern auch in Deutschland hergestellt. Sie bilden die erste Charge, die der Konzern in seiner sogenannten „Speedfactory“ hergestellt hat, einer Produktionsstätte auf dem Gelände des Ansbacher Automobilzulieferers Oechsler, mit welcher der größte Sportkonzern Europas die Produktion von Schuhen weitgehend automatisiert und zurück in die westlichen Industrieländer holen will.

500 Paare sind im Vergleich zu den jährlich 300 Millionen Paar Sportschuhen, die Adidas im Jahr herstellen lässt, verschwindend wenig. Doch Noch-Konzern-Chef Herbert Hainer sieht in dem Konzept das Potenzial, die Herstellung von modischen Schuhen und Textilien, die seit Jahrzehnten vor allem in Asien stattfindet, zu einem Teil zurückzuholen nach Europa und auch in die USA.

Adidas Futurecraft M.F.G.: Der erste Sneaker, der in der neuen "Speedfactory" gefertigt wurde. Quelle: Adidas

Adidas Futurecraft M.F.G.: Der erste Sneaker, der in der neuen "Speedfactory" gefertigt wurde.

Bild: Adidas

Bereits im kommenden Jahr wird der Adidas-Partner Oechsler in einer neuen Fertigungsstätte in Ansbach auf dann 4600 Quadratmetern in die Serienfertigung der Roboterschuhe  einsteigen. Für deren Produktion werden wesentlich weniger Mitarbeiter benötigt als bei der herkömmlichen Herstellung, die noch zu einem großen Teil in Handarbeit geschieht. Dafür werden wohl nur noch an die 160 Mitarbeiter benötigt.

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Ebenfalls im kommenden Jahr wollen Adidas und Oechsler eine ähnliche Fabrik in Atlanta in den USA eröffnen. Hier sollen dann zunächst 50.000 Paar Schuhe hergestellt werden. Auf Sicht peilen die Partner eine jährliche Produktion von einer halben Million Schuhen pro Fabrik an – nahe an den wichtigsten Märkten und flexibel, um schnell auf Moden und Kundenwünsche reagieren zu können.

Der MFG-Schuh aus dem Hipster-Quartier bildet dazu die Vorhut – und es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass beim Berliner Marathon an diesem Wochenende ein Athlet in einem der durchnummerierten weißen Treter an den Start gehen wird.

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