Alain Caparros geht mit Rekordbilanz: Der perfekte Moment für den Rewe-Chef

Alain Caparros geht mit Rekordbilanz: Der perfekte Moment für den Rewe-Chef

, aktualisiert 28. März 2017, 11:29 Uhr
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„Wir wachsen nicht nur dynamisch beim Umsatz, wir sind auch hoch profitabel“, sagte der Rewe-Chef.

Quelle:Handelsblatt Online

Rewe-Chef Caparros tritt Mitte des Jahres ab – und geht mit einem Rekordergebnis in die Konzerngeschichte ein. Der Gewinn des Handelsriesen steigt um ein Fünftel. Selbst Branchenprimus Edeka kann da nicht mithalten.

KölnRewe-Chef Alain Caparros verabschiedet sich mit Höchstmarken bei Umsatz und Gewinn von dem Kölner Einzelhandels- und Touristikriesen. Rewe steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um fünf Prozent auf 45,6 Milliarden Euro, der Konzerngewinn kletterte um über 20 Prozent auf 463 Millionen Euro, wie die Handelskette am Dienstag in Köln mitteilte.

Rechnet man die Erlöse der selbstständigen Rewe-Einzelhändler hinzu, summierte sich der Umsatz sogar auf 54,14 (Vorjahr: 51,59) Milliarden Euro. Stärkster Wachstumstreiber im Handelsgeschäft sei das Supermarktgeschäft in Deutschland gewesen. „Die Rewe Group und ihre Unternehmen stehen heute exzellent da“, erklärte Caparros.

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Für Alain Caparros ist es der perfekte Moment für den Abschied. Er will Rewe zum 30. Juni 2017 verlassen, sein Nachfolger heißt Lionel Souque. „Mit aller Bescheidenheit kann ich sagen: Das ist ein Rekordergebnis in der Unternehmensgeschichte“, sagt der Noch-Rewe-Chef bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz nicht ohne Stolz. „Wir wachsen nicht nur dynamisch beim Umsatz, wir sind auch hoch profitabel.“

Große Freude machte Caparros dabei im abgelaufenen Jahr das gute Konsumklima. Und er formulierte es auf seine Weise: „Wenn die Verbraucher keine Zinsen für ihr Geld bei der Bank bekommen, dann leisten sie sich vielleicht eher eine gute Flasche Wein und ein größeres Steak.“

Caparros führt den Handelsriesen seit Dezember 2006. Geprägt war das abgelaufene Geschäftsjahr vom Kampf zwischen Edeka und Rewe um die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann. Sollte ursprünglich Edeka die angeschlagene Kette komplett übernehmen, hat es Rewe durch hartnäckigen Widerstand immerhin geschafft, mehr als 60 Läden in Berlin abzubekommen. Wesentlich geräuschloser wickelte Rewe zeitgleich die Übernahme von Coop Kiel mit rund 200 Märkten ab.

Doch trotz solcher Deals sind die Rollen zwischen den beiden großen deutschen Supermarktbetreibern klar verteilt. „Die Edeka ist der unumstrittene Marktführer in Deutschland und verfügt mit Netto auch über den deutlich größeren Discounter“, sagte Boris Planer, Chefökonom des auf Handel spezialisierten Marktforschungsunternehmens Planet Retail. Das heißt aber nicht, dass Rewe in dem Zweikampf chancenlos ist. „Auf der Plusseite für die Rewe stehen eine enorme Innovationskraft, ein stärkeres Engagement im Online-Handel und die Wachstumsmöglichkeiten eines europäischen Auslandsportfolios“, so Planer.

Die Auseinandersetzung um die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann habe gezeigt, dass es in Deutschland kaum noch Möglichkeiten für größere Übernahmen im Lebensmitteleinzelhandel gebe, sagte Caparros nun. Rewe müsse sich in seinem Heimatmarkt deshalb auf Wachstum aus eigener Kraft konzentrieren. Wachstumschancen im Ausland werde Rewe aber „konsequent ergreifen“.


Edeka, Lidl und Aldi mit geringeren Zuwächsen

2017 wolle der Konzern mehr als 1,7 Milliarden Euro investieren. Zum weit verzweigten Rewe-Reich gehören neben den gleichnamigen Supermärkten auch der Discounter Penny oder der Händler Billa und die DER Touristik.

„Die Rewe steht wirtschaftlich gut da und ist gestärkt aus den Wachstums- und Innovationsinitiativen der letzten Jahre hervorgegangen“, so Handelsexperte Planer. Das Unternehmen spiele eine führende Rolle bei der Entwicklung neuer Formate.

So ist die Marke „Rewe to go“ die erste Shop-Kette in Deutschland, die schwerpunktmäßig auf Convenience-Produkte setzt, wie beispielsweise vorbereitet Salate oder Snacks. Im vergangenen Jahr hat Rewe einen Kooperationsvertrag mit Aral geschlossen, der die Eröffnung von bis zu 1000 Rewe-to-go-Filialen an den Tankstellen vorsieht.

Edeka hat noch keine Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. Doch Schätzungen des Marktforschers GfK zufolge konnte der Marktführer mit dem Wachstumstempo des Konkurrenten Rewe nicht mithalten. Danach dürfte Edeka 2016 nur um rund 3,4 Prozent zugelegt haben. Zurückgefallen sind nach den GfK-Zahlen auch die Discounter: Lidl soll nur um 2,1 Prozent und Aldi Nord um 2,9 Prozent im Plus sein. Aldi Süd kam sogar nur auf ein Wachstum von 0,2 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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