British-Airways-Holding: IAG spürt den Brexit in der Business-Class

British-Airways-Holding: IAG spürt den Brexit in der Business-Class

, aktualisiert 05. Juli 2016, 18:45 Uhr
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Der Brexit wirbelt europäischen Luftverkehr durcheinander – darunter auch die British-Airways-Mutter IAG.

von Sandra LouvenQuelle:Handelsblatt Online

Der Brexit ist auch in der Luft angekommen: Die Airline-Holding IAG veröffentlicht eine enttäuschende Verkehrsstatistik für Juni. Zudem bereitet das Ferien-Chaos ihrer Billigairline Vueling Probleme.

Die Airline-Holding IAG war am Tag der Brexit-Entscheidung der größte Verlierer im spanischen Börsenindex Ibex 35. Ein Drittel des Marktwertes hat sich seitdem in Luft aufgelöst, weil das Unternehmen, zu dem Iberia, British Airways, Vueling und Aer Lingus gehören, nach dem Votum eine Gewinnwarnung heraus gab. Als Grund erklärte der Konzern, man habe schon in den Wochen vor dem Referendum gespürt, dass die Buchungen nachlassen.

Die Verkehrsstatistik für Juni, die das Unternehmen heute veröffentlicht hat, belegt das: Die Zahl der lukrativen Business-Class-Flüge ist im Juni gegenüber dem Vorjahr nur um 0,1 Prozent gestiegen, während sie in den ersten Monaten des Jahres noch deutlich zugelegt hatte. „Der Brexit ist vor allem für British Airways besorgniserregend“, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage. Das liege nicht nur an den Business Class Flügen, sondern auch daran, dass die Airline in Pfund abrechnet und die britische Währung deutlich abwertet.

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Insgesamt stieg die Zahl der pro Kilometer von den IAG-Airlines transportierten Passagiere im Juni um 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Auslastung der Flugzeuge stieg leicht auf knapp 84 Prozent.

Doch der Brexit ist nicht das einzige Problem, das der Konzern derzeit hat. Das andere sind die Chaostage bei der Billigtochter Vueling, die sich offenbar zu ehrgeizige Ziele gesetzt hat und seit Ende vergangener Woche Dutzende Flüge absagt. Betroffen sind über 8000 Passagiere, die just zu Beginn der spanischen Ferienzeit zuhause zurück bleiben. Am Flughafen in Barcelona kam es zu Tumulten, die von der Polizei geschlichtet werden mussten.

Das Unternehmen begründet die Stornierung mit den Folgen des Fluglotsenstreiks in Frankreich Anfang vergangener Woche. Der neue Airline-Chef Javier Sánchez-Prieto hat aber in einer Email an die Mitarbeiter eingeräumt, dass interne Schwächen bei der Planung die Ursache für die Probleme sind. Spanischen Medienberichten zufolge hat das Unternehmen in seinen Abläufen nicht genügend Puffer für unvorhergesehene Ereignisse oder Verspätungen eingeplant. Zum Ferienbeginn und infolge des Streiks sei dann das wackelige Gebilde zusammen gebrochen.

Das spanische Verkehrsministerium hat ein Verfahren gegen Vueling eingeleitet. Die zuständige Ministerin Ana Pastor hat die Airline-Führung gestern zum Rapport nach Madrid beordert und daran erinnert, dass ihre Behörde nicht nur Strafen verhängen, sondern auch die Fluglizenz entziehen kann.

Heute erklärte sie, Vueling müsse ab sofort bis zum Ende der spanischen Urlaubszeit im September täglich einen Notfallplan vorlegen, der beweist, dass die Gesellschaft in der Lage ist, die täglich 700 geplanten Flüge durchzuführen. Danach will das Ministerium entscheiden, welche Maßnahmen es ergreift. Die Ministerin erklärte nach ihrem Gespräch mit der Airline, es sei möglich, dass sie „eine größeres Angebot macht als sie erfüllen kann und wenn das so ist, muss sie dringend allen Kunden die Situation erklären, in der sie sich befindet.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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