Deutsche Touring: Das nächste Opfer im Fernbusmarkt

Deutsche Touring: Das nächste Opfer im Fernbusmarkt

, aktualisiert 03. April 2017, 18:14 Uhr
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Der Fernreisebus-Anbieter Deutsche Touring hat Insolvenz angemeldet – der Betrieb soll trotzdem erstmal weitergehen.

von Dieter FockenbrockQuelle:Handelsblatt Online

Der traditionsreiche Fernreisebus-Anbieter Deutsche Touring - Europabus hat Insolvenz angemeldet. Die ehemalige Tochter der Deutschen Bahn sieht sich auch als Opfer des gnadenlosen Preiskampfes.

Die Bereinigung auf dem Fernbusmarkt geht weiter. Nachdem im vergangenen Jahr Deutsche Bahn wie auch Postbus das Geschäft in Deutschland aufgegeben hatten, muss nun die fast 70 Jahre alte Deutsche Touring in die Insolvenzverwaltung. Der Betrieb wird nach Angaben des Insolvenzverwalters erst einmal aufrecht erhalten.

Profiteur von den wirtschaftlichen Problemen der wenigen verbliebenen Konkurrenten wird wohl erneut Flixbus sein. Das Start-up aus München kommt inzwischen auf einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent in Deutschland. Flixbus expandiert aber auch immer stärker in den grenzüberschreitenden Verkehr, der bisherigen Domäne von Deutsche Touring.

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Mit verschiedenen Vertrags-Busunternehmen wurde den Angaben zufolge eine Einigung erzielt. „Damit ist vorerst die reibungslose Fortführung einer Vielzahl von Buslinien sichergestellt“, heißt es in einer Mitteilung. „Wichtig ist, dass der Ticketverkauf weiterlaufen kann und die Deutsche Touring vorerst voll handlungsfähig bleibt“, erklärte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Miguel Grosser. Der Fernreisebus-Anbieter aus Eschborn bei Frankfurt betreibt nach eigenen Angaben 260 Linien und Zubringerstrecken in 34 europäischen Ländern. Die Auslandstöchter der Deutschen Touring sind ohnehin nicht von der Insolvenz betroffen.

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Durch die Übernahme des Fernbusgeschäfts der Deutschen Post ist ein deutscher Fernbus-Riese mit einem Marktanteil von 80 Prozent entstanden. Quelle: dpa

Das Unternehmen musste den Angaben zufolge wegen drohender Zahlungsunfähigkeit mit derzeit 123 Mitarbeitern den Gang zum Amtsgericht antreten. Das 1948 gegründete Unternehmen wolle sich neu aufstellen, um auch künftig in der von einem aggressiven Preiswettbewerb gekennzeichneten Branche bestehen zu können.

Die Deutsche Bahn hatte Touring im Jahre 2005 an ein spanisch-portugiesisches Buskonsortium verkauft. Ibero Eurosur hält auch heute noch knapp 83 Prozent der Anteile, der Rest liegt bei der Europäischen Reiseversicherung. Die deutsche Touring-Gesellschaft machte zuletzt 32 Millionen Euro Umsatz, ihre Auslandstöchter weitere zehn Millionen Euro.

Die Deutsche Touring GmbH zählt sich zu den bedeutenden Busgesellschaften Europas. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1948 am ersten Flughafen in Frankfurt, dem sogenannten „Luftschiffhafen am früheren Hofgut Rebstock“. Das Unternehmen installierte unter anderem als eines der ersten eine „Business Class“. Die Deutsche Touring spielt auch eine führende Rolle im Eurolines-Verbund, der 1985 gegründet wurde. Unter dem Markendach Eurolines arbeiten viele Buspartner zusammen. Das Netz umfasst 160 Abfahrtsorten in Deutschland und 900 Destinationen in 34 Ländern Europas. Deutsche Touring betreibt auch zwei eigene Busbahnhöfe in Hannover (ZOB) und Stuttgart (Airport Bus Terminal).

Quelle:  Handelsblatt Online
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