Eurowings: Ufo kündigt neue Streiks für nächste Woche an

Eurowings: Ufo kündigt neue Streiks für nächste Woche an

, aktualisiert 27. Oktober 2016, 12:43 Uhr
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Die Gewerkschaft Ufo will in der kommenden Woche erneut in den Ausstand treten.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem 24-stündigen Ausstand bei Eurowings heute will die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo in der kommenden Woche erneut an zwei Tagen streiken. Konzernmutter Lufthansa prüft nun rechtliche Schritte gegen Ufo.

Berlin/DüsseldorfDie Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will in der kommenden Woche an zwei Tagen zu weiteren Streiks bei der Lufthansa-Tochter Eurowings aufrufen. Das sagte Ufo-Vorstand Nicoley Baublies am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Zuvor hatte der Streik bei Eurowings am Donnerstag einen großen Teil des Flugbetriebs der Lufthansa-Tochter lahmgelegt. Nach Angaben der Airline fielen nahezu alle innerdeutschen Flüge aus. Auch im Europa-Verkehr sollte es erhebliche Behinderungen geben. Insgesamt wurden 393 von 551 geplanten Eurowings-Flügen vor allem in Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart, Hamburg und Berlin gestrichen.

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Von den insgesamt betroffenen knapp 40.000 Passagieren seien allerdings fast alle noch in der Nacht rechtzeitig informiert worden, sagte der Eurowings-Sprecher. Nur etwa 1000 seien am Vormittag noch zu den Flughäfen gekommen, um auf andere Linien oder die Bahn umzubuchen. Grund ist ein ganztägiger Streik der Kabinengewerkschaft Ufo bei den Teilgesellschaften Eurowings GmbH und der größeren Germanwings. Sie betreiben zusammen 81 der insgesamt 92 Flugzeuge, die unter dem Markennamen Eurowings beworben werden.

Die Lufthansa-Tochter prüft wegen des 24-Stunden-Streiks auch den Gang zum Arbeitsgericht. „Wir werden jetzt juristisch untersuchen, wer für diesen Streik die Verantwortung trägt und behalten uns entsprechende rechtliche Schritte vor“, sagte ein Eurowings-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Streik sei unverhältnismäßig.

Ufo habe einen scheinbaren Konflikt um Teilzeitmodelle genutzt, um neben der kleineren Eurowings GmbH (23 Jets) auch die größere Teilgesellschaft Germanwings (58 Maschinen) „über Nacht und ohne jede Vorwarnung streikfähig zu machen“, sagte der Sprecher. In der Praxis würde aber fast alle Teilzeitwünsche von Mitarbeitern ohnehin erfüllt. Ende 2015 hatte die Eurowings-Mutter Lufthansa vor dem Arbeitsgericht einen Flugbegleiter-Streik teilweise stoppen können. Das Gericht hatte die Streikmaßnahmen vorübergehend untersagt - in dem Fall, weil die Tarifziele nicht klar benannt waren.


Gewerkschaft bittet Passagiere um Verständnis

Ufo-Vorstand Nicoley Baublies reagierte gelassen auf die Ankündigung. Die Arbeitsgerichte hätten ständig mit solchen einstweiligen Verfügungen zu tun, sagte er dem SWR: „Das machen Arbeitgeber heutzutage leider standardmäßig, statt sich inhaltlich auseinanderzusetzen.“ Ufo sei gut vorbereitet, „wir haben uns nichts vorzuwerfen“. Im ZDF verteidigte Baublies den Streik. „Am Ende stehen bei beiden die gleichen Ziele und das gleiche Management dahinter“, sagte Baublies. Sollte die Fluggesellschaft kein Entgegenkommen zeigen, könne es zu weiteren Streiks kommen.

Wegen des Streiks bot die Linie den betroffenen Kunden kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an und wollte auch Flugzeuge anderer Gesellschaften anzumieten, um Fluggäste aus Urlaubsgebieten zurückholen zu lassen. Nicht bestreikt werden die Langstreckenflüge der Marke Eurowings.

Ausgangspunkt des Streiks waren die gescheiterten Tarifgespräche bei der Düsseldorfer Eurowings GmbH. In den Verhandlungen bis in den Mittwochmorgen hatten sich Ufo und das Unternehmen nicht auf ein Schlichtungsverfahren einigen können.

Am Mittwochabend hatte Ufo dann das Streik-Szenario noch auf die größere Konzernschwester Germanwings ausgeweitet, indem man dort die offenen Tarifgespräche zur Teilzeit für gescheitert erklärte und somit auch dort in den Arbeitskampf einsteigen kann. In einem Schreiben auf der Ufo-Homepage bat die Gewerkschaft die betroffenen Passagiere um Verständnis. Man hätte gerne auf die Arbeitskampfmaßnahmen verzichtet, weil man sich Passagieren und auch dem Arbeitgeber verbunden fühle.

Quelle:  Handelsblatt Online
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