Kaufhof-Eigner: Investor gibt Hudson's Bay Zunder

Kaufhof-Eigner: Investor gibt Hudson's Bay Zunder

, aktualisiert 20. Juni 2017, 00:40 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Jonathan Litt gefällt es nicht, dass Hudson's Bay auf Einzelhandel setzt. Der Investor will das Unternehmen offenbar dazu bewegen, sich stärker auf seine Immobilien zu konzentrieren. Sein Brief hat Folgen an der Börse.

Der nordamerikanische Kaufhof-Eigner Hudson's Bay (HBC) gerät wegen seines Engagements im Einzelhandel unter Druck eines Anlegers. Wenn der Konzern an diesem Geschäftszweig festhalten wolle, solle er sich von der Börse verabschieden, forderte der für sein aggressives Geschäftsgebaren bekannte Anteilseigner Jonathan Litt am Montag in einem CNBC-Interview.

Zuvor hatte Litt ein einem Brief an HBC verlangt, das Unternehmen solle sich weniger auf sein Warenhausgeschäft konzentrieren und stattdessen aus seinem umfangreichen Immobilienbesitz Profit schlagen. Zu Hudson's Bay gehört vor allem die US-Einzelhandelskette Saks Fifth Avenue mit ihrer Vorzeige-Filiale auf der gleichnamigen Straße in Manhattan.

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"Wenn es einen schlaueren und besseren Nutzen für einige oder alle Standorte gibt, sollten Filialen geschlossen, modernisiert und optimal genutzt werden", schrieb Litt. Der ehemalige Citigroup-Analyst hält über seinen auf den Immobiliensektor konzentrierten Hedgefonds Land & Buildings laut dem jüngsten Schreiben 4,3 Prozent an HBC.

Das ist die Hudson's Bay Company

  • Die Geschichte

    Die Hudson´s Bay Company ist Kanadas größtes Kaufhaus und gilt als ältestes Unternehmen Nordamerikas. Die Geschichte von HBC begann 1670, als Charles II von England der Company Eigentum über Land und Bodenschätze in Kanada übertrug. Der damals vollständige Name der Unternehmung: „The Governor and Company of Adventurers of England trading into Hudson´s Bay“.

    Rund 200 Jahre kontrollierte HBC vor allem den lukrativen Handel mit Pelzen, dann kaufte Kanada der Gesellschaft die Rechte wieder ab. HBC änderte daraufhin die Ausrichtung, stieg in den Großhandel ein und versorgte Siedler. Auch in der Schifffahrt und im Handel mit Öl und Gas war HBC tätig, bevor sich die Gesellschaft in den 1990er Jahren wieder auf den klassischen Einzelhandel konzentrierte.

    Die Hudson’s Bay Company fokussierte sich stets auf Aktivitäten in Kanada und Nordamerika - bis 1970 war ihr Sitz aber London.

  • Der Chef

    Die Historie der HBC ist derart eng mit der Kanadas verknüpft, dass seine Chefs bis heute Gouverneure heißen. Heute hat diesen Posten der US-Amerikaner Richard Baker inne, der das Unternehmen 2008 erwarb. Baker gilt als strategischer und ehrgeiziger Konzernlenker  

  • Die Expansion

    Schon vor der HBC-Übernahme hatte Baker 2006 amerikanisch Traditionskaufhauskette Lord & Taylor für knapp eine Milliarde Euro gekauft und das Geschäft durch Beleihung der Immobilien finanziert. Auch den vollständigen Kauf der Hudson’s Bay Company im Jahr 2008  finanzierte Baker hauptsächlich durch Schulden. Für rund 2,2 Milliarden Euro kaufte HBC 2013 schließlich die amerikanische Nobelkette  Saks Fifth Avenue  und deren Ableger OFF 5th. Erneut die entscheidende Geldquelle: beliehene Immobilien. 2015 machte der Konzern klar, in Zukunft auch außerhalb des nordamerikanischen Marktes wachsen zu wollen - durch Zukäufe wie Kaufhof. Neuestes Projekt ist die Einführung der Discount-Luxuskette Saks Off 5th in Deutschland.

  • Die Unternehmen

    Neben der namensgebenden Hudson’s Bay Company gehören zum HBC-Imperium eine ganze Reihe von Handelsunternehmen in Nordamerika. In Kanada ist es die Einrichtungshauskette Home Outfitters. In den USA hat HBC das Luxuskaufhaus Lord & Taylor, die Edelkaufhauskette Saks Fifth Avenue und deren Discount-Designer-Ableger Saks Fifth Avenue OFF 5th übernommen.

  • Die Immobilien

    Als starkes Rückgrat der Hudson’s Bay Company gelten die Warenhausimmobilien im  Besitz des Konzerns. Ihr Wert wird auf etwa 9,6 Milliarden kanadische Dollar geschätzt, rund 6,7 Milliarden Euro. Allein der Saks Fifth Avenue Flagship Store in New York soll mehr als drei Milliarden Euro wert sein.

  • Die Umsätze

    Mit Saks Fifth Avenue, der Kernmarke Hudson's Bay, der Modekette Lord & Taylor und dem Haushaltswarenhändler Home Outfitters machte HBC zuletzt einen Umsatz von gut neun Milliarden Euro und rund 420 Millionen Euro Gewinn.

  • Saks Fifth Avenue und Saks Off 5th

    Der erste Laden der amerikanischen Luxux-Kaufhauskette wurde 1924 von Horace Saks zusammen mit einer Geschäftspartner auf der New Yorker 5th Avenue eröffnet. 1992 gründete das Unternehmen sein erstes Outletgeschäft in Pennsylvania. Als 1995 weitere Läden eröffnet werden sollten, wurde das Geschäft in Saks Off 5th umbenannt. 2013 übernahm HBC das Unternehmen. Im Jahr 2016 gab es weltweit 41 Fililalen von Saks Fifth Avenue und 117 von Saks Off 5th.

Hudson's Bay erklärte, Litts Schreiben werde geprüft. Der nordamerikanische Konzern wurde 1670 gegründet, hatte 2015 den Sprung nach Europa gewagt und Kaufhof vom Handelsriesen Metro übernommen.

HBC-Aktien schossen in Toronto mehr als 15 Prozent nach oben.

Deutschlands beliebteste Waren- und Kaufhäuser

  • Platz 5

    Mit 2,05 Millionen Besucher in sehcs Monaten kommt Breuninger auf Rang 5 der Waren- und Kaufhäuser in Deutschland

    Zur Umfrage: Das Ergebnis einer Umfrage zu den beliebtesten Waren- und Kaufhäusern in Deutschland zeigt, wie viele Menschen innerhalb von sechs Monaten im vergangenen Jahr in den verschiedenen Warenhäusern eingekauft haben.

    Quelle: Statista / IFAK, Ipsos

  • Platz 4

    Strauss Innovation landet 2014 auf dem vierten Platz der beliebtesten Waren- und Kaufhäuser mit rund vier Millionen Kunden in sechs Monaten.

  • Platz 3

    Platz drei geht mit rund 8,4 Millionen Kunden an die Einzelhandelskette Woolworth mit rund 260 Filialen in Deutschland.

  • Platz 2

    Mit einer Kundschaft von 17,35 Millionen hat es die Karstadt Warenhaus GmbH mit Sitz in Essen auf Platz zwei der beliebtesten Kaufhäuser geschafft.

  • Platz 1

    Die meisten Kunden konnte die Galeria Kaufhof in sechs Monaten im Jahr 2014 in ihre Filialen locken. Rund 21,72 Millionen Deutsche über 14 Jahre haben dort eingekauft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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