Nach dem Amoklauf: OEZ München bemüht sich um Normalität

Nach dem Amoklauf: OEZ München bemüht sich um Normalität

, aktualisiert 25. Juli 2016, 15:14 Uhr
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Gedenken an die Opfer vor dem Olympia Einkaufszentrum.

Quelle:Handelsblatt Online

Drei Tage nach dem Amoklauf öffnet das Olympia Einkaufszentrum in München wieder seine Tore. Bei Mitarbeitern gab es offenbar schon länger Angst vor Anschlägen, der Kaufhaus-Betreiber verspricht nun mehr Sicherheit.

DüsseldorfSeit Montagmorgen um 10 Uhr hat das Olympia Einkaufszentrum (OEZ) in München wieder für Kunden geöffnet. „Die meisten Geschäfte haben den Betrieb wieder aufgenommen“, sagt Robert Heinemann, Senior Director Center Management von der Betreibergesellschaft ECE. Doch es wird kein Tag wie jeder andere, nicht nur die Blumen vor dem Eingang signalisieren, dass der Weg zur Normalität weit ist.

Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse ist noch frisch: Am vergangenen Freitagabend hatte ein 18-Jähriger zunächst in und vor einem Schnellrestaurant gegenüber dem Einkaufszentrum acht Menschen erschossen, im Anschluss hatte er im OEZ einen Passanten getötet, bevor er sich auf der Flucht vor der Polizei selbst umgebracht hatte.

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„Unsere Mieter müssen heute ihre Läden nicht öffnen, es war aber von fast allen der Wunsch, so schnell wie möglich wieder zur Realität zurückzukehren“, so ECE-Manager Heinemann. Lediglich rund zehn Läden blieben zunächst geschlossen, könnten im Laufe des Tages aber ebenfalls wieder den Betrieb aufnehmen. Die Polizei hatte der ECE bereits am Samstagabend die Erlaubnis erteilt, das Kaufhaus wieder zu öffnen.

Auch auf Facebook, wo der Betreiber über die Wiedereröffnung informiert hatte, habe man größtenteils positives Feedback erhalten, so Heinemann. Nicht alle können so schnell wieder umschalten: Für Krankmeldungen einiger Zentrums-Mitarbeiter habe ECE volles Verständnis, heißt es.

Vor der Wiedereröffnung gab es um 9.30 Uhr einen Gedenkgottesdienst für die Opfer, Verletzten und deren Angehörige. Rund 200 Personen haben nach Schätzungen der ECE daran teilgenommen. Zudem liegt im OEZ ein Kondolenzbuch aus. Um traumatisierte Angestellte kümmert sich den ganzen Tag ein Kriseninterventionsteam (KIT).


Keine Vorbereitung auf Amokläufe

Unter den Beschäftigten war die Angst vor einem Amoklauf offenbar schon länger ein Thema: Die Mitarbeiterin eines Geschäfts eines anderen ECE-Centers sagt, dass sie schon vor dem Amoklauf in München oft mit den Kollegen und Kolleginnen über die Möglichkeit eines Anschlags im eigenen Einkaufszentrum gesprochen habe. Vor allem vor einem Vorfall in der Weihnachtszeit sorge man sich, da die Center dann regelmäßig extrem voll seien.

Schulungen zur Reaktion auf Anschläge habe es aber nie gegeben. Laut ECE-Manager Heinemann gibt es zwar regelmäßige Katastrophen-Übungen, Amokläufe habe man bisher aber noch nicht simuliert. Dennoch hätten die Betroffenen in München gut reagiert, sagte Heinemann. Beispielsweise habe der Betreiber einer Kaufhof-Filiale geistesgegenwärtig das Rolltor zum Geschäft heruntergefahren.

Allerdings musste Heinemann einräumen, dass sich die Lage von Laden zu Laden unterschiedlich darstellt. Einige Geschäfte verfügen beispielsweise nicht über ein solches Rolltor wie die Kaufhof-Filiale. Auf Internetvideos war zu sehen, wie sich in München Mitarbeiter und Kunden hinter Glaswänden in Geschäften verbarrikadiert hatten, während Polizisten mit gezogener Waffe das Olympia-Einkaufszentrum durchkämmten.

Die Kaufhausbetreiber haben bereits angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen an ihren deutschen Standorten infolge der Ereignisse zu erhöhen. So soll beispielsweise mehr Wachpersonal vor Ort sein als bislang, zudem stehe man in engem Kontakt mit der Polizei. Nähere Angaben wollte Robert Heinemann dazu aber nicht machen. „Wir wollen möglichen weiteren Tätern oder Nachahmern keine Möglichkeit geben, sich über unsere Sicherheitsvorkehrungen zu informieren“, so der ECE-Manager.

Die Stelle im Kaufhaus, an der der Täter sein achtes Opfer erschoss, wird nicht durch Blumen oder andere Beileidsbekundungen gekennzeichnet, auch Absperrungen wird es dort nicht geben. Wer Anteil nehmen will, kann Blumen und Kerzen im Freien vor dem OEZ niederlegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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