Nike-Chef Edwards: "Wir sind Nummer eins im Fußball"

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InterviewNike-Chef Edwards: "Wir sind Nummer eins im Fußball"

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Nike-Chef Trevor Edwards: "Unser Fußballgeschäft stagniert nicht. Wir sind die Nummer eins, das schließt Deutschland mit ein."

von Peter Steinkirchner

Im Interview erklärt Trevor Edwards, der Chef der Marke Nike, warum er sein Unternehmen vor dem Konkurrenten Adidas sieht und verrät, wie es mit dem Sportausrüster weitergeht.

WirtschaftsWoche: Mr. Edwards, Nike verlangt für sein neuestes Fußballschuhmodell Mercurial Superfly, das etwa der portugiesische Starkicker Cristiano Ronaldo trägt, 275 Euro. Warum ist der so teuer?

Edwards: 275 Euro kostet das Spitzenmodell, wir bieten den Schuh in weiteren Varianten an, die günstigste für 70 Euro. Im Mercurial Superfly haben wir wie bei unserem Modell Magista unsere neuesten Entwicklungen eingesetzt. Bei beiden setzen wir etwa auf unsere Flyknit-Technik, bei der das Oberteil der Schuhe aus einzelnen Fasern regelrecht gestrickt wird. Der Schuh reicht bis zum Knöchel und sitzt praktisch wie ein Strumpf. Außerdem verwenden wir für den Mercurial Superfly eine Sohle aus Karbonfaser, was den Schuh sehr leicht macht.

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Zur Person

  • Trevor Edwards

    Trevor Edwards, 51, ist globaler Markenchef von Nike. Der gebürtige Londoner ist ein Kandidat für die Nachfolge von Vorstandschef Mark Parker, der den weltgrößten Sportkonzern seit 2006 führt. Der Nike-Konzern setzte zuletzt 25,3 Milliarden Dollar um.

Sollen solche Preise ausgleichen, dass der Fußballmarkt in Deutschland laut Sportartikelhändlern stagniert?

Unser Fußballgeschäft stagniert nicht. Wir sind die Nummer eins, das schließt Deutschland mit ein. Wir wachsen in allen großen Märkten. Und dazu tragen neue Modelle wie der Mercurial Superfly bei.

Adidas will vor allem dank der WM in Brasilien 2014 mehr als zwei Milliarden Euro im Fußballgeschäft umsetzen und sieht sich als Nummer eins. Nike setzt mit Fußball erst 1,4 Milliarden Euro um. Wieso beanspruchen Sie die Marktführerschaft?

Unterschiedliche Marken zählen in ihren Sportarten unterschiedliche Produkte zum Umsatz, das macht Vergleiche schwierig. Wir beziehen uns auf die Zahl der verkauften Fußballschuhe, das ist eine klare Größe. Und da sehen wir uns als Marktführer.

Was erwarten Sie von der WM?

Bei der WM rüsten wir zehn Nationalteams mit Trikots aus, mehr als jede andere Marke. Das verschafft uns einen großen Vorteil, denn als Hersteller gewinnt man bei der WM bereits, bevor das erste Spiel angepfiffen wird. Je mehr Hoffnung die Fans auf den Titel haben, um so mehr Trikots kaufen sie. Für uns ist das eine großartige Gelegenheit, denn wir statten ja unter anderem das Team des Gastgebers Brasilien aus.

Nike hat 2012 und 2013 in Europa bei Umsatz und Marktanteilen stark zugelegt. Haben Sie hier vorher geschlafen?

Dass unser Europageschäft gut läuft, liegt an zwei Dingen. Erstens konzentrieren wir uns vor allem uns auf Fußball, Basketball, Running und Frauen-Fitness. Zweitens arbeiten wir jetzt in Europa mit einer gemeinsamen Strategie für alle Märkte.

Der Ausrüstervertrag zwischen Manchester United und Ihnen läuft bald aus. Ist ManU überhaupt noch attraktiv genug für Nike, nachdem sie derzeit in der englischen Liga nur Siebter sind?

Wir befinden uns in Gesprächen mit Manchester United und kommentieren deshalb das Thema zurzeit nicht.

Sie haben gerade in Berlin zwei neue Läden aufgemacht. Wird Nike weitere Shops eröffnen? Bislang halten Sie sich da ja im Vergleich zu Adidas spürbar zurück.

Ja, wir werden künftig weitere Geschäfte in Europa eröffnen, Ende Mai etwa ein weiteres in Berlin. Einige dieser Läden haben einen Schwerpunkt auf bestimmte Sportarten. So arbeiten wir bei dem „House of Hoops“-Konzept mit Schwerpunkt Basketball mit der Kette Footlocker zusammen. Und unser Laden in Berlin-Mitte bietet vor allem Laufprodukte an. Dazu organisieren wir dort Kundenveranstaltungen wie einen Nachtlauf durch die Stadt nur für Frauen.

Es kursiert das Gerücht, Nike wolle die Produktion seines Fitness-Messgerätes Fuelband beenden. Ist da was dran?

Wir werden weiterhin Fuelbands verkaufen und unterstützen.

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Aber Nike stellt sie nicht mehr selbst her?

Wir haben noch genügend Produkte und verkaufen sie weiter. Heute nutzen 28 Millionen Kunden weltweit Nike+, um ihre Aktivitäten zu messen und im Netz zu teilen. Wir wollen die Zahl auf mehr als 100 Millionen steigern. Als wir Fuel erfanden, ging es primär darum, Menschen zu motivieren, sich zu bewegen, nicht um die Herstellung eines Armbands. Deshalb wollen wir stärker mit Partnern arbeiten, um die Verbreitung von Fuel schneller zu steigern.

Mit welchen Partnern?

Wir pflegen seit Langem eine Partnerschaft mit Apple. Und gerade haben wir unser Nike+Fuel-Lab in San Francisco eröffnet. Dort arbeiten wir mit Partnern aus der Digitalszene an Angeboten rund um Fuel. Einzelheiten dazu sind noch vertraulich.

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