Shopping Center: Einkaufszentren in der Krise

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Shopping Center: Einkaufszentren in der Krise

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Während einige Einkaufszentren wahre Goldgruben sind, ringen andere mit schweren Problemen.

von Stephan Happel

Der Boom bei großen Shopping Centern ist vorbei. Inzwischen ist der Markt fast gesättigt, neue Einkaufszentren eröffnen höchstens in kleinen Städten. Die Branche steht vor einem Verdrängungswettbewerb.

Liveband, Kinderbelustigung, warme Worte. Zum großen Richtfest der Neutor Galerie hat es Dinslaken Anfang April krachen lassen. Tausende von Neugierigen wollten sich das Shopping Center ansehen. "Wir werden hier ein Einkaufszentrum bauen, dass die Kaufkraft nach Dinslaken zurückbringt", rief Bürgermeister Michael Heidinger den Massen freudig zu.

70.000 Einwohner hat die Stadt am Niederrhein. Sie bekommen bald ein Einkaufzentrum mit 22.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 85 Geschäften. In einer "1A-Innenstadtlage", wie der Bauherr sagt. Viel Pracht für eine Stadt dieser Größe, die Dank ihrer Nähe zum Ruhrgebiet eigentlich gut versorgt ist.

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Dinslaken ist der Prototyp für die Entwicklung auf dem Markt der Shopping Center. Denn der ist mit aktuell gut 460 Zentren über 10.000 Quadratmeter fast gesättigt. Jetzt suchen die Betreibergesellschaften nach den letzten weißen Flecken auf der Landkarte. Orte, an denen sich ein Neubau noch lohnt.

Tendenz zu kleineren Centern

Die zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. "Die Branche wächst deutlich langsamer", sagt Marco Atzberger vom EHI Retail Institute. Sieben Shopping Center wurden laut des im Mai erscheinenden EHI-Branchenberichts 2013 eröffnet. Für 2014 sind neun Neueröffnungen geplant. Ob die Termine alle eingehalten werden, ist unsicher.

Vor fünf Jahren machten noch doppelt so viele Zentren neu auf. Und zwischen 1995 und 2000 explodierte die Zahl gar von 197 auf 297.

Auffällig ist, dass die neuen Center kleiner sind als früher. Weit mehr als die Hälfte der Neueröffnungen sind zwischen 10.000 und 20.000 Quadratmetern groß. Ikea hat kürzlich eines der wenigen neuen großen Einkaufszentren eröffnet: Das 50.000 Quadratmeter große Luv Shopping in Lübeck. Anders als in den europäischen Nachbarländern sollen dem Ikea-Shopping-Center vorerst keine weiteren folgen. Begründung der Schweden: In Deutschland ist kein Platz mehr.

"Wir sind an einem Punkt, an dem in jeder Großstadt bereits ein oder mehrere Shopping Center eröffnet haben", sagt Branchenkenner Atzberger. "Selbst in den meisten prägnanten Mittelstädten gibt es schon eins." Im vergangenen Jahr kamen unter anderem Mettmann, Meppen und Friedrichsdorf hinzu.

Wettrüsten der Mittelstädte

Das auch kleinere Städte großes Interesse an einem Shopping-Center haben, ist kein Wunder. Sie wollen verhindern, dass noch mehr Kaufkraft an die größeren Nachbarstädte verloren geht. Die Crux bei der Sache: "Das geht nur so lange gut, bis auch in der Nachbarstadt eines eröffnet", sagt Atzberger. Dann nehmen sich die Städte die Kundschaft aus dem weiteren Einzugsbereich weg. Und allein mit der Kundschaft einer Mittelstädte können Shopping Center nur schwer überleben.

Problematischer wird es noch, wenn direkt in der gleichen Stadt ein zweites Center seine Türen öffnet. In Hagen entsteht nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Volme Galerie entfernt die Rathaus Galerie. Ob die Stadt zwei Shopping-Center braucht, ist unklar. Zumindest die großen Händler benötigen offenbar nur eines. Der wichtige Ankermieter Saturn hat angekündigt, mit der Eröffnung von der Volme in die Rathaus Galerie zu wechseln. Andere wollen folgen.

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