Tarifstreit: Lufthansa und Piloten brauchen mehr Zeit

Tarifstreit: Lufthansa und Piloten brauchen mehr Zeit

, aktualisiert 01. August 2016, 12:18 Uhr
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Im Tarifkonflikt wollen beide Seiten länger verhandeln.

Quelle:Handelsblatt Online

Ist es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Die Piloten und die Lufthansa brauchen für ihren komplizierten Tarifkonflikt mehr Zeit. Die Verlängerung der Verhandlungen muss kein böses Omen sein.

FrankfurtDie Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit verlängern ihre Tarifverhandlungen bis Ende der Woche. Da noch nicht alle Punkte ausreichend diskutiert werden konnten, haben sich beide Seiten entschlossen, die Gespräche bis zum 5. August fortzusetzen, teilten die Lufthansa und Cockpit am Montagvormittag mit. Ursprünglich sollten die seit Monaten hinter verschlossenen Türen geführten Verhandlungen Ende Juli unter Dach und Fach sein.

Welche Details noch offen sind, dazu machten die beiden Tarifpartner keine Angaben. Wie schon bisher haben sie auch für die weiteren Verhandlungstage Stillschweigen vereinbart. Aber die Verlängerung muss nicht zwangsläufig auf eine Zuspitzung der Gespräche hindeuten: Die Tatsache, dass lediglich fünf Tage verlängert wird, signalisiert eher, dass man den Konflikt für grundsätzlich lösbar hält.

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Ein Grund für die Verschiebung dürfte zum Beispiel sein, dass sich die Flugzeugführer ein besseres Bild über den wirtschaftlichen Zustand der Lufthansa machen wollen. Die Fluggesellschaft zieht am Dienstag Bilanz über die Geschäfte des zweiten Quartals. Die Vorzeichen stehen schlecht, da der Konzern wegen des Ausbleibens von Buchungen für Langstreckenflüge nach Europa vor anderthalb Wochen bereits die Gewinnprognose für dieses Jahr kassierte. Als Grund nannte Vorstandschef Carsten Spohr unter anderem die jüngsten Serie von Anschlägen in Europa.

Der Tarifstreit der Kranich-Airline mit ihren 5000 Piloten zieht sich bereits seit vier Jahren hin. Im Kern geht es neben der Erhaltung der Frühpension auch um die Kurs der Lufthansa. Vorstandschef Carsten Spohr forciert den Ausbau der neuen Billigflugtochter Eurowings, den Cockpit nicht gutheißt. Im Herbst verbot ein Gericht der Pilotengewerkschaft, wegen der Opposition gegen Eurowings zu streiken. Bis dahin hatten sie die Arbeit 13 Mal niedergelegt.

Ein anderer lange Zeit schwelender Arbeitskonflikt wurde Anfang Juli so gut wie beigelegt: Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo ist in einer Schlichtung ein langfristiger neuer Tarifvertrag vereinbart worden. Allerdings muss das Kabinenpersonal der Schlichtungsvereinbarung noch in einer Urabstimmung zustimmen, die bis zum 10. August läuft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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