Verdi gegen Amazon : Jetzt sollen die Konsumenten streiken

Verdi gegen Amazon : Jetzt sollen die Konsumenten streiken

, aktualisiert 22. Dezember 2015, 14:20 Uhr
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Nun fordert Verdi die Konsumenten auf, zu streiken.

Verdi ruft erneut zum Streik auf. Diesmal sollen die Kunden Waren bei Amazon bestellen – und die Produkte auf Kosten des Onlinehändlers wieder zurückschicken. So will die Gewerkschaft Tarifverhandlungen erzwingen.

Verdi will die Tarifverhandlungen mit Amazon mit allen Mitteln erzwingen. Erst am Montag hat die Gewerkschaft Mitarbeiter in sieben von neun deutschen Logistikzentren dazu aufgefordert, die Arbeit in der Vorweihnachtszeit niederzulegen.

Jetzt sollen auch die Kunden aufbegehren. Auf einer Internetseite von Verdi teilt die Gewerkschaft den Aufruf des Streik-Soli-Bündnis Leipzig zum Konsumentenstreik. "Dies ist kein Boykott", heißt es dort. Der Streik seitens der Konsumenten sei vielmehr ein Zeichen der Solidarität.

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Verdi fordert gemeinsam mit dem Streik-Soli-Bündnis Leipzig die Kunden auf, bei Amazon Produkte im Wert von mindestens 40 Euro zu bestellen. Denn der Onlinehändler hat sich vertraglich verpflichtet, ab einem Warenwert in Höhe von 40 Euro Hin- und Rücksendung zu zahlen. Dann soll der Kunde ein Solidaritätsschreiben in das Paket legen. Wie gewohnt das Retour-Formular ausdrucken, aufkleben und das Paket innerhalb von zwei Wochen zurückschicken. Damit nachvollzogen werden kann, wie erfolgreich der Streik ist, sollen die Konsumenten als letzten Schritt ein Foto der Grußbotschaft an die Gewerkschaft schicken.

So viele Amazon-Mitarbeiter streiken

  • Bad Hersfeld

    Die Gewerkschaft in Bad Hersfeld erwartet, dass sich täglich 500 Mitarbeiter aus beiden Logistikzentren am Streik beteiligen werden. In Bad Hersfeld beschäftigt Amazon laut Gewerkschaft 3000 Mitarbeiter unbefristet und etwa 1000 Saisonkräfte. Der Streik soll voraussichtlich bis einschließlich Dienstag (22.12.2015) dauern.

  • Graben

    Die Vertreter der Gewerkschaft in Graben erwarten, dass täglich etwa 400 Mitarbeiter bis Heiligabend streiken werden. Zur Stammbelegschaft in Graben gehören 1600 Angestellte.

  • Koblenz

    Die Gewerkschaft schätzt, dass in Koblenz bis Heiligabend pro Tag etwa 200 Angestellte streiken werden. Dort gibt es laut Verdi 1200 Festangestellte sowie 1600 Saisonkräfte.

  • Leipzig

    In Leipzig geht Verdi davon aus, dass etwa 450 Mitarbeiter die Arbeit niederlegen werden. In Leipzig streiken die Angestellten vorerst nur am Montag. Amazon beschäftigt in Leipzig laut Gewerkschaft 1800 festangestellte Mitarbeiter. In der Weihnachtszeit arbeiten im Logistikzentrum etwa 1000 Saison-Arbeitskräfte.

  • Rheinberg

    Im Logistikzentrum in Rheinberg streiken laut Verdi in der Früh- und in der Spätschicht jeweils 250 Angestellte. In Rheinberg beschäftigt Amazon etwa 1700 Arbeitskräfte – fast 80 Prozent unbefristet. In Rheinberg sollen die Streiks bis einschließlich Donnerstag andauern.

  • Werne

    In Werne haben während der Frühschicht (21.12.2015) etwa 80 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Inklusive Saisonkräfte sind im Logistikzentrum in Werne laut Verdi 2000 Arbeitskräfte eingestellt. Der Streik dauert voraussichtlich bis Heiligabend.

Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der Amazon jedes Jahr neue Rekordumsätze erwirtschaftet, will Verdi den Onlineriesen mit diesem Aufruf einschüchtern – und zu Tarifverhandlungen bewegen. "Die unprofitable Mehrarbeit verstärkt den ökonomischen Druck auf den Konzern", heißt es auf einer Internetseite von Verdi. "Noch erscheint der Gegner übermächtig, doch wir sind viel mehr. Erkennen und nutzen wir diese Stärke", ermutigt Verdi die Kunden von Amazon.

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Amazon gibt sich gelassen. "Das ist eine Aktion, die man generell nicht gutheißen kann. Wir konzentrieren uns aber lieber darauf, Pakete pünktlich zu liefern", sagt eine Sprecherin auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online. Am 14. Dezember hat der Onlinehändler mit 5,4 Millionen verkauften Produkten trotz Streik einen neuen Rekordumsatz in Deutschland gemacht.

Seit 2013 versucht Verdi mit Amazon Tarifverhandlungen zu führen. Die Gewerkschaft fordert, dass der Onlineriese Mitglied des Einzelhandel-Tarifvertrages wird. Derzeit bezahlt Amazon seine Lagermitarbeiter auf dem Niveau des Logistik-Tarifvertrages – ohne diesen aber bisher unterschrieben zu haben. Beim Einzelhandel-Tarifvertrag würden die Angestellten 20 Prozent mehr Lohn bekommen und den Schutz der Vertragsklauseln erfahren.

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