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Hotel: Nächste Runde im Kampf ums Adlon

von Daniel Schönwitz

Trotz der spektakulären Abstimmungsniederlage wollen die Gegner von Fondsinitiator Anno August Jagdfeld weiter kämpfen

Die Fassade des Hotels Adlon, Quelle: dpa
Die Fassade des Hotels Adlon, aufgenommen am Samstag (27.08.2011) in Berlin. Im Streit hinter den Kulissen des Berliner Luxushotels Adlon hat sich der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld durchgesetzt. Der Unternehmer ist persönlich haftender Gesellschafter der Jagdfeld Hotel Adlon Fundus Fonds. Ein Teil der Anleger dieses Fonds hatte versucht, Jagdfeld zu entmachten. Auf einer Gesellschafterversammlung scheiterten sie jedoch in der Nacht zum Samstag. Foto: Jörg Carstensen dpa/lbn (c) dpa - Bildfunk Quelle: dpa
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Damit ist klar: Der Immobilienmogul bleibt Geschäftsführer des Fundus Fonds 31, dem das Berliner Nobelhotel Adlon gehört. Vertreter der Schutzgemeinschaft kündigten allerdings gegenüber wiwo.de an, weiterhin für einen Rückzug Jagdfelds zu kämpfen. „Wir haben eine Schlacht verloren, aber der Krieg ist noch lange nicht vorbei“, hieß es. Die Fondsrebellen setzen jetzt vor allem auf einen Gerichtsprozess, der beim Landgericht Aachen anhängig ist.

Richter verhandeln

Dort geht es bereits in wenigen Wochen, am 27. September, in die nächste Runde. An diesem Tag verhandeln die Aachener Richter über mehrere Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen 2009 und 2010. Vor allem geht es um den umstrittenen Pachtverzicht für die „Adlon Holding“, die Bars, Clubs und Restaurants auf dem Hotelgelände betreibt – und die der Familie Jagdfeld gehört. Jagdfeld habe den Pachtverzicht in Millionenhöhe durchgewunken, obwohl er als Geschäftsführer verpflichtet gewesen wäre, die Interessen des Fonds zu vertreten, monieren die kritischen Anleger.

Doch selbst wenn die Richter den Klägern recht geben und die Gesellschafterbeschlüsse zum Pachtverzicht für ungültig erklären, dürfte das noch lange nicht das letzte Wort sein. Es gilt als sicher, dass Jagdfeld, der den Pachtverzicht als „alternativlos“ verteidigt, gegen ein solches Urteil vorgehen würde. Ein jahrelanger Rechtsstreit scheint unvermeidbar.

Erfolgreiche Roadshow des Fundus-Chefs

Ein schneller Sieg ist für die Schutzgemeinschaft also in weite Ferne gerückt. Die Enttäuschung unter den Anlegern ist deshalb deutlich spürbar. Kein Wunder: Noch bis Mitte August sah die Truppe um den Berliner Rechtsanwalt Thomas Fritsch, der am Dienstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, wie der sichere Sieger aus.

Mehr als 2000 der rund 4400 Fondsanleger hatten Fritsch Vollmachten erteilt, nachdem er im April sämtliche Anleger persönlich angeschrieben hatte. Das entsprach rund 40 Prozent des Kapitals von 223 Millionen Euro. Zudem hatten mehrere Großinvestoren – darunter eine namhafte deutsche Versicherung – angekündigt, persönlich zu erscheinen und gegen Jagdfeld zu stimmen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.09.2011, 15:35 UhrAnonymer Benutzer: Dieter Schurig

    Wenn sich die investoren einen bilanziellen Jahresverlust als Erfolg verkaufen lassen, sind sie am Ende selbst Schuld am Verlust ihres Kapitals. Da drängt sich die Frage auf, wie kreativ die Wahlergebnisse ausgezählt wurden. Neben den bekannten Transfers vom Fond und der Finanzbeteiligung des Fonds fließen jährich weitere Mio. Euro für die Fondverwaltung in die Taschen der Jagtfeldfirmen. Erstaunlich, dass solche gravierenden betrügereien der WP-Gesellschaft Deloitte nicht aufgefallen sind.

  • 31.08.2011, 13:28 UhrAnonymer Benutzer: Die 4000 "Hoteliers" müssten wissen

    dass man in ein Luxus-Hotel investiert, um seinen Freunden zu imponieren, aber nicht um einen Gewinn zu erwirtschaften.

    Gebt den "Hoteliers" doch einen Essens-Gutschein statt Dividende
    (die müsste selbst bei einem ausgewiesenen Gerwinn für den alle dreissig Jahre fälligen Totalumbau zurückgestellt werden).

  • 30.08.2011, 16:24 UhrAnonymer Benutzer: Rainer N.

    Daß solche Aasgeier wie Jagdfeld seit vielen Jahren weitestgehend ungestört tausende von Anlegern abzocken dürfen, wirft Fragen auf nach dem Anlegerschutz in unserem Rechtssystem. Hier hat doch von Anfang an ungerechtfertigte bereicherung hoch zwei auf allen Entwicklungsstufen stattgefunden. So hat Jagdfeld immer wieder durch interne Weiterverkäufe von Grundstücken und die beauftragung eigener Firmen zb bei der innenausstattung extreme Geldbeutelschneiderei betrieben. Er reiht sich damit nahtlos ein in den erlauchten Kreis der Großabzocker, dem neben ihm dubiose Figuren wie Carsten Maschmeyer, Michael Lange, David Groenewold, Wolfgang Janssen, Fabian Mundi u.a. angehören. Von den Gerichten weitestgehend unbehelligt können diese Schranzen weiterhin ungestört immer wieder neue, naive Anleger über den Tisch ziehen ...

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