450 Loks für die Bahn: Bombardier schnappt Siemens Milliarden-Auftrag weg

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450 Loks für die Bahn: Bombardier schnappt Siemens Milliarden-Auftrag weg

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Ein Niederflur-Reisezug fährt im Werk des Schienenfahrzeug-Herstellers Bombardier Transportation in Hennigsdorf (Oberhavel) zu einer Präsentation.

Trotz des Dauerstreits will die Deutsche Bahn beim Bombardier-Konzern 450 E-Lokomotiven kaufen. Damit stachen die Kanadier den Dauer-Konkurrenten Siemens aus.

Der kanadische Bombardier-Konzern hat Siemens einen milliardenschweren Lok-Großauftrag der Deutschen Bahn weggeschnappt. Der Rahmenvertrag für bis zu 450 Lokomotiven habe einen Wert von insgesamt 1,5 Milliarden Euro, teilte die Bahn am Donnerstag in Berlin mit. Nach Angaben aus Industriekreisen hatten zuletzt nur noch Bombardier und Siemens um den Auftrag gerungen.

Während Bombardier von einer guten Nachricht und einem Beitrag zur Sicherung seines Werk in Kassel sprach, musste die Siemens-Bahnsparte einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Der Konzern steht bereits wegen der immer weiteren Lieferverzögerungen von ICE für die Bahn in der Kritik. Allerdings hat der Staatskonzern auch Bombardier wegen massiver Probleme bei Regionalzügen und der Berliner S-Bahn verklagt.

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Es ist fast schon eine Farce: Mit einer festen Regelmäßigkeit präsentiert der Siemens neue Baustellen und Probleme. Fragt sich, wann die Anteilseigner ihre Geduld verlieren.

Siemens-Chef Peter Löscher wollte sechs Milliarden Euro einsparen und den Technologiekonzern wieder auf einen nachhaltigen Wachstumskurs führen - viel ist davon noch nicht zu sehen. Quelle: dpa


Bahn-Technik-Vorstand Volker Kefer sagte, zunächst würden 130 Elektro-Loks fest bestellt. 110 sollen für den Güterverkehr eingesetzt werden und 20 für den Personen-Regionalverkehr. Die ersten Fahrzeuge sollten 2015 auf die Schiene kommen. Die Bahn hat zudem die Option auf weitere 320 Loks bis 2023. Die neuen Loks sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ausgelegt und bauen auf einem bereits vorhandenen Modell auf. Mit der Bestellung zahlreicher Lokomotiven wolle man auf Dauer auch die Fahrzeugflotte vereinheitlichen, sagte Kefer.

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Die Klage gegen Bombardier betreffe eine andere Unternehmenssparte, begründete er den Auftrag trotz der Auseinandersetzungen. Probleme wie bei Triebzügen gebe es mit den Loks nicht. Zudem solle die Klage Geschäftsbeziehungen nicht grundsätzlich unterbinden: "Wir wollen über das Klageverfahren eine Angelegenheit aus der Welt schaffen, die uns alle keine Freude macht", sagte Kefer.

Ein Bombardier-Sprecher wertete die Order als Bestätigung für die Qualität der Lokomotiven. "Der Auftrag trägt zur Sicherung des Standortes Kassel bei, in einem sehr herausfordernden Lokomotivenmarkt", sagte er. In Kassel sind rund 700 Mitarbeiter beschäftigt. Zuletzt litten fast alle Produktionsstandorte der Hersteller für Loks in Deutschland an mangelnder Auslastung.

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