Abgasstreit um Fiat: Neue Vorwürfe wegen Abschalteinrichtung

Abgasstreit um Fiat: Neue Vorwürfe wegen Abschalteinrichtung

, aktualisiert 31. März 2017, 19:14 Uhr
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Hat Fiat bewusst bei den Abgaswerten getäuscht?

Quelle:Handelsblatt Online

Das Bundesverkehrsministerium erhebt im Abgas-Streit erneut Vorwürfe gegen Fiat. Bei Tests des Kraftfahrtbundesamts an einem Fiat 500X sei die Verwendung von zeitlichen Abschalteinrichtungen nachgewiesen worden.

Berlin/MailandIm Abgas-Streit mit Fiat erhebt das Bundesverkehrsministerium (BMVI) erneut Vorwürfe gegen Fiat. Bei Tests des Kraftfahrtbundesamts (KBA) habe sich bisher bei einem Modell gezeigt, „dass eine zeitliche Abschalteinrichtung verwendet wird“, erklärte das Ministerium am Freitag und reagierte damit auf einen Vorab-Bericht des „Spiegel“. Dem Magazin zufolge fiel den Experten bei Tests an einem Fiat 500X auf, dass der Diesel-Pkw nach 90 Minuten die Reinigungsanlage abriegelt. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums dauern die Untersuchungen von Fiat-Modellen an. Sobald diese abgeschlossen seien, würden die Ergebnisse der EU-Kommission übermittelt.

Fiat erklärte, der Konzern könne sich zu angeblichen internen Dokumenten des KBA nicht äußern, da man diese nicht gesehen habe. Die zuständigen italienischen Behörden hätten jedoch wiederholt bestätigt, dass der 500X die Emissionsvorschriften einhalte.

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Deutschland und Italien liegen schon seit Monaten wegen der Vorwürfe gegen Fiat im Clinch. Bereits im vergangenen Jahr warf das Bundesverkehrsministerium dem italienisch-amerikanischen Autobauer vor, illegale Abschalteinrichtungen einzusetzen. Bei mehreren Fahrzeugen wurde die Stickoxidreinigung nach 22 Minuten abgeriegelt. Das werteten die deutschen Behörden als unzulässige Abschalteinrichtung, da der offizielle Zulassungstest 20 Minuten dauert. „Die Ansicht der italienischen Typengenehmigungsbehörde, die Abschalteinrichtung werde aus Gründen des Motorschutzes verwendet, kann Deutschland nicht teilen“, kritisierte das Bundesverkehrsministerium Anfang September in einem Schreiben an die EU-Kommission. Nach erneuten Tests erklärte das italienische Verkehrsministerium Anfang März in einem Abschlussbericht, es habe keine unzulässigen Abschalteinrichtungen gefunden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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