Apothekerverband: Große Engpässe bei fast 40 Medikamenten

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Wegen Lieferproblemen bei Medikamenten müssen Kunden häufiger auf andere Präparate umsteigen. Das kann gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben

von Jürgen Salz

Die Lieferprobleme der Pharmaindustrie sind noch größer als bislang bekannt. Nach einer Umfrage des Hessischen Apothekerverbandes unter 430 Apotheken, die der WirtschaftsWoche vorliegt, gibt es gravierende Lieferprobleme bei knapp 40 gängigen Medikamenten.

„Bei einer hohen zweistelligen Prozentzahl von Apotheken fehlten wichtige Antibiotika oder Hormonpräparate oft monatelang“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes, Hans-Rudolf Diefenbach, der WirtschaftsWoche. Namhafte Hersteller wie Ratiopharm, Hexal und Merck können demnach oft Medikamente wie Blutdruckmittel und Schilddrüsenpräparate nicht flächendeckend liefern.

Besonders häufig fehlte in Apotheken der Betablocker Bisoprolol von Ratiopharm. 265 der 430 befragten Apotheker klagten über Lieferprobleme. In 218 Apotheken herrschte Mangel an dem Medikament Pantoprazol von Heumann, das gegen Magengeschwüre verschrieben wird. Das Schilddrüsenpräparat L-Thyrox von Hexal fehlte in 207 hessischen Apotheken. Als weitere Medikamente mit erheblichen Lieferproblemen gelten Tevanate von Teva, ein Mittel gegen Knochenerkrankungen, Xipamid von Ratiopharm gegen Bluthochdruck, das Schilddrüsenmedikament Jodthyrox von Merck, das Diabetesmittel Metformin von Axcount und das Vitamin D3-Präparat Vigantoletten von Merck.

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Zu den häufigen Ausfällen zählten auch Antidepressiva, Schmerzmittel oder Osteoporose-Präparate, so Diefenbach. Zunehmend würden auch Impfstoffe knapp. „Patienten müssen dann entweder ihre Therapie verschieben oder auf andere Präparate umgestellt werden, beides kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen“, sagte der Verbandsvize der WirtschaftsWoche.

Grund für die Engpässe ist offenbar die weltweit stark gestiegene Nachfrage in anderen Ländern. „Die Unternehmen konzentrieren sich mit ihren Medikamenten zunehmend auf Märkte außerhalb Deutschlands, wo sich höhere Margen verdienen lassen“, so Diefenbach.

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