EADS-Chef : Enders, der Menschenfänger

EADS-Chef : Enders, der Menschenfänger

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Der Zeremonienmeister Beim abendlichen Empfang nach der Dubai Air Show spielt Enders seine Leutseligkeit aus

von Gerhard Bläske

Militärisch diszipliniert, konfliktstark, mit der Begabung seine Leute zu begeistern. Die WirtschaftsWoche hat den künftigen EADS-Chef Thomas Enders auf der Dubai-Airshow begleitet.

Die junge Inderin will unbedingt mit ihm fotografiert werden. Thomas Enders nimmt die strahlende Frau in den Arm. In der anderen Hand hält er ein Glas Bier. So steht er unter den Palmen am Strand des Mina A’Salam-Hotels von Jumeirah in Dubai: durchtrainiert, in Jeans, Sneakers und kurzärmeligem, weißem Sporthemd, fast wie ein Popstar – trotz des schütteren blonden Haares.

Für einige Sekunden lässt Enders heute Abend alle um ihn herum vergessen, wen sie vor sich haben: den Chef des europäischen Flugzeugbauers Airbus, einen der Top-Manager Europas, der im Juli 2012 Chef der Airbus-Muttergesellschaft EADS wird, des größten europäischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzerns.

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Drei harte Tage Dubai Air Show hat Enders in den Knochen, eine der größten Luftfahrtmessen der Welt, in einer Region, wo die wachstumsstarken Fluglinien Emirates, Etihad und Qatar sitzen. Eine Abschlussverhandlung jagte die andere. Orders für 211 Airbusse fast aller Gattungen hat Enders unterzeichnet. Dafür schmeißt er heute ein großes Abendessen am Wüstenstrand: für seine Leute, die in dieser Region arbeiten, und für das Messeteam – ganz ohne die Pulks von Journalisten und Kameraleuten, die sonst hinter ihm her sind.

Teppichläufer auf dem Sand

Italiener und Libanesen, Amerikaner und Kuwaitis, Deutsche, Franzosen und ein Schotte, es scheint, als hätte Enders die ganze UNO geladen, nur in klein. Auf dem Sand liegen Teppichläufer, damit Damen mit High-Heels bequem an die lange, weiße Tafel gelangen können. Im Hintergrund ragt das selbst ernannte Sieben-Sterne-Hotel Burj Al Arab, dessen Architektur einem Jachtsegel nachempfunden ist, in den Nachthimmel. Die Beleuchtung ist heruntergedimmt, Ohrwürmer von Abba und den Bee Gees kriechen aus den Lautsprechern. Enders wippt zu „Staying Alive“.

Es ist einer der Momente, in denen, wer Enders ganz nah ist, spürt, weshalb der Mann das wurde, was er ist, und das wird, was auf ihn wartet. Fast wie eine Maschine versteht der 52-Jährige umzuschalten. Wie weggewischt wirken die zurückliegenden Stunden, in denen er seine Managerqualitäten ausspielte, Nerven wie Drahtseile bewies und sich zugleich zügeln können musste.

Shakehands und Schulterklopfen

Die Vertragsunterzeichnung mit der US-Leasinggesellschaft Aviation Capital war noch die leichteste Übung an diesem Vormittag. Shakehands mit Managing Director Stephen Hannahs und Vice President John Ferenat, dann die Unterschrift, Schulterklopfen, ein Lächeln fürs Foto, fertig.

Doch dann wird es eng. Gefragt ist der Major der Reserve, als der Enders die Bundeswehr verließ und der in ihm fortlebt, auch als er Airbus-Chef mit einem Jahreseinkommen von etwa zwei Millionen Euro wurde.

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