Edelstahl-Tochter: Thyssen-Krupp vor Verkauf von VDM

Edelstahl-Tochter: Thyssen-Krupp vor Verkauf von VDM

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Die Unternehmens-Zentrale von ThyssenKrupp in Essen.

Insidern zufolge sind die Verkaufsgespräche für die Edelstahl-Tochter VDM mit Lindsay Goldberg Vogel fortgeschritten. Eine Entscheidung stehe aber noch aus, so der Thyssen-Krupp-Konzernbetriebsrat.

Der Thyssen-Krupp-Konzern treibt Insidern zufolge den Verkauf seiner Edelstahl-Tochter VDM an einen Investor voran. Die Verhandlungen mit der Gruppe Lindsay Goldberg Vogel seien fortgeschritten, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor berichtet, dass Thyssen-Krupp sich mit Lindsay Goldberg Vogel über einen Verkauf von VDM für rund 500 Millionen Euro handelseinig sei. Der Deal könne aber noch am Widerstand der Arbeitnehmervertreter scheitern. Thyssen-Krupp und die Investorengruppe wollten sich nicht äußern.

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ThyssenKrupp in Zahlen

  • Umsatz

    2013/2014: 41,3 Milliarden Euro

    2012/2013: 39,8 Milliarden Euro

    Quelle: Geschäftsberichte

  • Bereinigtes Ebit

    2013/2014: 1,333 Milliarden Euro

    2012/2013: 0,517 Milliarden Euro

  • Bereinigte Ebit-Marge

    2013/2014: 3,2 Prozent

    2012/2013: 1,3 Prozent

  • Jahresüberschuss

    2013/2014: 0,195 Milliarden Euro

    2012/2013: -1,576 Milliarden Euro

  • Free Cahsflow vor Verkäufen

    2013/2014: -0,254 Milliarden Euro

    2012/2013: -0,625 Milliarden Euro

  • Dividende

    2013/2014: 0,11 Euro je Aktie

    2012/2013: 0,00 Euro je Aktie

    Vorschlag an die Hauptversammlung

  • Netto-Finanzschulden

    2013/2014: 3,488 Milliarden Euro

    2012/2013: 5,038 Milliarden Euro

  • Eigenkapital

    2013/2014: 3,199 Milliarden Euro

    2012/2013: 2,512 Milliarden Euro

Die Verhandlungen über eine Sicherung der Beschäftigung und der Standorte seien noch nicht beendet, sagte Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath Reuters. "Es gibt keine Vereinbarung mit niemanden", bestätigte ein weiterer Arbeitnehmervertreter.

Diese hatten nach eigenen Angaben vom Thyssen-Krupp-Vorstand ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Käufers zugesagt bekommen. Sie wollen alle deutschen Standorte sichern und betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Der Spezialanbieter beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter.

Im Rennen um VDM waren neben Lindsay Goldberg Vogel Insidern zufolge auch die US-Investmentfirma The Gores Group in einem Bündnis mit dem ehemaligen Chef des Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach, Benedikt Niemeyer. Auch der Luxemburger Wettbewerber Aperam hatte die Firma ins Visier genommen.

Auch bei Lindsay Goldberg Vogel ist mit Dieter Vogel als geschäftsführender Gesellschafter ein ehemaliger Stahlmanager aktiv. Vogel war Vorstandschef von Thyssen und ist Aufsichtsratschef des Stahlhändlers Klöckner & Co.

Weitere Artikel

Thyssen-Krupp hatte VDM wie auch die verlustreiche italienische Edelstahltochter AST ursprünglich an den finnischen Outokumpu-Konzern verkauft. Nachdem die Nordeuropäer in Schwierigkeiten geraten waren, musste der größte deutsche Stahlkonzern AST und den Spezialanbieter VDM zurücknehmen.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat mehrfach deutlich gemacht, dass die beiden Töchter auf Dauer wieder abgestoßen werden. Thyssen-Krupp hat die beiden Unternehmen mit einem Buchwert von insgesamt 950 Millionen Euro in den Büchern stehen. VDM stellt unter anderem Werkstoffe für die Luftfahrt- und Chemieindustrie her und hatte zuletzt einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erzielt.

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