Hannover Messe: Wie die Revolution der Arbeitswelt vorangeht

Industrie 4.0

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Kollaborative Roboter, wie etwa YuMi von ABB, werden in wenigen Jahren zum Standard in Fabriken gehören.

von Sebastian Schaal

Aus Planspielen werden Projekte: In fünf Jahren sollen vernetzte Maschinen und intelligente Roboter in Fabriken zum Standard gehören, so eine aktuelle Studie. Einige Unternehmen drohen aber den Anschluss zu verlieren.

Dass Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten, ist keine Zukunftsmusik mehr. Die ersten kollaborativen Roboter, kurz Cobots, sind bereits auf dem Markt. Auf der Hannover Messe (25.-29. April) werden zahlreiche weitere Modelle vorgestellt. Die intelligenten Industrieroboter, die nicht nur einfache Aufgaben erledigen, sondern auch andere Maschinen bedienen und direkt mit den Menschenzusammenarbeiten, halten Einzug in die Fabrikhallen. Denn die Produktionsunternehmen machen Ernst mit der Industrie 4.0 – aus Planspielen werden konkrete Projekte.

Vernetzte Maschinen und intelligente Roboter ändern die Art und Weise, wie in den Fabriken künftig gearbeitet wird. Die Unternehmensberatung Accenture spricht von einer „Connected Industrial Workforce“, in der Mensch und Maschine mit ihrer neuen Zusammenarbeit die Produktion neu erfinden. Das Ergebnis: Prozesse werden effizienter, die Produktivität steigt exponentiell, schreibt Accenture in einer aktuellen Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt.

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Zur Studie

  • „Machine Dreams – Making the most of the Connected Industral Workforce“

    Die Accenture-Studie basiert auf einer Online-Umfrage unter 512 Unternehmern aus großen Wirtschafsnationen in Nordamerika, Westeuropa und Asien. Befragt wurden unter anderem Werksleiter, Chefentwickler, Personalleiter sowie Bereichsvorständen. Diese kamen zur mehr als zur Hälfte von Industrieausrüstern, der Rest teilte sich auf die Auto- und Baumaschinenbranche auf.

Wie groß das Potenzial ist, schildern die Autoren der Studie „Machine Dreams – Making the most of the Connected Industral Workforce“ am Beispiel der Automobilindustrie: Im Jahr 2020 könne ein Autobauer mit 50 Milliarden Euro Umsatz – also in etwa in der Größe von Peugeot oder Hyundai – mit dem Einsatz der Vernetzung von Mensch und Maschine bis zu 500 Millionen Euro mehr Profit erzielen. Eine Größenordnung, die kaum ein CEO ignorieren kann.

Noch bleibt es aber bei dem Potenzial. Vier von fünf Befragten erwarten zwar, dass die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit in ihren Fabriken in vier Jahren alltäglich sein wird. Aber nur 22 Prozent gaben auch an, schon konkrete Maßnahmen umgesetzt zu haben, um die Potenziale der vernetzen Arbeit zu erschließen. Immerhin: In den kommenden fünf Jahren soll ein deutlich größerer Teil der Forschungsbudgets in die Entwicklung der „Connected Industrial Workforce“ investiert werden (2016: 18 Prozent; 2021: 24 Prozent).

Bereits heute hat die Autoindustrie in den Umfrageergebnissen die Nase leicht vorne – gemessen an dem Anteil ihrer Forschungsbudgets, die für Industrie-4.0-Anwendungen ausgegeben werden. Der Vorsprung dürfte noch wachsen, denn die Automotive-Manager wollen in fünf Jahren bereits 27 Prozent des Budgets dafür ausgeben. Im Maschinenbau sind es 22 Prozent, bei den Baumaschinen 24 Prozent.

Ein möglicher Grund ür die Unterschiede: Das digitale Selbstverständnis ist bei den Autobauern ausgeprägter, obwohl alle drei Branchen seit Jahren über Vernetzung und Automatisierung diskutieren. Ein Viertel der Auto-Manager sieht sich laut Accenture als „digitale Leader“, bei den Baumaschinen-Herstellern sind es nur 19 Prozent. Bei den „digitalen Mitläufern“ ist das Bild umgekehrt: Hier ist der Anteil in der Baumaschinen-Branche höher (58 Prozent zu 51 Prozent). Die Industrieausrüster liegen jeweils in der Mitte.

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