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Operativer Gewinn: Sparkurs der Lufthansa zeigt Wirkung

Quelle: Handelsblatt Online

Die Lufthansa überrascht positiv: Mit seinem Sparprogramm hat Lufthansa-Chef Christoph Franz die größte deutsche Airline wieder auf Kurs gebracht. Doch die Lufthansa sollte sich darauf nicht ausruhen.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität wollte es wissen: Mit welchen Airlines fliegen die Deutschen am liebsten? Für das Ranking wurden 1186 Personen zu der Fluggesellschaft befragt, die sie in den letzten zwölf Monaten am häufigsten genutzt haben. Im Mittelpunkt stand die Meinung zu Service und Flugangebot sowie zu Zuverlässigkeit/Sicherheit und Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber hinaus flossen Ärgernisse und die Weiterempfehlungsbereitschaft in die Wertung ein.

Nicht dabei ist Air Asia, die allerdings auch nicht mehr nach Europa fliegt. Malaysias Billig-Linie sorgt aktuell mit kinderfreien Zonen für Schlagzeilen. Die ersten sieben Economy-Reihen der Air Asia-Jets sind für Kinder unter zwölf Jahren tabu. Erwachsene, die in der ruhigen Zone sitzen wollen, müssen einen Aufschlag zahlen. Die Airline verspricht „Frieden und Stille“ für ein paar Euro und verbannt die Familien in den hinteren Flugzeugteil. In Internet-Foren findet sich viel Empörung. Deutsche Fluggesellschaften versichern, es gebe keine Pläne für kinderfreie Zonen.

Bild: dpa

Sparmaßnahmen und gute Geschäfte ihrer Servicegesellschaften haben der Lufthansa im zweiten Quartal zu einem überraschend deutlichen Zuwachs des operativen Gewinns verholfen. Den herben operativen Verlust aus dem ersten Quartal, als hohe Treibstoffkosten Deutschlands größte Airline ausbremsten, konnte der Konzern damit fast wettmachen. Die Lufthansa erwirtschaftete im Zeitraum April bis Juni einen operativen Gewinn von 361 Millionen Euro, das sind 27,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

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Analysten hatten im Schnitt deutlich weniger erwartet. Zu dem Ergebnisplus trugen unter anderem der Umbau der österreichischen Tochter Austrian Airlines bei. An der Börse konnte die Kranichlinie mit ihrem Zwischenbericht punkten: Im frühen Handel legte die Aktie drei Prozent zu. Der Lufthansa-Konzern setzte im zweiten Quartal insgesamt 7,89 Milliarden Euro um und damit 6,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Konzerngewinn schrumpfte allerdings um 23,9 Prozent auf 229 Millionen Euro.

An ihrem Geschäftsausblick hielt die Lufthansa fest: Vorstandschef Christoph Franz strebt im Gesamtjahr weiterhin an, den Konzernumsatz zu erhöhen und einen operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich zu erzielen. Etwaige Kosten im Zusammenhang mit dem laufenden großen Sparprogramm sind darin jedoch noch nicht enthalten. Aktuell geht die Lufthansa für das Gesamtjahr von Restrukturierungskosten zwischen 100 und 200 Millionen Euro aus. Nachwievor sei der Kostendruck durch die Treibstoffpreise hoch, erklärte die Lufthansa. Daher strenge sich der Konzern an, noch intensiver zu sparen.

Lufthansa hatte Anfang des Jahres ein massives Sparprogramm angekündigt, um im Wettbewerb mit Billigfliegern wie Ryanair und schnell wachsenden Rivalen wie Emirates nicht ins Hintertreffen zu geraten. Zudem versucht die Airline damit, die auf die Ergebnisse drückenden Ausgaben für Flugzeugsprit wettzumachen. Konzernweit soll der operative Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Eine Reduzierung der Personalkosten ist ein Grundpfeiler des neuen Riesen-Sparplans mit dem Namen „Score“, denn allein ein Drittel soll dadurch erzielt werden. So sollen in den nächsten Jahren in Deutschland 2500 Verwaltungsjobs wegfallen, weltweit sollen 3500 der knapp 17.000 Stellen in dem Bereich gestrichen werden.

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