Outokumpu-Chef Seitovirta: "Investitionen am Niederrhein"

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Mika Seitovirta

Foto: Riku Isohella

von Reinhold Böhmer

Der Chef des finnischen Edelstahlkonzerns Outokumpu, Mika Seitovirta, baut die von ThyssenKrupp übernommenen deutschen Werke um.

WirtschaftsWoche: Herr Seitovirta, als neuer Eigentümer der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Innoxum will Outokumpu 2013 die Schmelze in Krefeld und 2016 voraussichtlich auch die in Bochum schließen. Warum ausgerechnet diese beiden Standorte?

Seitovirta: Hinter der Entscheidung steckt die industrielle Logik, die Kapazitäten in dem gemeinsamen Unternehmen besser auszulasten. Outokumpu nutzt seine Anlagen derzeit nur zu 70 bis 75 Prozent, Innoxum ist davon nicht weit entfernt. Künftig werden wir eine Auslastung von 85 bis 95 Prozent erreichen. Zweitens geht es darum, die Schmelzkapazitäten mit denjenigen der Walzanlagen in ein Gleichgewicht zu bringen.

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Was hat dies mit Ihren Entscheidungen gegen Krefeld und Bochum zu tun?

Sowohl im alten Outokumpu-Konzern als auch bei Inoxum sind Schmelzen für insgesamt 5,5 Millionen Tonnen im Jahr in Betrieb. Es gibt aber nur Walzanlagen für 3,5 Millionen Tonnen. In Europa schmelzen wir nach der Eingliederung von Inoxum in Tornio in Finnland, in Terni in Italien sowie in Krefeld und in Bochum. Wir haben alle vier Standorte sehr sorgfältig analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass zwei von ihnen hoch effiziente, weil integrierte Anlagen betreiben, nämlich Tornio und Terni.

Wieso?

Die Kostenbasis dieser integrierten Standorte, die schmelzen sowie kalt und warm walzen, ist deutlich niedriger und ihre Effizienz höher. Darum legen wir in Terni und Tornio keine Schmelzen still sondern in Krefeld, wo zum Beispiel nur kalt gewalzt wird. Was wir aber weiterhin brauchen, ist eine hohe Qualität in der Weiterverarbeitung etwa beim Walzen sowie die Nähe zu den Kunden etwa in der Autoindustrie. Genau das ist die Stärke etwa von Krefeld...

...dann müssten Sie dort doch eigentlich investieren, statt zu schrumpfen.

Das tun wir auch. Wir erhöhen am Niederrhein gleichzeitig die Kaltwalzkapazitäten von 440.000 auf 660.000 Tonnen pro Jahr, unter anderem durch die Integration des Standorts Benrath. Diese Investitionen in Höhe von insgesamt 240 Millionen Euro laufen, und wir werden sie fortsetzen.

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