Pharmabranche: Merck schichtet Portfolio um

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Pharmabranche: Merck schichtet Portfolio um

von Jürgen Salz

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck vergrößert sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten – und verkleinert sein Pharmageschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien.

Zahlreiche Pharma-Präparate von Merck , deren Patentschutz bereits abgelaufen ist, werden künftig in der Consumer Health-Sparte (rezeptfreie Medikamente) geführt. Dazu zählen etwa das Vitaminpräparat Neurobion und Floratil gegen Durchfall. „Durch den Wechsel zu Consumer Health können wir diese Präparate besser vermarkten“, sagt Stefan Oschmann, für die Pharmasparte Merck Serono sowie Consumer Health zuständiges Mitglied der Geschäftsleitung von Merck gegenüber wiwo.de. „So können wir gezielter Endkunden ansprechen, bei Pharmapräparaten dürfen wir nur gegenüber Ärzten werben“, so Oschmann. Insgesamt seien von der Umschichtung Präparate mit einem Gesamtumsatz von rund 200 Millionen Euro betroffen.

Rezeptfreie Medikamente Auch Bayer an Merck-Sparte interessiert

US-Pharmakonzern Merck möchte sein Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln loswerden. Die Chancen stehen gut: Laut Insidern gibt es mehrere Interessenten. Auch Bayer hat ein Auge auf die Sparte geworfen.

Das Firmenlogo des Chemiekonzerns Bayer AG. Die Leverkusener steigen offenbar in die Bieterschlacht um Mercks Sparte mit rezeptfreien Arzneimitteln ein. Quelle: AP

Die Sparte Consumer Health mit Marken wie Nasivin, Kytta gegen Schmerzen oder dem Folsäurepräparat Femibion galt lange als das Sorgenkind bei Merck. Oschmann und sein Consumer Health-Chef Udit Batra durchforsteten das Portfolio und konzentrierten sich auf Schlüsselmärkte.

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Mit einem Gewinn von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2013 habe sich der Überschuss mehr als verdoppelt (Vorjahr 567 Mio Euro), teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. Merck komme bei der Restrukturierung schneller voran. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um 9,7 Prozent auf 3,25 Milliarden Euro gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit 3,3 Milliarden gerechnet. Beim Umsatz bekam Merck erneut den starken Euro im Vergleich zum US-Dollar und zum japanischen Yen zu spüren. Der Erlös ging um 0,4 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zurück.

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Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley gab sich vor dem Hintergrund der „anhaltend negativen Wechselkurseffekte“ vorsichtig optimistisch. 2014 erwarte Merck zwar eine leichte Steigerung der Umsatzerlöse. Allerdings dürfte das Wachstum durch die Wechselkurseffekte aufgezehrt werden. Somit rechnen die Darmstädter mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Auch das Ebitda vor Sondereinflüssen soll stabil bleiben. Zu den wichtigsten Wettbewerbern von Merck zählen etwa der US-Konzern Johnson & Johnson sowie Bayer. Im Vergleich zu solchen Wettbewerbern ist Merck Consumer Health allerdings auf den wichtigen Märkten USA und China nicht präsent.

(Mit Material von dpa.)

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