Technik-Durchbruch: ABB entwickelt ersten Not-Aus-Schalter für Gleichstrom-Leitungen

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ABB-Messestand (2011)

Der Elektronikkonzern ABB hat den ersten Not-Aus-Schalter für Gleichstrom-Leitungen entwickelt.

Damit ist der Weg frei für den Aufbau eines Turbonetzes. Ein erster funktionsfähiger Prototyp sei bereits gebaut, teilte Deutschland-Chef Peter Terwiesch der WirtschaftsWoche exklusiv mit. Er sei so groß „wie ein Konferenzraum für zehn Personen“. Das Gerät muss mit extremen Spannungen von 600.000 Volt und mehr fertig werden. Es ist das letzte fehlende Glied, um künftig ein engmaschiges Gleichstrom-Netz nach dem Muster der Hochspannungs-Wechselstrom-Autobahnen bauen zu können.

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist erheblich effizienter als die gängige Wechselstrom-Technik: Ihre Kabel können viel mehr Energie aufnehmen, und die Verluste beim Transport sind gegenüber herkömmlichen Seilen bis zu 50 Prozent niedriger. „Ohne Gleichstrom-Netze wird die Umstellung auf eine vorwiegend regenerative Stromerzeugung nicht funktionieren“, betont Terwiesch.

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Bislang konnten die Trassen nur von Punkt zu Punkt geführt werden, wo spezielle Umspannstationen den Strom von Wechsel- in Gleichstrom und wieder zurück verwandelten. Erst der neue Not-Aus-Schalter erlaubt eine Verknüpfung der Stromautobahnen. Er kann Teilstrecken blitzschnell vom Gesamtnetz trennen, wenn eine Störung auftritt, etwa nach einem Kurzschluss. ABB hat die komplizierte Technik dafür als erster Hersteller in den Griff bekommen. ABBs Schalter-Revolution wird den HGÜ-Markt beflügeln. Laut Siemens hat er weltweit ein jährliches Auftragsvolumen von drei Milliarden Euro erreicht – bei zweistelligen Wachstumsraten pro Jahr.

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