Trotz Krisenzeiten: Salzgitter will nicht fusionieren

Trotz Krisenzeiten: Salzgitter will nicht fusionieren

, aktualisiert 01. Juni 2016, 15:30 Uhr
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Das Ergebnis der Salzgitter AG im Jahr 2015 steht im Zeichen der Krise in der Stahlbranche, die durch eine weltweite Überkapazität und einen Preisverfall verursacht wird.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Stahlmarkt scheint sich ganz langsam zu erholen, die EU schützt die Branche mit Anti-Dumpingzöllen. Die Stimmung auf der Hauptversammlung von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkocher Salzgitter aber ist verhalten.

BraunschweigDer Verfall der Stahlpreise und billige Importe aus China machen es Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller Salzgitter nicht leicht. Dennoch hat Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann einer möglichen Fusion mit einem Konkurrenten eine klare Absage erteilt. „Fusionen sind nun wirklich kein taugliches Instrument, um etwa subventionierten chinesischen Dumpingimporten begegnen zu können“, sagte Fuhrmann am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Salzgitter.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss der beiden größten deutschen Stahlhersteller Thyssenkrupp und Salzgitter aufgetaucht.

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Bei den Stahlkochern in Deutschland und Niedersachsen herrscht schon seit Jahren Krisenstimmung. Die Salzgitter AG hatte auch im Startquartal 2016 Federn gelassen: Der Überschuss schrumpfte auf eine Million Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 32,7 Millionen Euro gelegen.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem operativ in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnis. Hoffnung machte dabei zuletzt die Einführung provisorischer Antidumping-Zölle durch die EU. Diese hätten die Erlöse steigen lassen, erklärte Fuhrmann. Der Konzern setzt darauf, dass die EU im Laufe des Jahres bei weiteren Stahlsorten Schutzzölle gegen Billigimporte aus China einführt. „Wir rufen dort nach Aktion der Politik, wo es anders nicht geht“, erklärte Fuhrmann.

Der europäische Stahlverband Eurofer machte der Branche indes ein wenig Mut. Er rechnete zuletzt mit einer Erhöhung der Stahlnachfrage in 2016 und 2017 von jeweils 1,5 Prozent. Trotz der leichten Erholung betonte Fuhrmann: „Eine übertriebene Euphorie ist allerdings fehl am Platze, da die Nachhaltigkeit dieses Aufwärtstrends naturgemäß fragil ist.“

In den vergangenen Jahren hatte Salzgitter angesichts der Krise einen harten Sparkurs gefahren, dem Hunderte von Jobs zum Opfer fielen. Die Reformen verbesserten jedoch die Zahlen: 2015 gab es mit der Ertragswende wieder den ersten Vorsteuergewinn seit 2011. Aktionärsvertreter forderten deshalb, den Prozess weiter voranzutreiben. „Wir dürfen beim Restrukturierungstempo nicht nachlassen“, sagte Alexander von Vietinghoff-Scheel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Quelle:  Handelsblatt Online
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