Abhörskandal: Vodafone gesteht Extraleitungen für Geheimdienste

Abhörskandal: Vodafone gesteht Extraleitungen für Geheimdienste

Der Telekommunikationskonzern Vodafone muss Behörden spezielle Spionage-Leitungen bieten. Ein Unternehmens-Bericht zeigt, wie leicht Geheimdienste Telefongespräche abhören und mitschneiden können.

Ein Albtraum-Szenario für Datenschützer: Über eine spezielle Spionage-Leitung ermöglicht es der Mobilfunkanbieter Vodafone Regierungen und Behörden, Telefongespräche abzuhören und mitzuschneiden.

Das geht aus dem erstmals veröffentlichten „Law Enforcement Disclosure Report“ des Unternehmens.

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In dem Transparenz-Bericht legt Vodafone erstmals seine Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden in 29 Ländern offen. Von den Möglichkeiten des Abhörens wird demnach in vielen von ihnen weitreichender Gebrauch gemacht.

Totale Überwachung möglich

Dass Telekommunikationsanbieter technische Möglichkeiten haben, den Behörden gezielte Abhörmaßnahmen zu ermöglichen und auf Anordnung auch Verbindungsdaten herausgeben, war bekannt. Laut Vodafone behalten die Unternehmen dabei zumeist die Kontrolle über die Maßnahmen, die nach den jeweiligen Gesetzen genehmigt würden.

In „einer kleinen Zahl“ von Ländern hätten „bestimmte Behörden“ jedoch unmittelbaren Zugriff auf die Inhalten und Verbindungsdaten, heißt es in dem Bericht weiter.

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In mindestens sechs Ländern können sich Behörden offenbar direkt in Telefonate einklinken und diese mithören. Zudem ermöglicht es ihnen das System auch, den Standort des Nutzers zu erfahren. In welchen Ländern die Telefongespräche direkt abgehört werden können, sagt Vodafone nicht. „Eine automatische Mitschneidemöglichkeit von außen gibt es in Deutschland aber definitiv nicht“, versichert aber ein Konzern-Sprecher.

Ein Einzelfall ist Vodafone mit seinen Abhörleitungen allerdings nicht. Auch andere Anbieter kooperieren auf ähnliche Art mit Behörden.

Die Veröffentlichung von Informationen zu Abhörmaßnahmen in den einzelnen Ländern hält Vodafone für wichtig, um ein größeres öffentliches Verständnis dafür zu wecken. Im Prinzip sollten aber die Regierungen selbst und nicht die Telekom-Provider für die nötige Transparenz sorgen. Sie könnten ein vollständigeres Bild für das jeweiliges Land abgeben.

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