Elektronikmesse CES: Künstlich, intelligent, beliebt

Elektronikmesse CES: Künstlich, intelligent, beliebt

, aktualisiert 07. Januar 2017, 15:29 Uhr
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„Durch Künstliche Intelligenz gesteuerte Produkte werden bei den Konsumenten immer beliebter.“

Quelle:Handelsblatt Online

Künstliche Intelligenz liegt derzeit im Trend – auf der Elektronikmesse CES etwa gibt es eine Art intelligente Polizei, die nachts im Eigenheim Streife fährt. Hersteller könnten in eine gefährliche Abhängigkeit geraten.

Las VegasWenn Roboter flirten, sieht das ziemlich niedlich aus. Kuri klimpert mit den Augen, wackelt mit der Hüfte und quietscht ein wenig. Der 50 Zentimeter große Kerl wurde vom Start-up Mayfield Robotics entwickelt, das zum deutschen Zulieferer Bosch gehört. Die Maschine führt als digitaler Hausfreund einfache Kommandos aus und interagiert mit dem Besitzer.

Sie ist mit Künstlicher Intelligenz (kurz: KI), Kameras und Sensoren ausgerüstet, hört auf Sprachbefehle und antwortet mit Gesten, Licht- und Tonsignalen. Kuri erkennt auch Gesichter und kann auf zuvor definierten Strecken von A nach B fahren. Der Roboter soll nachts im Haus auf Streife gehen und Alarm schlagen, wenn ihm etwas ungewöhnlich erscheint – er ist eine Überwachungskamera, die aussieht wie ein Spielzeug.

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Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (kurz: CES) in Las Vegas wimmelt es von smarten Geräten und interaktiven autonomen Services. Quer durch alle Branchen werten Unternehmen ihre Produkte mit Künstlicher Intelligenz auf oder nutzen Schnittstellen zu Plattformen mit entsprechenden Services.

Schon jetzt bedient fast jeder Nutzer Anwendungen mit Maschinenintelligenz, seien es nun Sprachassistenten wie „Siri“, „Alexa“, „Google Assistant“ oder Foto-Erkennungssoftware in sozialen Netzwerken. Nun folgen smarte Lautsprecher, Fernseher, Zahnbürsten, Roboter und natürlich autonome Fahrzeuge.

„Durch Künstliche Intelligenz gesteuerte Produkte werden bei den Konsumenten immer beliebter“, prognostiziert David Schubmehl vom US-Marktforschungsinstitut IDC. „Wir werden in diesem Jahr eine umfangreiche Anwendung von KI quer durch alle Branchen sehen.“ Nach Prognose von IDC steigt der Umsatz mit KI-Produkten von acht Milliarden Dollar in diesem Jahr bis 2020 auf mehr als 47 Milliarden Dollar.

Auf der CES zeigen Hersteller wie Samsung oder LG ihre neue Hardware, die die digitalen Assistenten zum Glänzen bringt, wie Fernseher mit Sprachsteuerung, smarte Küchenroboter und Staubsauger. Die Intelligenz in den Geräten kommt dabei von Firmen wie Amazon. Den Softwarekonzernen kann dies nur recht sein, vergrößert es doch die Reichweite und Akzeptanz ihrer Services.


Apparate werden austauschbar

Außerdem nimmt es ihnen die Arbeit ab. Amazons „Echo“, „Google Home“ und sogar „Pixel“ dienen schließlich auch dazu, dem Nutzer die KI buchstäblich in die Hand zu geben. Jede Anwendung steigert den Wert ihrer Technologien von selbst. Den eigentlichen Schatz, die dahinterliegende Plattform, auf der alle Informationen zusammenlaufen und ausgewertet werden, geben sie dabei nicht aus der Hand. In dieser Strategie sind Apparate notwendig, aber auch austauschbar.

„In Zukunft wird alles mit Künstlicher Intelligenz ausgerüstet sein“, sagt Jen-Hsun Huang, Chef von Nvidia, einem Entwickler für Grafikprozessoren, der mit Bosch und Audi bei der Entwicklung des fahrerlosen Autos kooperiert.

Das ist eine gute Nachricht für Unternehmen, die sich die Entwicklung entsprechender Algorithmen leisten können. Mit Google, Amazon oder Apple investieren alle führende Technologieunternehmen in die Entwicklung der Computersysteme, die sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns orientieren. Wie sich Unternehmen mit weniger finanziellen Mitteln in dem Markt behaupten werden, muss sich erst noch zeigen.

Mayfield Robotics verzichtet bei Kuri bislang bewusst auf eine Integration von Alexa und entwickelt die Intelligenz selbst. „Das wichtigste an Kuri ist seine Persönlichkeit, wir wollen sicherstellen, dass alles, was Kuri tut, zu seinem Charakter passt“, sagt Marketing-Chef Chris Matthews. Das Startup will sich bei den zentralen Services für das eigene Produkt offenbar nicht von einer Plattform abhängig machen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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