Neue SAP-Software für die Cloud: „Das ist ganz großes Tennis“

Neue SAP-Software für die Cloud: „Das ist ganz großes Tennis“

, aktualisiert 10. Februar 2017, 13:25 Uhr
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Die neue Lösung biete SAP große Chancen bei Mittelständlern, ist der Amerikaner überzeugt.

von Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

SAP macht ein wichtiges Versprechen wahr: Der Konzern bietet sein Programmpaket zur Unternehmenssteuerung jetzt auch aus der Cloud an. Die Erwartungen sind groß – die Konkurrenz ist es allerdings auch nicht klein.

DüsseldorfIm Geschäftsbericht bezeichnet sich SAP als „DAS Cloud-Unternehmen“. Der deutsche Softwarekonzern hat in den vergangenen Jahren Milliarden von Euro investiert, um seine Dienste aus der Datenwolke auszubauen. Was die Selbstdarstellung mit Großbuchstaben allerdings nicht so deutlich sagt: Bislang stammt der größte Teil des Zukunftsgeschäfts aus Zukäufen – das Kerngeschäft mit Software zur Unternehmenssteuerung trägt dazu kaum etwas bei.

Das soll sich nun ändern: Am Donnerstag stellte SAP auf dem Kapitalmarkttag in New York Neuerungen für das Programmpaket S4/Hana vor, die es ermöglichen, die Software vollständig in der Cloud laufen zu lassen. Kunden sollen von regelmäßigen Updates und Künstlicher Intelligenz profitieren. Vorstandssprecher Bill McDermott stellte den anwesenden Analysten gute Geschäfte in Aussicht: „S4/Hana is the enchilada“, sagte er in seinem üblichen Überschwang. Sinngemäß: Ganz großes Tennis.

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S/4 Hana ist die neue Version eines komplexen Programmpakets, mit dem Organisationen ihre Abläufe und Finanzen steuern können – Experten sprechen von Enterprise Resource Planning (ERP). Den Vorgänger R3 nutzen weltweit zehntausende Organisationen, für S4 hat SAP seit der Einführung 2015 nach eigenen Angaben knapp 6.000 Unternehmen gewinnen können. Die stark standardisierte Cloud-Version – Experten sprechen von Public Cloud –, nutzen bislang jedoch nur einige Pilotkunden.

Die neuen Funktionen sollen mehr Kunden vom Cloud-Angebot überzeugen. So lassen sich damit Geschäftsprozesse in Echtzeit abbilden – das soll dem Management Entscheidungen erleichtern. Andere Cloud-Lösungen des Konzerns werden nahtlos integriert, etwa die Beschaffungsplattform Ariba und die Personalmanagementlösung Success Factors – das ist eine Voraussetzung für die Automatisierung von Abläufen.

Zudem kündigte SAP an, in vierteljährlichen Updates neue Funktionen auszuliefern. Dabei soll auch Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielen. Details nannte der Konzern zunächst nicht, bekannt ist aber beispielsweise ein Projekt, bei dem eingehende Rechnungen automatisch mit ausstehenden Posten abgeglichen werden, auch dann, wenn die Daten nicht übereinstimmen.

Die neue Version werde das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen ankurbeln, betonte SAP-Chef McDermott. Aufgrund der Standardisierung handelt es sich um ein Massengeschäft. Der Konzern beliefert traditionell große Konzerne, die neue Software zielt auf Organisationen ab einer Größe von rund 1.500 Mitarbeitern. Für kleinere Firmen gibt es die Lösung Business By Design. Lange stand der Mittelstand bei SAP nicht im Fokus, inzwischen kümmert sich aber Vorstand Steve Singh mit einer dedizierten Organisation um diese Kundengruppe.

Mit den neuen Programmversionen reagiert SAP auf einen Paradigmenwechsel. Immer mehr Firmen nutzen IT aus der Cloud – sie beziehen Programme, Speicherplatz oder Rechenleistung aus den Rechenzentren von Dienstleistern, der sprichwörtlichen Datenwolke. Zu den Vorteilen zählen die schnelle Einführung und die hohe Kostentransparenz.

Das gilt auch für die Unternehmenssteuerung. Nach einer Studie des Marktforschers IDC werden 2020 bereits 40 Prozent aller großen Organisationen 60 Prozent ihrer ERP-Syteme in der Cloud laufen lassen. Und Gartner prognostiziert, dass der Umsatz von 35 Milliarden Dollar in diesem Jahr bis 2021 und durchschnittlich 9 Prozent pro Jahr wachsen wird. Etliche Konkurrenten bieten bereits entsprechende Produkte an, neben Konzernen wie Oracle und Microsoft auch zahlreiche Start-ups mit Speziallösungen – SAP schließt nun die Lücke.

Quelle:  Handelsblatt Online
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