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Private-Equity-Deal: Investor stemmt sich gegen Dell-Übernahme

08. Februar 2013, aktualisiert 09. Februar 2013, 00:02 Uhr
Ein Arbeiter schiebt eine Palette mit Dell-Produkten in einer Fabrik in Sriperumbudur Taluk, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Mittlerweile lehnen vier Großinvestoren die Übernahme-Offerte ab. Quelle: REUTERSBild vergrößern
Ein Arbeiter schiebt eine Palette mit Dell-Produkten in einer Fabrik in Sriperumbudur Taluk, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Mittlerweile lehnen vier Großinvestoren die Übernahme-Offerte ab. Quelle: REUTERS
Quelle: Handelsblatt Online

Michael Dell kauft sein Computer-Unternehmen zurück und nimmt es von der Börse. Doch dabei stößt auf Widerstand bei einem Großaktionär: Southeastern findet den Preis zu niedrig - und findet Mitstreiter.

Der Plan, den Computerbauer Dell von der Börse zu nehmen, stößt auf Widerstand eines einflussreichen Großaktionärs. Der US-Vermögensverwalter Southeastern Asset Management, der 8,5 Prozent an Dell hält, findet den Preis zu niedrig. Mit den 13,65 Dollar je Aktie werde Dell „deutlich unterbewertet“, erklärte Southeastern am Freitag in einer Börsenmitteilung.

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Southeastern ist der größte außenstehende Anteilseigner. Firmengründer und Konzernchef Michael Dell kommt auf 14 Prozent. Er will den Konzern im Pakt mit dem Finanzinvestor Silver Lake für insgesamt 24,4 Milliarden Dollar (18,2 Mrd Euro) zurückkaufen, von der Börse nehmen und umbauen. Dell, Nummer drei im PC-Geschäft, leidet unter dem schwächelnden Markt. Viele Kunden steigen auf Tablet-Computer um oder begnügen sich mit ihrem Smartphone.

Southeastern sieht den fairen Wert von Dell bei 24 Dollar je Aktie. Auch der Verkauf einzelner Sparten an Konkurrenzfirmen würde „mit Leichtigkeit“ mehr Geld einbringen als das vorliegende Angebot, schrieb die Gesellschaft in Richtung des Dell-Verwaltungsrats. Southeastern erklärte, „extrem enttäuscht“ zu sein und gegen die Übernahme ankämpfen zu wollen. Auch mehrere weitere Dell-Aktionäre kritisierten den Preis bereits als zu niedrig, die erste Klage ist bereits auf dem Weg.

Der Zorn der Anteilseigner hat auch damit zu tun, dass das aktuelle Angebot weit von einstigen Kursen entfernt ist. Der Preis von 13,65 Dollar bedeutet zwar einen Aufschlag von 25 Prozent zum Kurs vom 11. Januar, bevor die ersten Gerüchte über den Plan durchsickerten. Aber die Dell-Aktie kostet auch nach jüngsten Kursgewinnen gut ein Fünftel weniger als vor einem Jahr. Dabei hatte sie 2005 zeitweise noch über 40 Dollar notiert. Allerdings schaffte sie es seit Mitte 2008 nie mehr über die Marke von 20 Dollar.

Geschäftsentwicklung von Dell

  • Umsatzentwicklung

    Stagnierende Umsätze

    Geschäftsjahr* / Umsatz 

    2007 57,4 Mrd. Dollar

    2008 61,1 Mrd. Dollar

    2009 61,1 Mrd. Dollar

    2010 52,9 Mrd. Dollar

    2011 61,4 Mrd. Dollar

    2012 62,0 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers; * jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

  • Umsatzmix

    Starke Abhängigkeit von Hardware

    Umsatzmix Dell

    PC und Laptops: 2007: 61% / 2012: 54%
    Server und Speicher: 2007: 14% / 2012: 16%
    Software und Zubehör: 2007: 16% / 2012: 17%
    Dienstleistungen : 2007: 9% / 2012: 13%

  • Gewinnentwicklung

    Solide Gewinne

    Geschäftsjahr* / Gewinn

    2007   2,6 Mrd. Dollar

    2008   2,9 Mrd. Dollar

    2009   2,4 Mrd. Dollar

    2010   1,4 Mrd. Dollar

    2011   2,6 Mrd. Dollar

    2012  3,4 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers; * jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

  • Börsenwert

    Gefallener Börsenstar

    Geschäftsjahr / Börsenwert**

    2007 42,5 Mrd. Dollar

    2008 17,5 Mrd. Dollar

    2009 24,5 Mrd. Dollar

    2010 23,2 Mrd. Dollar

    2011 25,0 Mrd. Dollar

    2012 17,6 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers, **jeweils letzter Handelstag im Jahr, jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

Southeastern bezahlte für den aktuellen Anteil im Schnitt 16,88 Dollar je Dell-Aktie, insgesamt gut zwei Milliarden Dollar. Der Vermögensverwalter müsste damit zum Angebotspreis einen Verlust von fast 400 Millionen Dollar einstecken.

Der Widerstand der Aktionäre verstärkt den Zeitdruck für Michael Dell und seine Partner. Das Käuferkonsortium setzte sich den 5. November als Frist, bis zu der das Geschäft abgeschlossen sein muss. Michael Dell will bei dem Deal seinen Anteil einbringen, das Geld für den Kauf der restlichen Aktien kommt von Partnern und Großbanken. Hauptpartner ist dabei der Finanzinvestor Silver Lake. Auch Software-Primus Microsoft beteiligt sich mit einem zwei Milliarden Dollar schweren Kredit an dem Geschäft. Auf den meisten Dell-PCs läuft Microsofts Betriebssystem Windows.

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