Hugo Boss : Modekonzern ringt mit Branchenkrise

Hugo Boss : Modekonzern ringt mit Branchenkrise

, aktualisiert 09. März 2017, 12:45 Uhr
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Mark Langer: Boss-Chef hofft nach Gewinneinbruch auf Stabilisierung

Der Umbau des Unternehmens sorgt bei Hugo Boss für einen Gewinneinbruch. Die Dividende soll gekappt werden. Auch für das laufende Jahr dämpft Konzernchef Lange die Erwartungen.

Der Modekonzern Hugo Boss stellt sich auf eine weitere Durststrecke ein. Nach einem Gewinneinbruch im Jahr 2016 rechnet Konzernchef Mark Langer erst 2018 wieder mit Zuwächsen. "Wir werden in den nächsten zwölf Monaten die Grundlagen legen für ein nachhaltiges profitables Wachstum", sagte der Manager am Firmensitz in Metzingen. Der Krise in der Bekleidungsindustrie will der ehemalige Finanzvorstand mit einem "konsequenten Kostenmanagement" und dem Ausbau des Onlinegeschäftes begegnen. "Online und stationärer Einzelhandel müssen stärker verknüpft werden", ergänzte Vorstandsmitglied Bernd Hake. Das habe "oberste Priorität." Derzeit entwickle sich das eigene Onlinegeschäft, das 2016 um sechs Prozent schrumpfte, schlechter als erwartet.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz um vier Prozent auf 2,69 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn (Ebitda) vor Sondereffekten sank um 17 Prozent auf 493 Millionen Euro. Damit landete Boss noch am oberen Ende der Prognosespanne. Der Konzerngewinn brach auch wegen der Kosten für den Konzernumbau von 67 Millionen Euro um 39 Prozent auf 194 Millionen Euro ein. Die Aktionäre bekommen den Ergebnisrückgang zu spüren: Die Dividende soll um mehr als einen Euro auf 2,60 (Vorjahr: 3,62) Euro je Aktie gekappt werden. Die Hugo-Boss-Aktien legten dennoch um 1,4 Prozent zu und waren damit einer der größten Gewinner im MDax.

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China hui, Amerika pfui

Im laufenden Jahr rechnet Langer noch nicht mit einer tiefgreifenden Verbesserung. Er erwartet weitgehend stabile Umsätze auf währungsbereinigter Basis, hält aber beim Ebitda eine Schwankungsbreite von minus drei bis plus drei Prozent für möglich. Der Konzerngewinn soll nach dem Wegfall der Sondereffekte im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen.

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Neben weiteren Einbußen in Amerika, wo sich Langer wegen des Rabatt-Drucks vom Großhandel weitestgehend verabschiedet hat, rechnet der Manager in Europa mit lediglich stabilen Geschäften. Impulse erhofft er sich dagegen aus Asien. "Derzeit sehen wir ein starkes Geschäft in China", sagte Langer. Ob sich das aber über das ganze Jahr so weiter entwickelt, sei nicht absehbar.

Langer hatte nach dem überraschenden Abgang von Firmenchef Claus-Dietrich Lahrs im Februar vergangenen Jahres das Ruder bei Hugo Boss übernommen. Der ehemalige McKinsey-Mann verordnete dem alteingesessenen Unternehmen ein Resturkturierungsprogramm, das neben der Schließung unrentabler Läden und dem Ausstieg aus dem Großhandel in den USA eine langsamere Expansion vorsieht. Zudem brach er mit der Strategie seines Vorgängers und verabschiedete sich vom Luxusmarkt. Die Herrenkollektionen soll wieder stärker in den Fokus rücken, die der Konzern auf der diesjährigen New York Fashion Week zeigte, nicht aber die Damenmode. Ingo Wilts, kreativer Kopf im Vorstand, betonte aber: "Women's wear bleibt wichtiger Teil unseres Geschäftes."

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