Start-ups: Gründerinnen bekommen weniger Risikokapital

Start-ups: Gründerinnen bekommen weniger Risikokapital

, aktualisiert 27. Mai 2016, 12:06 Uhr
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Fehlende Gleichberechtigung: Frauen erhalten weniger Risikokapital.

Quelle:Handelsblatt Online

Vor fünfzig Jahren sang James Brown „It’s a Man’s World“. Wenn Frauen im Amerika des 21. Jahrhunderts ein Technologieunternehmen gründen, hat sich daran nicht so viel geändert. Eine Studie offenbart große Unterschiede.

San FranciscoWagniskapital ist das Lebenselixier eines Start-ups, und weibliche Tech-Entrepreneure erhalten deutlich weniger davon als männliche. Von Frauen gegründete US-Unternehmen bringen durchschnittlich 77 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) auf, während Männer 100 Millionen Dollar einsammeln, ergab eine Analyse des Finanzdienstes Bloomberg. Die Diskrepanz ist geringfügig höher als das nationale Lohngefälle: Einem Bericht der amerikanischen Statistikbehörde U.S. Census Bureau von 2015 zufolge verdienten Frauen im Schnitt 79 Cent für jeden Dollar, den ihre männlichen Kollegen bekamen.

Die Analyse von Bloomberg stützt sich auf 2005 Gründungen von Unternehmen im Technologiesektor mit Sitz in den Vereinigten Staaten von 2009 bis 2015, die sich Risikokapital in Höhe von mindestens 20 Millionen Dollar sichern konnten. Davon wurden nur 141 Start-ups von Frauen aufgebaut, was einem Anteil von sieben Prozent entspricht.

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Der Frauenmangel im Technologiebereich und ihr schlechterer Zugang zu Wagniskapital ist in den letzten Jahren zu einem Reizthema geworden. Das veranlasste Unternehmen, sich einer kritischen Selbstanalyse zu unterziehen, und trug zu einem allmählichen Wandel bei. Mehrere Technologieunternehmen haben begonnen, die Zusammensetzung ihrer Belegschaft zu veröffentlichen. Einige Risikokapitalgeber diskutieren zudem Wege zur Diversifizierung einer noch immer von weißen Männern dominierte Branche.

Die Studie von Bloomberg betrachtete aber nicht nur das Geschlecht der Firmengründer und die von ihnen aufgebrachten Summen, sondern auch ihren Werdegang (fast ein Viertel von ihnen ging außerhalb der Vereinigten Staaten zur Schule, die meisten kamen aus Indien) sowie geographische Zentren. Und ja, San Francisco belegt hier weiterhin den Spitzenplatz.

Auch ihre Bildung, oder deren Fehlen, ließ ein paar überraschende Trends erkennen. Unter den Firmengründern fanden sich mehr Personen, die ihr Studium abgebrochen oder keine Universität besucht haben, als Absolventen von einer einzelnen Eliteuniversität wie Harvard, Stanford oder MIT. Studienabbrecher gründeten eher Internetfirmen als andere Unternehmen innerhalb der Technologiebranche. Bei Biotechnologie- und Pharma-Start-ups sah die Sache allerdings ganz anders aus. Hier fanden sich keine Studienabbrecher, und mehr als 60 Prozent der Gründer verfügten über einen Doktortitel.

Quelle:  Handelsblatt Online
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