Zim Flugsitz: Ein Mittelständler revolutioniert den Flugzeugsessel

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Zim Flugsitz: Ein Mittelständler revolutioniert den Flugzeugsessel

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Leichter als die Konkurrenz: Angelika Zimmermann, Gründerin von ZIM-Flugsitz.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Unternehmerin Angelika Zimmermann verbindet Start-up-Kultur mit Industrietugend. Ihre Firma Zim Flugsitz punktet mit Innovationen - und landet damit bei Branchengrößen wie der Lufthansa.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypris (SPD) wirkt überrascht, als sie Anfang März in Schwerin das neue Werk des Mittelständlers Zim Flugsitz aus Marktdorf am Bodensee eröffnet. „Sie sind die Jungunternehmer?“, fragt die Politikerin das Eigentümer-Ehepaar Angelika und Peter Zimmermann. Gewöhnlich habe sie es fast nur noch mit Internet-Start-ups junger Gründer zu tun. Klassische Betriebe seien fast schon die Ausnahme.

Beide Zimmermanns sind Anfang 50. Mit ihren Unternehmen beweisen sie jedoch, dass schwäbische Industrie in Sachen Dynamik ohne Weiteres mit jungen Gründern mithalten kann. Innerhalb von nur zehn Jahren haben sie den zuvor von Konzernen wie Recaro, Rockwell Collins und Zodiac dominierten Markt für Flugsitze gründlich verändert. Zim beliefert unter anderem die Lufthansa und Singapore Airlines, mit einer Jahresproduktion von gut 30.000 Sitzen gehört das Unternehmen zu den fünf größten Herstellern Europas – „und treibt uns gehörig vor sich her“, stöhnt ein Vorstand eines Wettbewerbers.

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Dass es so kommen würde, erwarteten die bodenständigen Zimmermanns selbst nicht, als sie sich 1995 mit einem Entwicklungsbüro selbstständig machten. Die beiden Ingenieure hatten zuvor bei Luftfahrtunternehmen wie dem Airbus-Vorläufer Dornier gearbeitet. Dort störten sie sich vor allem an demotivierender Konzernbürokratie und dem schwerfälligen Umgang mit Neuerungen wie den besonders leichten Faserverbund-Werkstoffen. In ihrem eigenen Unternehmen wollten sie die Gründerkultur mit flachen Hierarchien und schnellen Neuerungen mit der präzisen Arbeit eines schwäbischen Industriebetriebs kombinieren.

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Das funktioniert. 2004 gehen sie noch einen Schritt weiter. Das Unternehmerpaar will nicht mehr nur einzelne Teile wie Flügel für Hersteller wie Airbus verbessern. „Wir wollten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch inhaltlich selbstständig werden“, sagt Angelika Zimmermann.

Mit ihrem Mann macht sie sich auf die Suche nach einer Marktlücke. Die muss drei Anforderungen erfüllen: Potenzial für Wachstum, die richtige Größe für das damals nur zwei Dutzend Ingenieure starke Unternehmen und die Aussicht auf anspruchsvolle Innovationen, die keiner schnell kopieren kann. Nach zwei Jahren Suche haben die Zimmermanns die passende Idee gefunden: „Bei Sitzen hatte sich trotz vieler Neuerungen im Flugzeugbau über die Jahre relativ wenig getan“, sagt Angelika Zimmermann.

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Leicht, dünn, bequem

Um das zu ändern, gründen sie ein Entwicklungslabor. Im Frühling 2008 hat das den Sessel EC-01 fertig. Dank leichter Baumaterialien wiegt der nur rund elf Kilo, ein Drittel weniger als Standardstühle der Konkurrenz. Zudem ist er so dünn, dass die Fluglinien mehr Sitze in ihre Flugzeuge schrauben können, ohne dass die Bequemlichkeit der Passagiere leidet.

Da damals die Spritpreise stark gestiegen sind, rechnen sich die Zimmermanns für ihren leichten und dadurch sparsamen EC-01 beste Chancen aus. Voller Zuversicht reisen sie im September zu einer wichtigen Messe im kalifornischen Long Beach. Und tatsächlich können sie sich dort vor Interessenten kaum retten. Umso größer ist die Ernüchterung, als danach keine Fluglinie ihr erster Kunde werden will. „Meldet euch, wenn euer Sessel woanders fliegt“, teilen die meisten mit.

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