Möbelhandel: Revolution bei Ikea

Möbelhandel: Revolution bei Ikea

Billy, das legendäre Bücherregal des Möbelriesen Ikea, bekommt einen großen Bruder. Apple ist daran nicht ganz unschuldig.

Premiere war 1979. Seither verkauft der schwedische Möbelkonzern Ikea das inzwischen legendäre Bücherregal Billy. Mehr als 41 Millionen Stück wurden weltweit schon ausgeliefert. Noch heute zählt es zu den zehn meist verkauften Produkten des Möbelgiganten, der insgesamt mehr als 9500 Artikel anbietet. Doch im Oktober bekommt Billy einen großen Bruder. Denn die Verbraucher vertrauen Billy seltener klassische Bücher an, sondern zunehmend dicke Aktenordner oder schwergewichtige Bildbände. Das aber schafft Billy kaum noch.

Billys großer Bruder geht in die Tiefe

Zwar hat Billy im Laufe der Jahre schon häufiger Form und Farbe gewechselt, nie aber die Regaltiefe – die war stets 28 Zentimeter. Da bietet der große Bruder mehr, der im Oktober kommt – genau elf Zentimeter mehr. Zudem halten seine Regalböden Lasten bis zu 42 Kilogramm aus, der Klassiker trug nur 30 Kilogramm. Das hat natürlich seinen Preis: Während der Klassiker ab 39 Euro zu haben ist, kostet der Neue in der billigsten Ausführung 69 Euro. Ob der große Billy nur ein Intermezzo bleibe oder längerfristig in Ikeas 317 Filialen rund um den Globus erhältlich sein werde, hänge vom Absatz und damit dem Erfolg ab, sagt eine Ikea-Sprecherin. Man habe schon häufiger etwas Neues für eine gewisse Zeit ausprobiert, wie knallige Farben und Muster.

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Gerade in den USA, nach Deutschland Ikeas zweitgrößter Absatzmarkt, dürfte der große Bruder damit den Geschmack der Kunden treffen. Denn die Amerikaner nutzen zunehmend E-Books statt herkömmliche Bücher. Da bleibt viel Regalfläche ungenutzt, denn  E-Books werden auf einem eReader oder TabletPC wie dem iPad, also kleinen flachen Computern, gelesen. Laut der Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (Pwc) machten eBooks in den USA bereits im vergangenen Jahr sieben Prozent des Gesamtbuchmarktes aus. In 2009 waren es noch drei Prozent, umgerechnet etwa 550 Millionen US-Dollar gewesen.

Einen Extra-Schub habe der amerikanische Markt durch die Einführung von Apples iPad verspürt. In den ersten beiden Monaten nach dessen Einführung seien fünf Millionen Bücher aus dem Apple-Store heruntergeladen worden. Auch der US-Internetbuchhändler Amazon verdient kräftig mit den elektronischen Büchern. Im Sommer 2010 gab das Unternehmen bekannt, dass auf 180 verkaufte eBooks lediglich rund 100 gebundene Bücher fielen.

In Deutschland wurden 2010 laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit zwei Millionen verkauften eBooks rund 21 Millionen Euro umgesetzt. Das sind allerdings nur etwa 0,5 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Buchmarkt. Da hat der alte Billy noch nicht ausgedient. Ikea wird ihn auch weiterhin anbieten. Die Zeit des großen Bruders hat gerade erst begonnen.

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