Rohwedder/Elwema: Vereint wieder auf Wachstumskurs

Rohwedder/Elwema: Vereint wieder auf Wachstumskurs

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Antonia Alvarez von Rohwedder/Elwema: Der Mann traut sich was: Der Spanier investierte eigenes Kapital, als er beim angeschlagenen Maschinenbauer die Führung übernahm. Mithilfe neuer Montagelinien und standardisierter Prozesse rettete er das Unternehmen.

von Lothar Schnitzler

Der schwäbische Maschinenbauer Rohwedder war in der Wirtschaftskrise am Ende - ein Spanier investierte dennoch eigenes Kapital.

Der Laden war am Ende. Rohwedder war einer dieser typischen schwäbischen Maschinenbauer in Familienhand mit solidem Ruf und hoher technischer Kompetenz – zumindest nach außen hin. Die Wirklichkeit sah anders aus, wie die Wirtschaftskrise schonungslos enthüllte: 2009 machte der Familienbetrieb Verluste. „Die hatten jede Menge fauler Aufträge“, sagt Antonio Alvarez. Der Spanier aus Aachen mit rheinischem Singsang fand bei seinem Antritt als Geschäftsführer nach der Insolvenz im Sommer vergangenen Jahres ein ausgepowertes Unternehmen vor mit angestaubter Produktpalette und unsinnigen Abläufen. „Mehr als zehn Konstrukteure arbeiteten an einem Auftrag, obwohl drei oder vier gereicht hätten“, erzählt Alvarez.

Standardisierung, Verwendung von möglichst vielen gleichartigen Teilen – so wie es jedes Managementhandbuch predigt? Fehlanzeige! Alvarez, gelernter Maschinenschlosser und studierter Maschinenbau-Ingenieur, machte aus einer Montagemaschine mit fünf verschiedenen Gewindegrößen erst einmal eine mit nur noch zwei Schraubengrößen. Auch das ist ihm noch zu viel: Die nächste Maschinengeneration soll nur noch eine Schraubengröße haben.

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Überflüssige Vielfalt kostet Geld

Der 55-Jährige hat gelernt, dass überflüssige Vielfalt Geld kostet: „Dann müssen wir mehr Werkzeuge bereithalten, und die Maschine muss die Werkzeuge häufiger umspannen.“ Alvarez’ Vorgehen hat System, nur so bleibt ein deutscher Maschinenbauer für ihn global wettbewerbsfähig und krisenfest. Ein Zurück ins Klein-Klein der Vorkrisenzeit gibt es für ihn nicht.

Sein Gesellenstück als Firmenretter lieferte Alvarez beim Ellwanger Mittelständler Elwema. Vor drei Jahren übernahm er bei dem insolventen württembergischen Maschinenbauer die Führung. Elwema stellt Maschinen her, die Werkstücke von Metallspänen reinigen, die Dichtigkeit oder die korrekte Montage prüfen. Schon dort setzte er sein Mantra „Standardisieren, systematisieren, innovieren“ um. So entwickelte Alvarez mit dem Elwema-Team Montagelinien, an denen sowohl Diesel- als auch Benzinmotoren bearbeitet werden. Die Standfläche einer anderen Anlage verkleinerte er von 100 auf 35 Quadratmeter – zugleich stieg die Leistung um 25 Prozent.

Die Zahlen geben ihm recht: Bei seinem Elwema-Einstieg – Alvarez ist mit zehn Prozent beteiligt – machte das Unternehmen bei 8,8 Millionen Euro Umsatz fast eine Million Euro Verlust. 2010 bilanziert es 28 Millionen Euro Umsatz und wies eine Gewinnmarge von rund fünf Prozent aus.

Jetzt ist Alvarez dabei, Rohwedder und Elwema unter dem Dach der neu gegründeten Assembly in Motion zusammenzuführen – und steuert die einstigen Bankrottfirmen auf einen nachhaltigen Wachstumskurs .

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