Chartanalyse: Rohstoffindex ist dem Dax voraus

Chartanalyse: Rohstoffindex ist dem Dax voraus

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Weltkonjunktur treibt Rohstoffe und Dax

von Anton Riedl

Die Charts signalisieren höhere Preise für Rohstoffe und Aktien. Dax-Werte zählen zu den Favoriten.

Öl ist der Schmierstoff der Weltwirtschaft. Im CRB-Index, der wichtigsten Preiskurve der internationalen Rohstoffmärkte, machen Rohöl, Heizöl und Benzin ein Drittel des gesamten Indexwerts aus. Des Weiteren sind im CRB Agrarrohstoffe wie Mais und Weizen verrechnet, Industriemetalle wie Kupfer und Aluminium und Edelmetalle wie Gold und Silber. Mit seinen 19 einzelnen Rohstoffen ist der seit 1957 berechnete CRB-Index ein Barometer für das Auf und Ab der Weltwirtschaft – und damit auch ein Taktgeber für die Tendenz an den Aktienmärkten.

Wie im vergangenen Börsenaufschwung der Jahre 2003 bis 2007. Hier nahm der CRB-Index die Erholung an den Aktienmärkten schon ein Jahr zuvor vorweg. Die außergewöhnliche Öl-Hausse bis Mitte 2008 trieb ihn noch einmal auf ein spätes Hoch; danach aber, in der Finanz- und Konjunkturkrise ab Herbst 2008, brachen beide Kurven gleichzeitig nach unten weg.

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Finanzkrise abgehakt

Seit Anfang 2009 läuft im CRB-Index die Erholung der Rohstoffpreise. Der mittelfristige Aufwärtstrend, der sich seitdem gebildet hat, macht noch in diesem Jahr einen Preisanstieg von derzeit 270 Punkte auf 290 Punkte möglich. Hier könnte es zunächst zu einer Verschnaufpause kommen. Überspringt der CRB dann die 290er-Hürde, ist in den nächsten ein bis zwei Jahren ein weiterer Preisanstieg von rund 20 Prozent möglich.

Das Bild steigender Rohstoffpreise passt zur Entwicklung des Dax. Der brach im Sommer 2009 seinen mittelfristigen Abwärtstrend. Aus charttechnischer Sicht war mit diesem Trendbruch die Finanz- und Konjunk-turkrise am deutschen Aktienmarkt beendet.

Die erste Anstiegsphase bis Ende 2009 verlief dynamisch, seit Anfang 2010 haben sich die Kurse zwischen 5400 und 6400 Punkten festgefahren. Wie es weitergehen könnte, zeigt ein Vergleich mit der vorangegangenen Hausse der Jahre 2003 bis 2007. Auch hier kam es zunächst zu einem schnellen Anstieg und dann im Jahr 2004 zu einer Konsolidierung. Die Korrektur dauerte acht Monate und lief bis Mitte August – bevor von da aus eine dreijährige Aktienrally startete. Die aktuelle Konsolidierung dauerte bisher ebenfalls acht Monate. Dabei ist der Dax aus charttechnischer Sicht derzeit sogar stärker als 2004, da er im Gegensatz zu damals deutlich über der Durchschnittslinie der vergangenen 200 Börsentage läuft. Die Angst vor einem abermaligen Absturz der Kurse war 2004 berechtigter als heute.

Bei aller Stärke – auch der Dax hat noch Spielraum für eine längere Korrektur. Selbst wenn er in den nächsten Wochen noch einmal auf 6000 oder sogar auf 5600 abrutschen würde, liefe er immer noch in einer ähnlichen Aufwärtsbewegung wie im Aufschwung 2003 bis 2007.

7000 Punkte sind möglich

Die entscheidende Hürde, mit der die Aktien die nächste dynamische Phase einleiten, ist die Widerstandszone um 6400 Punkte. In den vergangenen zehn Jahren kam es hier mehrmals zu Richtungsentscheidungen im Markt. Im Herbst 2008 leitete der Rutsch unter 6400 die akute Phase der Finanzkrise ein.

Schafft der Dax den Sprung über 6400, liegen die nächsten Ziele bei gut 7000 Punkten. Geht es nach dem Muster der Hausse von 2003/07 weiter, würde der Dax 2012 sein Rekordniveau um 8100 erreichen.

Angesichts der vielversprechenden Aussichten, die der Dax bietet, ist es kein Wunder, dass deutsche Aktien für immer mehr Anleger zu den Favoriten gehören. Das zeigt das schlechtere Abschneiden des Weltaktienindex MSCI, in dem die Kurse von mehr als 1600 Aktien aus 24 Industrieländern stecken. In der Finanzkrisen-Baisse machte der MSCI den kompletten Anstieg der vorangegangenen Hausse zunichte, während der Dax weit weniger verlor. Noch immer hat der Weltindex trotz Kurserholung seinen mittelfristigen Abwärtstrend nicht gebrochen. Auch wenn für das schlechtere Abschneiden der MSCI-Kurve das Fehlen der Dividenden mitverantwortlich ist (im Dax werden sie miteingerechnet): Auf seinem Weg nach oben ist der Dax dem Weltindex einen ganzen Schritt voraus.

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