Karriere: Werden schöne Frauen diskriminiert?

Karriere: Werden schöne Frauen diskriminiert?

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Wahre Schönheit erkennt man auch von hinten! Die zwölf Kandidatinnen für die erste Staffel von "Germany's next Topmodel - by Heidi Klum" sollten sich außerhalb der Model-Branche lieber ohne Bild bewerben.

von Ferdinand Knauß

Unattraktive Menschen haben es vermutliche schwerer im Leben. Doch zumindest bei schriftlichen Bewerbungen könnte es umgekehrt zugehen. Schöne Frauen kommen in Personalabteilungen nicht gut an.

Lehrer geben hübscheren Schülerinnen bessere Noten, die schöne Kellnerin kassiert mehr Trinkgeld, der besser aussehende Politiker erhält mehr Stimmen. Und dann erst die Bevorzugung der Schönen bei der Partnersuche! Seit einigen Jahren setzen sich die Hässlichen gegen den angeblich weit verbreiteten "Lookism" zur Wehr. Zumindest in der englischsprachigen Welt ist der Anti-Lookism nicht ganz erfolglos. Im australischen Bundesstaat Victoria und einigen Städten der USA ist Diskriminierung auf Grund äußerer Merkmale bereits verboten. In Deutschland dagegen darf ein Türsteher zwar niemanden wegen seiner Hautfarbe ablehnen, aber wer ihm einfach nicht gefällt, hat Pech gehabt.

Aber die unattraktiven Diskriminierungsopfer können in ihrem Kampf immerhin auf neue Verbündete hoffen: Schöne Frauen. Denn auch die werden offenbar benachteiligt. Zwar nicht an der Disco-Tür, aber immerhin in Bewerbungsverfahren. Das behauptet zumindest Bradley Ruffle. Der Ökonom an der israelischen Ben-Gurion-Universität - Ökonomen halten bekanntlich alles was nur im entferntesten mit Wirtschaft zu tun hat, für ihr Forschungsobjekt - verschickte fiktive Bewerbungen auf rund 2500 Stellenanzeigen. Je zwei inhaltlich weitgehend identische pro Inserat. Der einen Bewerbung lag ein Bild von einer Frau oder einem Mann bei, die Befragte zuvor als attraktiv oder durchschnittlich aussehend bewertet hatten, der anderen lag kein Bild bei.

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Das Ergebnis: Während attraktive Männer durchschnittlich doppelt so viele Zusagen für ein Bewerbungsgespräch bekamen als die durchschnittlich Aussehenden, war es bei den Frauen umgekehrt: Die Kandidatinnen, die als weniger attraktiv eingestuft worden waren oder kein Bild mitgeschickt hatten, waren erfolgreicher (Sieben gegen elf Einladungen). Daran, dass hübsche Frauen für dumm gehalten werden, glaubt nämlich tatsächlich kaum jemand. Das haben Ruffle selbst und zahlreiche andere Untersuchungen belegt. Im Gegenteil, Bilder attraktiver Frauen wurden in der Befragung vorab auch mit dem Attribut "intelligent" belegt.

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