Superman(n) im Business : So viel Chauvi ist im Job noch zeitgemäß

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GastbeitragSuperman(n) im Business : So viel Chauvi ist im Job noch zeitgemäß

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Chauvis haben im modernen Berufsleben ausgedient.

Alphamännchen und Silberrücken sind eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Denn ein guter Chef imponiert nicht nur seinen Vorgesetzten. Trotzdem haben Chauvis auf der Karriereleiter oftmals eine Sprosse Vorsprung.

Es gibt Männer, die durch ihre Körperhaltung und Sprache einen Machtanspruch demonstrieren. Früher haben Männer damit ihren Erfolg und ihren Anspruch auf Anerkennung über Jahrzehnte gesichert. Auch heutzutage schaffen es Chauvis auf der Karriereleiter oft schneller nach oben. Gerade bei Meetings mit den Top-Vorgesetzten oder Kunden, die die Details der Arbeitsprozesse nicht kennen, wirken Chauvis überlegen – oft bedingt durch ihre überzeugende Selbstpräsentation. Wer im Brustton der Überzeugung sprechen kann, wirkt immer selbstbewusst und kompetent.

Kommunikationsstile

  • Der Hilfsbedürftige

    Unterwürfig und verzweifelt klingt dieser Kommunikationstyp. Er ist stets überfordert und drückt dies mit nahezu flehender Stimme aus.

  • Der Helfer

    Er ist das absolute Gegenteil des Hilfsbedürftigen. Der Helfer hat eine starke aber gleichzeitig einfühlsame Stimme, die dem anderen signalisiert: „Meine Unterstützung ist dir sicher“.

  • Der Selbstlose

    Auch er ist stets zum Helfen bereit, allerdings wirkt er schwächer als der Helfer und unterwirft sich seinem Gesprächspartner geradezu.

  • Der Aggressive

    Konfrontation, Empörung und Verteidigung das liegt dem Aggressiven gut. Ausschweifende, beschuldigende Gesten passen zu diesem Kommunikationstyp. Er ist stets darauf bedacht sein Gegenüber in Schach zu halten und zu entwerten. Er stellt sich selbst eine Stufe höher als andere.

  • Der Wichtigtuer

    Er muss sich ständig selbstprofilieren - erzählt, was er alles kann, wie angesehen er ist und wen er kennt.

  • Der Kontrolleur

    Dieser Kommunikationstyp weiß genau, was richtig und was falsch ist – zumindest denkt er das. Er reitet häufig auf moralischen Aspekten herum. Er wirkt dadurch bestimmend und kontrollierend.

  • Der Zurückhaltende

    Dieser Typ verwendet eine sehr sachliche Sprache und lässt kaum Nähe zum Gesprächspartner zu. Diese Haltung unterstreicht er mit seiner Körpersprache – ganz klassisch hierfür sind verschränkte Arme.

  • Der Mitteilungsbedürftige

    „Achtung, jetzt komm ich!“ ist der Leitspruch dieses Kommunikationstyps. Er ist redselig und liebt die Selbstinszenierung.

Aber: Mit Ausnahme des genetisch disponierten Chauvis, braucht es Energie, ein Chauvi zu sein. Es ist anstrengend, jeden Morgen die Chauvi-Maske aufzusetzen. Chauvis müssen in jeder Situation die unterschiedlichen Verhaltensweisen abrufen, Arroganz oder Kooperation signalisieren - je nachdem, wer gerade vor ihnen steht. Da stellt sich doch die Frage: Warum möchten jemand ein Chauvi sein? Hat derjenige über die Konsequenzen nachgedacht oder läuft er aus Karrieresucht gedankenlos einem zukünftigen Auslaufmodel ehemaliger Führungsriegen hinterher?

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Gabriele Schlegel ist Dozentin und Geschäftsführerin von Business Behaviour, einem Institut für nationale und internationale Kommunikation. Quelle: Privat

Gabriele Schlegel ist Dozentin und Geschäftsführerin von Business Behaviour, einem Institut für nationale und internationale Kommunikation.

Bild: Privat

Fragen Sie sich einmal selbst: Möchten Sie wirklich Menschen manipulieren und sie wie Kinder behandeln? Sie zahlen einen Preis für diese Überheblichkeit. Sie werden von Kollegen oder Mitarbeitern nicht anerkannt, Kooperation wird sich auf das Notwendigste beschränken, und Sie erhalten keine Wertschätzung, die jeder von uns in angemessenem Maße braucht.

Ein bisschen Chauvi genügt
Die neue Generation von Führungskräften wird Mitarbeitern Verantwortung und die Autorität übertragen, ihre Aufgaben eigenständig zu erledigen. Chefs sollten ihre Kraft und Ausstrahlung, die Chauvis auf jeden Fall haben, nutzen, um eine professionelle Persönlichkeit mit einem starken, motivierten Team von Kollegen oder Mitarbeitern zu werden.

Schließlich geht es im Geschäftsleben darum, Prozesse erfolgreich nach vorne zu bringen und etwas zu bewegen. Damit das langfristig funktioniert, brauchen Führungskräfte den Input aller Kollegen oder Mitarbeiter. Teammitglieder arbeiten aber nur dann ambitioniert, wenn sie angemessene Wertschätzung - kein inflationäres Lob! - bekomme. Die Bereitschaft, Leistung zu bringen, hängt unmittelbar mit unseren Emotionen zusammen. Das gilt in der Regel noch etwas mehr für Frauen als für Männer. Der Wunsch nach Anerkennung ist in jedes menschliche Betriebssystem eingebaut. Die Energie, die Chauvis für ihre Selbstdarstellung verschwenden, sollte also besser ins Team fließen.

So unterschiedlich nehmen Männer und Frauen ihre Arbeitswelt wahr

  • Die Studie

    Die Bertelsmann Stiftung hat in einer Studie untersucht, was sich Männer und Frauen von ihrer Arbeit wünschen. Die Ergebnisse unterscheiden sich mitunter sehr stark.

  • Emotionale Unterstützung

    Einer der Hauptpunkte, den Frauen nannten, war beispielsweise "Emotionale Unterstützung", Männer nannten diesen Punkt dagegen kaum.

  • Hilfe

    Zum Thema "Helfen in beruflichen Situationen" zeigen sich zunächst keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Eine genauere, qualitative Analyse ergab jedoch: Männer beschrieben oft Situationen, in denen sie praktische und direkte Karrierehilfe bekamen. Frauen dagegen beschrieben Beispiele, in denen sie (unerwartet) freundliche Aufmerksamkeit in einer unsicheren Umwelt erhielten.

  • Schaden in beruflichen Situationen

    55 Prozent Frauen erzählten zumindest eine Schadensgeschichte. Es waren immer Situationen, in denen sie ausgegrenzt oder zurückgewiesen wurden. Vielfach wurden ihnen Ressourcen verweigert, die anderen zugestanden wurden. Im Vergleich: nur elf Prozent der Männer erzählten eine Schadensgeschichte.

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