Julian Riedlbauer: "Man kann einem Star auch absagen"

InterviewJulian Riedlbauer: "Man kann einem Star auch absagen"

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Julian Riedlbauer, Partner bei GP Bullhound und Leiter der deutschen Niederlassung in Berlin.

von Simon Book

Julian Riedlbauer, Partner bei GP Bullhound, einer internationalen Technologie-Investmentbank, die Start-ups und Investoren berät, über Promis als Investoren, die Gefahren der Millionen von Stars - und den Fall Spacey.

WirtschaftsWoche: Herr Riedlbauer, in den letzten Jahren hatte man den Eindruck, prominente Investoren sind inzwischen ein Muss für Start-ups. Stimmt das immer noch?
Julian Riedlbauer: "Es gibt Zeiten, in denen ist ein prominenter Investor super. Aber es gibt auch Zeiten, da ist das sehr ungünstig  – etwa gerade jetzt im Falle von Kevin Spacey. Vor drei Jahren noch hat man in der Branche gedacht, einen Star an Bord zu haben ,sei immer gut. Heute weiß man, dass es auch große Nachteile haben kann. Sobald man einen Star als Investor hat, ist die Firma mit diesem Prominenten verbunden. Eine gute Firma mit dem richtigen Produkt hält auch negative PR mal aus. Ist aber das Produkt nicht perfekt und der Star in der Krise, kann das sehr schlecht für das Image der Firma sein."

Zur Person

  • Julian Riedlbauer

    Julian Riedlbauer ist seit 2012 Partner bei GP Bullhound, und Leiter der deutschen Niederlassung in Berlin. GP Bullhound berät als internationale Technologie-Investmentbank seit 1999 Unternehmen, Gründer und Investoren in den Bereichen Mergers & Aquisitions, Wachstumsfinanzierungen und IPOs sowie Research und Asset Management.

Gilt das aus für deutsche Promi-Investoren?
"Die Gefahr, dass ein Skandal des Stars groß in die Medien kommt und auf das Image der Firma abfärbt, ist bei Hollywood Stars sicherlich größer als bei deutschen Prominenten, einfach weil die internationalen Stars nochmal eine ganz andere Aufmerksamkeit in den sozialen Medien haben. Aber klar: es kann immer passieren."

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Was raten sie also jungen Unternehmen? Besser auf einen Promi-Investor verzichten?
"Ein Star bietet deutliche Chancen, aber auch große Risiken. Wenn Start-ups sich für einen prominenten Investor entscheiden, dann kommt es darauf an, dass der Prominente und das Produkt von der Zielgruppe her zusammen passen. Auch der Zeitpunkt, wann der Star an Bord kommt, ist wichtig. Will ein Star schon in der ersten Finanzierungsrunde einsteigen, bevor das Produkt marktreif ist, dann ist das meist nicht gut. Da kann man auch einem Star absagen. Ein Promi ist sicher gut zu haben, aber wichtiger ist es, einen guten Risikokapitalgeber zu suchen. Ein professioneller Investor kann mit seiner Erfahrung helfen, die Firma und das Produkt weiter zu entwickeln. Dafür sollte man primär seine Zeit verwenden, nicht für die Suche nach einem Star."

PremiumPromi-Investoren Die glamouröse Gefahr für Start-ups

Immer mehr Gründer suchen sich Stars als Investoren. Einer der bekanntesten Geldgeber: Kevin Spacey. Sein Fall zeigt die Risiken des Modells.

Risiko Investoren-Stars  Quelle: Getty Images

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