Roboter Recruiting: Computer-Technologien in Deutschland

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Roboter Recruiting: Wenn der Mensch von der Maschine eingestellt wird

Computer-Technologien in Deutschland

Stefan Berger ist Experte bei der IBM-Tochterfirma Kenexa, die auf die Bewerberauswahl mittels Datenanalyse spezialisiert ist. Er ist überzeugt von der Wirksamkeit des Roboter Recruiting. "So steigen die Qualität der Neueinstellungen und die durchschnittliche Beschäftigungsdauer kräftig. Von 1000 Kandidaten bleiben 50 übrig, die alle eingestellt werden können", berichtet er der Computerwoche.

In Deutschland setzt auch Bosch auf fortschrittliche Computer-Technologien. Allerdings nicht, um damit Bewerbungen zu analysieren oder zu selektieren. Bosch nutzt die CV-Parsing-Technologie - damit sparen gerade Bewerber viel Zeit. Sie können ihren Lebenslauf auf einer Online-Plattform als PDF-Datei hochladen, die Softwaren erkennt die individuellen Bereiche des Lebenslaufs, so zum Beispiel persönliche Informationen, Ausbildung und Berufserfahrung. Diese Informationen werden automatisch in die entsprechenden Felder des Kandidatenprofils eingegeben. Das erleichtert das lästige Ausfüllen der Eingabemaske bei rund 200.000 Bewerbungen jährlich. Trotzdem werden die Lebensläufe noch immer von Personalreferenten persönlich gesichtet, bewertet und selektiert.

Bosch setzt auf den niederländischen Software-Hersteller Textkernel. Textkernel hat eine Technologie entwickelt, die Lebensläufe in mehreren Sprachen erkennen kann. Das beschleunigt die Job-Einstellungen auf dem Arbeitsmarkt. "Mit der CV-Parsing-Software von Textkernel können wir unseren Bewerbern bei ihrem Online-Bewerbungsprozess mehr Komfort bieten. Wir bieten diese Funktion in neun Ländern für die Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Polnisch und Portugiesisch an", erklärt Melanie Ebelle, Projektleiterin Selection bei Robert Bosch in Gerlingen, auf der Website von Textkernel.

Während in Amerika bereits 95 Prozent aller Konzerne die Bewerberunterlagen von Computerprogrammen aussortieren lassen, sieht es in Deutschland noch erheblich anders aus. Experten zweifeln an einer großflächigen Umsetzung der neuen Mitarbeiterbeschaffung. Eins der Probleme: Lediglich große Unternehmen können von einer elektronischen Selektion der Lebensläufe profitieren. Kleineren Unternehmen fehlt es an digitalen Informationen. Sie können nicht auf Massen von Daten zurückgreifen, um sich ihre Wunschkandidaten per Mausklick zu erschaffen. Wenn aus Datenmangel kein Musterprofil für einen Mustermitarbeiter erstellt werden kann, dann kann er auch nicht gefunden werden.

Außerdem: Firmen, die sich durch datenbasierte Methoden und Worte wie aussortieren, statistisch bewerten und selektieren einen Namen machen, haben einen schlechten Ruf. Wer seine Mitarbeiter nicht persönlich kennenlernen möchte, bevor er sie einstellt, gilt als uninteressiert und kalt. Auch wenn Roboter Recruiting Irrtümer minimieren und Erfolge perfektionieren soll, ist Irren immer noch menschlich.

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Doch was ist, wenn der Kandidat zwar alle Kriterien erfüllt und trotzdem nicht ins Team passt? Wenn es auf menschlicher Ebene nicht stimmt? Dafür hat das Roboter Recruiting noch keine Lösung gefunden.

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