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Nachwuchskräfte : Welche Unternehmen Talente besonders fördern

von Daniel Rettig

Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen Arbeitgeber die besten Nachwuchskräfte nicht nur finden, sondern auch halten und weiterentwickeln. Das sogenannte Talent Management ist deshalb in vielen Unternehmen Chefsache. Wer das in Deutschland besonders gut macht – und wie.

Illustration Hochseilakt Quelle: Illustration: Olaf Hajek
Illustration Hochseilakt Quelle: Illustration: Olaf Hajek

Seitdem Tobias Becker seinen Job gewechselt hat, ist er häufig auf Dienstreisen. Ständig besucht der Audi-Angestellte Fachmessen und Konferenzen, knüpft dabei neue Kontakte oder hält auf Kongressen Vorträge, in denen er von seinem Berufsalltag erzählt. Seine Zuhörer sind meistens begeistert und vielleicht auch ein wenig neidisch.

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Becker bekleidet seit 2008 eine Position, die es bei seinem Arbeitgeber bisher nicht gab: Der 40-Jährige ist der erste Talent Relationship Manager des Ingolstädter Autokonzerns. Er ist dafür verantwortlich, potenzielle Nachwuchskräfte ausfindig zu machen – und zwar Ingenieure, die zwischen zwei und sieben Jahre Berufserfahrung haben.

Hat er sie gefunden, hält er regelmäßig Kontakt, trifft sich gelegentlich mit ihnen oder steht für berufliche Fragen aller Art zur Verfügung. Becker selbst beschreibt seinen Job als „eine Mischung aus Mentor und Talentsucher“.

Enger Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften

Audis Talent Relationship Management, kurz TRM, ist ein Sonderfall. Kein anderes deutsches Unternehmen hat eine solche Stelle bislang geschaffen. Noch. Denn Beckers Position ist ein Indiz dafür, dass sich im Personalwesen gerade einiges ändert. Das Stichwort dazu: Talent Management.

So nennen Personaler alle Aktivitäten rund um das Einstellen, Halten und Weiterentwickeln der besten, hoffnungsvollsten, talentiertesten Mitarbeiter. Vor allem drei Trends kristallisieren sich in dem Zusammenhang derzeit heraus: 

Modernes Talent Management avanciert zur Chefsache.Die damit betrauten Führungskräfte halten systematisch engen Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften.Und sie fördern dabei nicht immer nur zukünftige Vorstandschefs.

Zwar rechnen derzeit 38 Prozent der Personaler damit, dass ihre Arbeit in diesem Jahr erheblich unter der Krise leiden wird, fand die Managementberatung Hewitt Associates im März mittels einer Umfrage heraus. Gleichwohl ist die Agenda klar: Für 46 Prozent ist die Entwicklung der Führungskräfte das Wichtigste. Und 32 Prozent wollen Talente stärker ans Unternehmen binden.

Messbarer Erfolg

Bestätigt wird dies auch durch eine weltweite Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Rund 4700 Personalverantwortliche aus insgesamt 83 Ländern gaben dort an: Talent Management hat bei ihnen oberste Priorität. Kein Wunder – mit Spitzenkräften verbindet jeder Arbeitgeber die Hoffnung, innovative Produkte, kreative Geschäftsmodelle und raffinierte Strategien entwickeln zu können, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.

Wem es gelingt, gute Mitarbeiter zu finden und zu binden, der hat mehr Erfolg. Sogar messbar. Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte die St. Gallener Beratung Transformation Management eine Studie, für die sie knapp die Hälfte der Personalverantwortlichen der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz interviewte. Ergebnis: Die geschicktesten Talentförderer investierten nicht nur doppelt so viel Geld in ihre Nachwuchskräfte – sie verzeichneten auch bis zu 33 Prozent mehr Umsatz pro Mitarbeiter.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.07.2010, 19:42 UhrAnonymer Benutzer: JustMy2Cents

    Genau... öfter den Arbeitgeber wechseln... da kommt man zu was... alles andere ist verschwendete Zeit. ich hab bis dato noch kein wirkliches "Talent-Management" gesehen oder erlebt.
    Gefördert werden höchstens die, die mit dem Chef gut können. Ansonsten kommen die "Heilsbringer" eh immer von Extern.
    bringen sie Heil? in keiner Weise!

    Alles in allem haben wir uns in den letzten Jahren eine riesige blase herangezüchtet, die hoffentlich irgendwann mal platzen wird!

  • 29.06.2010, 21:56 UhrAnonymer Benutzer: Gast

    War for Talents, wenn ich das schon höre bekomme ich schlechte Laune. Wo bitte sind denn die Unternehmen, die die Fachkräfte suchen? Mir scheint eher, dass dies wieder einmal eine reine Marketing-Kampagne für den ach so beliebtesten Arbeitgeber der Deutschen Nachwuchsgenies ist. ich zumindest merke als angehender "High-Potential" nichts davon, dass ich gesucht werde. Nach knapp 20 abgelehnten bewerbungen für das Pflichtpraktikum frage ich mich sogar, ob ich nicht mit informatik das Falsche studiere, trotz eines relativ guten Schnittes, allerdings keinen jugendlichen 18 Lebensjahren und 2 bis 7 Jahren berufserfahrung! Woher auch? Liebe Job-Houdinis schafft ihr es wenigstens eine nicht standardkonforme Absage zu verfassen wäre ich schon dankbar. Mittlerweile habe ich auch einen Praktikantenplatz erhalten und das Studium steht mit der Diplomarbeit auch kurz vor dem Ende, allerdings graust es mich schon ob der Jobsuche, denn bisher bekomme ich auch nur Standardabsagen mit vorgeschobener Wirtschaftskrise!

  • 29.06.2010, 11:29 UhrAnonymer Benutzer: BSH

    Hallo, diese "neue" bSH system ist von General Electric ! GE benutzt dieses seit 20 Jahren!!! in Sachen Mitarbeiterentwicklung kann jeder von den USA und speziell GE lernen. Und der "Spagat" der heikel ist im Unterschieder der MA: Lesen Sie mal Jack Welch!!! Unterschied ist wichtig, wie im Fussballteam!

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