Überleben im Büro: Warum Sie mittags rausgehen und nicht alleine essen sollten

kolumneÜberleben im Büro: Warum Sie mittags rausgehen und nicht alleine essen sollten

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Ein Mitarbeiter einer Essenausgabe richtet Mittagessen auf einem Teller an

Kolumne von Jochen Mai

Die Mittagspause wird von vielen sträflich vernachlässigt, mit negativen Folgen für Gesundheit und Karriere. Was das mit Obelix zu tun hat und worauf man beim Lunch achten sollte, erklärt Jochen Mai in seiner neuen Kolumne "Überleben im Büro".

Es ist schon faszinierend, womit wir Menschen unsere Zeit verbringen. Die Statistiker des dafür zuständigen Bundesamtes untersuchen das regelmäßig und erstellen daraus dann ein amtsdeutsches Begriffsungetüm wie die Zeitbudgeterhebung. Darin erfährt der Leser zum Beispiel, dass der Durchschnittsdeutsche mehr als 24 Jahre seines Lebens im Bett verschläft. Oder dass er fünf Jahre mit Fernsehen verbringt. Zwei Jahre und sechs Monate sitzt er in einem Auto, sechs Monate davon jedoch im Stau. Erstaunlicherweise ist das dieselbe Zeitspanne, die er auch auf der Toilette verbringt. Das Küssen fällt dazu vergleichsweise bescheiden aus: zwei Wochen unseres Lebens nehmen wir uns dafür Zeit, die sexuellen Höhepunkte kommen gar nur auf 16 Stunden. Zum Vergleich: Um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, hocken wir im Schnitt sieben Jahre im Büro.

Kurze Mittagspause

Das sind natürlich akkumulierte Zahlen, deren Aussagekraft eher symbolischer Natur ist, die man aber trotzdem dann und wann erwähnen sollte, weil ihre Ermittlung den Steuerzahler, also Sie und mich, schließlich Geld gekostet hat.

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Das vorausgeschickt, ist es geradezu erschreckend, mit wie wenig Muße wir uns der mittäglichen Nahrungsaufnahme hingeben. Gerade einmal rund 20 Minuten Mittagspause gönnen sich Büroangestellte im Schnitt und am Tag. Jeder Dritte (29 Prozent) verschlingt seine Mahlzeit direkt am Schreibtisch.

Und wer rausgeht, ernährt sich in der Regel mit fetthaltigem, ballaststoffarmem und kalorienreichem Fast Food. Zwei Drittel mampfen mittags das Zeug vom Imbiss um die Ecke oder naschen Esswaren vom Bäcker, jeder Vierte verzichtet sogar ganz auf eine Mahlzeit. Das hat das private Marktforschungsinstitut Innofact einmal in einer Umfrage unter mehr als 1500 Beschäftigten ermittelt.

Auszeit ist unerlässlich

In der Teppichetage der Führungsmannschaft sehen die Essgewohnheiten übrigens keinesfalls besser aus: Laut einer Umfrage des IWD Forschungsinstituts unter 500 Managern machen weniger als die Hälfte der Chefs regelmäßig Mittagspause. 26,5 Prozent der Manager möchten die Pause alleine verbringen, vor allem, „um mal Ruhe zu haben“. Nur neun Prozent hätten Lust, die Zeit mit anderen Führungskräften zu verbringen.

Das kann nicht gut sein. Gesund ist es ohnehin nicht. Auch wenn man vor lauter Arbeit nicht weiß, wo einem der Kopf steht – die mittägliche Auszeit ist unerlässlich für Körper und Geist. Sie entspannt und schafft gedankliche Distanz zu Alltag und Aktenbergen. Jedenfalls wenn Sie sich vom Schreibtisch erheben und sich bewegen.

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