
Auch sich lautstark gegen den Irakkrieg auszusprechen, aber Aktionär von Halliburton zu sein, einem wichtigen Army-Zulieferer im Irak, sei „kein Problem“: „Das war ein minimaler Anteil, in Prozent der Marktkapitalisierung sehr wenig.“ Das Problem sei der Irakkrieg – nicht Halliburton.
Sein Grundsatz scheint zu sein, alles zu tun, was erlaubt ist. Aktien der Rüstungsfirmen Lockheed und Northrop Grumman kaufte er nach einer Bestechungsaffäre „weil sie billig waren“. Das bedeutete nicht, dass er Korruption gutheiße. „Es war nichts moralisch Falsches daran, ihre Aktien zu kaufen.“ Eine Ausnahme macht er: Da er in einer Kampagne gegen Landminen aktiv ist, hat er seine Anteile an Unternehmen, die Minen produzieren, verkauft. „Ich fand es nicht sinnvoll, aber der Besitz hätte mein Werben für das Verbot unterminiert.“
Soros mag sich seines Spekulanten-Daseins nicht schämen. Wenn man Spekulanten beschimpfe, sei das so, „als ob man den Boten erschießt, weil er schlechte Nachrichten überbracht hat“.
Der Mann hinter Obama
Es ist kein Zufall, dass Soros’ Vorschläge zur Regulierung der Banken jenen sehr nahekommen, die US-Präsident Barack Obama derzeit durch den Kongress bringen will – ebensowenig wie, dass die von Soros gepredigte keynesianische staatliche Belebungspolitik das Credo der amerikanischen Demokraten ist. Soros war einer der großen Förderer von Obama. Heute zeigt er sich von seinem Protegé enttäuscht: Obama habe Banken nicht verstaatlicht, weil dies der „amerikanischen Tradition“ widerspreche. „Stattdessen verstaatlichte er die Schulden der Banken.“ Die Banken jetzt zu zwingen, ihren Eigenhandel vom Einlagengeschäft zu trennen, sei richtig: „Wenn der Staat die Garantie gibt, dass Banken in Finanzkrisen nicht bankrottgehen, sollte Eigenhandel außerhalb dieses garantierten Bereichs stattfinden. Sie sollten ihn den Hedgefonds überlassen. Die bekommen von Kunden dafür Geld; wenn es verloren geht, ist es deren Problem.“
Dass er dabei für sein eigenes Geschäft redet, weist er von sich: „Es kann sein, dass Hedgefonds zu groß werden, sodass man sie nicht ohne Weiteres bankrottgehen lassen kann. Deshalb müssen auch sie reguliert werden.“ Soros ruft also nach härteren Auflagen, die ihm und seinesgleichen die Geschäfte erschweren. „Als Teilnehmer im Markt verdiene ich dort Geld“, sagt er, „Aber als Bürger, der die Märkte versteht, möchte ich, dass die Märkte besser funktionieren.“
Allein vorpreschen, während alle anderen weitermachen wie bisher, will und kann er wohl nicht. Der Bürger, das ist seine Botschaft, ist ihm wichtiger als der Spekulant. Der Beweis dafür, dass das stimmt, steht noch aus.









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Alle Kommentare lesen12.08.2010, 11:49 UhrAnonymer Benutzer: Banker
Egal ob man Soros gut oder böse finden (Leute wie Gute Nacht scheinen wohl zu denken dass er daran Schuld ist dass sich die Sonne nicht um die Erde dreht) - sein Handeln und seine Handeln sind ein klares Zeichen für die Politik wie schlicht unsere Gesetzgebung zum Thema regulierung der Finanzmärkte ist:
da werden uns im Kundenbereich der banken die Regeln um die Ohren gehauen, damit die Verbraucherschutzministerin gut aussieht und damit ein Exempel statuiert wird. Die bereiche die für den ganzen Schaden verantwortlich sind kommen komplett ungehindert durch, da Lobbyisten es verstehen alles im Sande verlaufe zu lassen.
Kunden sind für banken eh nur als Fundament und Eigenkapitalquelle interessant - Geld wird da kaum mit verdient. Da ist es einfacher die Verkäufer gängeln zu lassen, als die Finanzmärkte zu regulieren. Es gibt definitiv keinen Sinn bei Leerverkäufen oder den meisten Derivatgeschäften, außer ein Kasino zu ersetzen. Solange man so quasi Geld "drucken" kann wird es auch genutzt. Also sind die Vorschläge von Soros absolut sinnvoll, auch wenn die Welt dann ein kleines bischen langweiliger wird und die Deutsche bank ihre erwünschten 25% EK Rendite in den Wind schreiben kann!
12.08.2010, 01:56 UhrAnonymer Benutzer: Guten Nacht
Sorros zerstörte den britischen Pfund demzufolge das englische Königreich.Sorros zerstörte die D-Mark, gut nicht allein, sie wurde aufgegeben zu ehren des Teuros.
16.07.2010, 00:30 UhrAnonymer Benutzer: Gin Tonic
Achtet auf die Währungen ! Das ist keine starker Euro was wir seit dieser Woche sehen, sondern eine massive Dollar-Schwäche - der schweizer Franken etc. halten sich hingegen zu Euro stabil. Gleichzeitig versucht man den Goldpreis zu drücken - stehen die USA kurz vor dem Verlust des AAA-Ratings ?