Aktien: Börsenwetten auf die Boomregion Brasilien

Aktien: Börsenwetten auf die Boomregion Brasilien

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Ende der Fahnenstange? Noch brummt Brasiliens Export, der Frachter fährt Soja nach China.

von Alexander Busch

Das Land bietet, was die Welt braucht: Rohstoffe und Energie. Der große Binnenmarkt verhindert zudem, dass die weltweite Finanzkrise großen Schaden anrichtet. Das macht Brasiliens Aktien interessant.

Früher hieß es, wenn die USA verschnupft sind, dann hat Brasilien eine schwere Grippe. Doch nun leiden die USA und Europa an einer Lungenentzündung – und Brasilien hat nicht einmal einen Schnupfen. Das Land wirkt derzeit wie eine Insel der Ruhe in einer kriselnden Weltwirtschaft. Wer dieser Tage in Brasilien essen gehen, einkaufen oder verreisen will, hat es nicht leicht: Kaum ein freier Tisch ist zu finden, keine Kasse ist ohne Schlange, und Flugtickets zu einem halbwegs vernünftigen Preis sind kaum zu ergattern.

Die Shoppingcenter sind im Weihnachtsgeschäft schon am frühen Nachmittag proppenvoll. Deswegen verlängern sie jetzt die Öffnungszeiten bis zwei Uhr morgens. Wer in Rio de Janeiro oder São Paulo ein Hotelzimmer buchen will, muss lange suchen oder tief in die Tasche greifen. Ausländische Showstars geben sich die Klinke in die Hand, um in Brasilien aufzutreten. Denn dort verdienen sie richtig Geld. Die Eintrittskarten kosten doppelt so viel wie in den USA, und die Shows sind trotzdem ausverkauft. 300.000 Zuschauer kamen zu drei Konzerten der irischen Superstars U2 in São Paulo. Die billigsten Schwarzmarkt-Karten gab es ab 220 Euro. Wer sein Auto parken wollte, musste selbst ernannten Parkwächtern umgerechnet 40 Euro in die Hand drücken.

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Sicher, auch in Brasilien ist nicht alles Gold, gibt es Sorgen, dass die weltweite Krise ansteckend wirken könnte. Nilson Texeira, Chefökonom von Credit Suisse in São Paulo, erwartet, dass Brasiliens Bruttoinlandsprodukt nach knapp 3,0 Prozent in diesem Jahr 2012 nur noch um 2,5 Prozent wachsen wird. Vor allem in der Industrie rechnet der Ökonom mit einem Investitionsstopp und sinkenden Aufträgen. „Die Stimmung unter den Unternehmern verdüstert sich.“

Harter Real belastet Exporte

Es ist Klagen auf hohem Niveau. So warnt etwa der Großindustrielle Paulo Cunha von der Industrieholding Ultra, dass Brasilien mit seiner harten Währung Real seine Industrie aufs Spiel setze. „Importwaren überschwemmen den Markt, und Exporteure sind nicht mehr konkurrenzfähig“, klagt Cunha. Das trifft zwar durchaus zu für einzelne Branchen, wie den Maschinenbau. Doch vor der drohenden Deindustrialisierung warnt der Chef-Lobbyist der Industrie seit fast zwei Jahrzehnten.

Dessen Mischkonzern aus Tankstellennetzen, Chemieanlagen und Gasverteilern erwirtschaftet einen Umsatz von knapp 20 Milliarden Euro im Jahr – und nutzt den starken Real, um derzeit in Mexiko und den USA für eine Milliarde Dollar Chemiewerke aufzukaufen. Die Aktien von Ultrapar zählen zu den zehn Aktien Lateinamerikas, die dieses Jahr am besten abschneiden. Krise sieht anders aus.

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