Börse: China reißt Dax unter 10.000 Punkte

Börse: China reißt Dax unter 10.000 Punkte

, aktualisiert 07. Januar 2016, 12:01 Uhr
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Der Dax ist auf unter 10.000 Punkte gerutscht.

Die Sorgen um Chinas Wirtschaft drücken den Dax deutlich ins Minus. Kurz nach Handelsbeginn fiel der Leitindex auf unter 10.000 Punkte. Zu den größten Verlierern gehören Deutschlands Autobauer.

Die Kurseinbrüche an Chinas Börsen wirbeln die weltweiten Finanzmärkte durcheinander. Der deutsche Leitindex Dax rutschte am Donnerstagvormittag deutlich unter die Marke von 10 000 Punkten. Besonders heftig erwischte es die Autokonzerne. Rohöl dagegen kostete so wenig wie zuletzt vor zwölf Jahren, weil China einer der größten Rohstoffabnehmer ist. „Sichere Anlegehäfen“ wie Anleihen sowie Gold legten zu.

US-Investor George Soros fühlte sich bereits an die Anfänge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise erinnert. „Ich würde sagen, das wächst sich zu einer Krise aus“, sagte Soros auf einer Veranstaltung in Sri Lanka. „Wenn ich mir die Finanzmärkte anschaue, dann gibt es dort ernste Probleme. Das erinnert mich an die Krise, die wir 2008 hatten.“

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Auslöser der Turbulenzen sind Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft, die jüngst noch durch schwache Zahlen aus Industrie und Dienstleistungssektor geschürt wurden. Chinas Festland-Börsen brachen daraufhin zum zweiten Mal in dieser Woche so stark ein, dass der Handel vorzeitig beendet wurde. Der entscheidende Index CSI 300 mit den 300 wichtigsten Unternehmen verlor 7 Prozent.

Sorge um China und Konjunktur Die wichtigsten Antworten zum Dax-Absturz

Die Stimmung an den Finanzmärkten ist miserabel, Sorgen um Chinas Wirtschaft und die globale Konjunktur haben den Dax unter die 10.000 Punkte-Marke gedrückt. Sind die Ängste berechtigt? Was Anleger jetzt tun können.

Asien-Börsen-Chrash sorgt für DAX-Sorgen Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Auch Chinas Devisenberg schmilzt. Wie die Notenbank in Peking mitteilte, betrugen die Währungsreserven im Dezember 3,33 Billionen US-Dollar. Das waren 108 Milliarden Dollar weniger als im Vormonat und der niedrigste Stand seit drei Jahren.

Die Schockwelle griff auf Japan und andere asiatische Märkte über, die eng mit China verwoben sind. Zur Eröffnung rutschten dann auch die Aktienkurse in Europa in den Keller. Bis zum späten Vormittag sackte der Dax um 3,18 Prozent auf 9888,98 Punkte ab. Es war der vierte Handelstag in Folge mit teils deutlichen Verlusten - insgesamt ging es im deutschen Leitindex seit Jahresbeginn um mehr als 8 Prozent abwärts.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten BMW, Daimler und VW mit Kursverlusten von jeweils rund 4 Prozent. Auch die Zulieferer büßten teils kräftig ein. Als weltweit größter Automarkt ist China für die deutschen Hersteller enorm wichtig.

An den globalen Finanzmärkten sorgten sich die Anleger auch wegen der weiteren Abwertung der chinesischen Währung Yuan (Renminbi). Dies könnte auf eine noch größere Schwäche der chinesischen Wirtschaft hindeuten als aus offiziellen Statistiken hervorgehe, sagte Marktanalyst Angus Nicholson vom Broker IG.

Stichwort: Die schwärzesten Tage für den Dax seit 1987

  • Hintergrund

    Frankfurt, 24. Aug (Reuters) - Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China hat die Aktienmärkte am Montag auf Talfahrt geschickt. Der Frankfurter Leitindex Dax rutschte erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 10.000 Punkten, zeitweise fiel er um bis 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

    Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet.

    Im folgenden eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste des Dax seither:

    DIE 1990er JAHRE UND DIE ANSCHLÄGE VON 9/11

  • 16. Oktober 1989

    Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

  • 19. August 1991

    Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

  • 20. Oktober 1997

    Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

  • 1. Oktober 1998

    Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

  • 11. September 2001

    Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

  • Finanzkrise 2008

    Sie hinterlässt tiefe Spuren im Dax.

  • 21. Januar 2008

    Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6790 Punkte ins Minus. Bei der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September kommt er aber glimpflich davon und verliert nur moderate 2,7 Prozent.

  • 6. Oktober 2008

    Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

  • 8. Oktober 2008

    Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

  • 10. Oktober 2008

    Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

  • 24. Oktober 2008

    Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

  • 8. August 2011

    Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

  • 5. September 2011

    Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

  • 1. November 2011

    Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

  • 29. Juni 2015

    Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Vor diesem Hintergrund waren die als „sichere Häfen“ geltenden Anlageformen gefragt: Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kletterte zuletzt auf 1096 US-Dollar. Seit dem Jahreswechsel ist der Goldpreis damit um etwa 35 Dollar gestiegen.

Auch Staatsanleihen von als solide angesehenen Ländern wie Deutschland, Großbritannien oder der Schweiz wurden von den Anlegern angesteuert. Am Devisenmarkt profitierte vor allem der japanische Yen, der ebenfalls als Rückzugsort in Krisenzeiten gilt. Zum Dollar stieg der Yen auf den höchsten Stand seit Ende August, zum Euro auf den höchsten Stand seit Mitte April.

Die Preise für Rohöl fielen mit rund 32 Dollar derweil auf den tiefsten Stand seit fast zwölf Jahren. Auch andere Rohstoffe wie Industriemetalle oder Agrarprodukte gerieten unter Druck. Währungen von Ländern, die stark in der Rohstoffproduktion engagiert und wirtschaftlich mit China verflochten sind, gaben ebenso nach. Das galt besonders für den Australischen sowie den Kanadischen Dollar.

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3 Kommentare zu Börse: China reißt Dax unter 10.000 Punkte

  • Die wirtschaftlichen Probleme in China sind gewaltig.
    Dass die Zahlen gefälscht sind ist unbestritten die Frage ist nur um wieviel? Wenn Marktkennziffern durch Parteitagsbeschlüsse festgelegt werden ist das auch nicht verwunderlich. Aber da machen alle die Augen zu solange es Geld zu verdienen gibt!

    Das wird sich rächen manipulierte Börsen,Devisen usw.
    Nur Verbrauchsparameter wie Strom, Öl, Gas, Kohle und die fallenden Weltmarktpreise lassen erahnen wo die Reise hingehen könnte.

    Es ist nur eine Frage der Zeit bis China kolabiert. Wie lange mit Schulden und Investionsprogrammen die Scheinkonjunktur weiterläuft.
    Immobilien, Schattenbanken, Überkapazitäten wohin man schaut.

    USA auf dem weg zur nächsten Rezession wenn Zinsen und Dollar steigen und alle Zusammen bei steigenden Zinsen auf einem riesigen Staatsschuldenberg.

  • Ja, klar doch, China ist schuld! Genau so wie Putin an all den 250 Kriegen schuld ist, die seit Ende des 2. WK ausgetragen werden!
    Nein, das ist kein systemisches Problem, das nicht zu stoppen ist, sondern nur verzoegert werden kann, NEIIIIIN!
    Ja, es handelt sich um eine voruebergehende Stoerung! Klar doch und die geht nur solange bis der 3.WK auch heiss ausgetragen wird! Also nur noch einige Tage!
    Verschwoerungstheorie? Wenn sie meinen, dann ist es halt eine, aber nur fuer Sie!

  • Ja, so eine Einschaetzung kommt heraus, wenn man die Situation aus seiner westlichen Praegung heraus betrachtet und sich nicht mit dem Land und dessen Struktur beschaeftigt hat, bevor man die Tastatur tracktiert! Kopfschuettel!!!

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